Abo
  • Services:
Anzeige
Mit einer Flut von ACK-Paketen haben Sicherheitsforscher Internetverbindungen manipuliert.
Mit einer Flut von ACK-Paketen haben Sicherheitsforscher Internetverbindungen manipuliert. (Bild: Yue Cao/Screenshot: Golem.de)

TCP-Exploit: Internetstandard ermöglicht Seitenkanalangriffe

Mit einer Flut von ACK-Paketen haben Sicherheitsforscher Internetverbindungen manipuliert.
Mit einer Flut von ACK-Paketen haben Sicherheitsforscher Internetverbindungen manipuliert. (Bild: Yue Cao/Screenshot: Golem.de)

Mit einem falsch konfigurierten Internetstandard in Linux lassen sich unverschlüsselte Internetverbindungen manipulieren. Auch das Tor-Netzwerk ist von dem Fehler betroffen.

Sicherheitsforscher haben ein Verfahren beschrieben, mit dem Internetverbindungen aus der Ferne manipuliert werden können. Den Wissenschaftlern gelang es, mit einer Flut von Bestätigungspaketen (ACK) eine bestehende Verbindung zwischen Server und Client zu kappen und dem Client anschließend manipulierte Datenpakete zu senden. Der Schwachstelle zugrunde liegt ausgerechnet der Internetstandard RFC 5961, der einen anderen Angriff mittels ACK-Pakete verhindern soll.

Anzeige

Für ihren Angriff benötigen die Sicherheitsforscher der University of California in Riverside die IP-Adresse und die Port-Nummer sowohl des Servers als auch des Clients. Anschließend werden an Server und Client präparierte Pakete gesendet. Nach RFC 5961 dürfen nur 100 ACK-Pakete pro Sekunde versendet werden. Das soll unter anderem verhindern, dass Angreifer die Sequenznummern erraten können, die zur Sicherheit willkürlich gesetzt werden. Ist die Begrenzung nach RFC 5961 beim Server erreicht, versendet er keine ACK-Pakete mehr. Die manipulierten Pakete suggerieren dem Client jedoch, dass die Verbindung weiterhin bestehe. So können die Angreifer mit weiteren ACK-Paketen in Ruhe die Sequenznummern ermitteln. Das gelang den Sicherheitsforschern zufolge in nur Zehntelsekunden.

Ist eine Verbindung unverschlüsselt, können dem Client anschließend manipulierte Datenpakete untergeschoben werden. Die Sicherheitsforscher injizierten beispielsweise Javascript-Code, der eine Passworteingabe forderte. Dazu muss es sich um eine Verbindung handeln, die möglichst lange besteht, etwa beim Streamen von Videos oder zu einer Nachrichtenseite. Die Sicherheitsforscher unter der Leitung von Yue Cao demonstrierten ihren Angriff in einer Verbindung mit der Webseite USA Today auf der Sicherheitskonferenz Usenix in Texas.

Schwachstelle im Tor-Netzwerk

Auch bei verschlüsselten Verbindungen führt der Angriff dazu, dass die Verbindung zwischen Client und Server beendet wird. Im Tor-Netzwerk kann so einem Client solange die Verbindung zu legitimen Relay-Servern gekappt werden, bis dieser bei einem manipulierten Relay des Angreifers landet.

Der beschriebene Angriff kann lediglich auf Verbindungen unter Linux ausgeführt werden. Seit dem Linux-Kernel 3.6 wird dort RFC 5961 umgesetzt. Windows-, FreeBSD- und MacOS-Rechner sind nicht betroffen. Die Sicherheitsforscher haben die Kernel-Entwickler jedoch bereits informiert. Seit Linux 4.7 gibt es Patches, die unter anderem die Grenze von 100 ACK-Pakete auf 1.000 heraufsetzen. Alternativ kann der Wert net.ipv4.tcp_challenge_ack_limit = 999999999 in der Konfigurationsdatei /etc/sysctl gesetzt werden. Mit dem Befehl sysctl -p werden die Änderungen übernommen.


eye home zur Startseite
LaggAt 18. Aug 2016

... am client ... gecheckt. Jup, wer lesen kann ist wiedermal klar im Vorteil. :)

Dumpfbacke 12. Aug 2016

... Lass uns tanzen, Douff und dähmlich. mfg

Anonymer Nutzer 12. Aug 2016

Traurig ist doch, das die Linux Jungs wieder mal die einzigen sind die sich an einen...

hepisec 12. Aug 2016

BTW: Research was sponsored by the Army Research Laboratory

hepisec 12. Aug 2016

Da diese "Sicherheitslücke" nicht mal ein Logo und eine Webseite hat, alles halb so...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BoS&S GmbH, Berlin
  2. Strautmann, Bad Laer
  3. über Hays AG, Raum Würzburg, Mannheim
  4. Dataport, Hamburg


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 1.499,00€
  2. 599€ + 5,99€ Versand
  3. 59,90€

Folgen Sie uns
       


  1. Fertigungstechnik

    Intel steckt Kobalt und 4,5 Milliarden US-Dollar in Chips

  2. Homepod im Test

    Smarter Lautsprecher für den Apple-affinen Popfan

  3. Microsoft

    Xbox One bekommt native Unterstützung für 1440p-Auflösung

  4. Google

    Pixel 2 XL lädt langsamer unterhalb von 20 Grad

  5. Wikipedia Zero

    Wikimedia-Foundation will Zero-Rating noch 2018 beenden

  6. Konami

    Metal Gear Survive und Bildraten für Überlebenskünstler

  7. Markenrecht

    Microsoft entfernt App von Windows Area aus Store

  8. Arbeitsrecht

    Google durfte Entwickler wegen sexistischer Memos entlassen

  9. Spielzeug

    Laser Tag mit Harry-Potter-Zauberstäben

  10. Age of Empires Definitive Edition Test

    Trotz neuem Look zu rückständig



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Fe im Test: Fuchs im Farbenrausch
Fe im Test
Fuchs im Farbenrausch
  1. Mobile-Games-Auslese GladOS aus Portal und sowas wie Dark Souls für unterwegs
  2. Monster Hunter World im Test Das Viecher-Fleisch ist jetzt gut durch
  3. Indiegames-Rundschau Krawall mit Knetmännchen und ein Mann im Fass

Materialforschung: Stanen - ein neues Wundermaterial?
Materialforschung
Stanen - ein neues Wundermaterial?
  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Re: Was soll das ganze Brimborium um das Kabel?

    WallyPet | 14:41

  2. Re: wegen des medialen Hypes

    FranzDieKatze | 14:40

  3. Re: Mono

    Ispep | 14:40

  4. Re: Problem sitzt in den USA und nicht in Russland

    SJ | 14:38

  5. Re: Artikel imho sinnfrei ohne Angabe von Preisen

    HerrMannelig | 14:37


  1. 12:20

  2. 12:01

  3. 11:52

  4. 11:49

  5. 11:39

  6. 10:58

  7. 10:28

  8. 10:13


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel