TCMalloc: Google veröffentlicht eigene Speicherverwaltung

Die Speicherverwaltung per Malloc und New ist eine der wohl wichtigsten Komponenten in C- und C++-Programmen. Google hat eine deutlich verbesserte Version seiner eigenen Implementierung dafür als Open Source veröffentlicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Google hat eine eigene Bibliothek zur Speicherverwaltung als Open Source veröffentlicht.
Google hat eine eigene Bibliothek zur Speicherverwaltung als Open Source veröffentlicht. (Bild: Eric Hamiter, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die Entwickler von Google haben ihr internes Projekt TCMalloc als Open Source auf Github veröffentlicht. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich dabei um eine Implementierung der dynamischen Speicherverwaltung Malloc der Progammiersprache C sowie darüber hinaus auch für den Operator new für C++. Der Name steht dabei für Thread-Caching Malloc. Das Projekt soll die standardmäßig vom System genutzte Speicherverwaltung ersetzen und nutzt eben einen Cache für Objekte im Speicher. Letzteres geschieht pro Thread oder pro logischer CPU.

Von Malloc gibt es viele verschiedene Implementierungen, die von der genutzten Implementierung der Standard-C-Bibliothek abhängen, also etwa Glibc, Musl-Libc oder auch jener aus der LLVM-Compilersammlung. Darüber hinaus gibt es weitere Implementierungen auf Kernel-Ebene und Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebssystemen. Eine der wohl bekanntesten eigenständigen Umsetzungen dürfte Jemalloc sein, das in Mozillas Firefox genutzt wird und ebenso in Android, den Datenbanksystemen Cassandra und Redis oder auch dem Varnish HTTP-Cache.

Googles TCMalloc ist dabei zunächst nicht neu. Bereits im Jahr 2011 veröffentlichte das Unternehmen Code dazu als Teil seiner sogenannten Performance Tools. Hauptziel der Implementierung war vor allem, die Geschwindigkeit von Malloc zu erhöhen. Dieses Projekt wird nach wie vor aktiv weiterentwickelt und etwa von der Storage-Software Ceph verwendet.

Bei der nun mit gleichem Namen veröffentlichten Software von Google handelt es sich aber offenbar um eine neue Version des intern stark weiterentwickelten und umgeschrieben Codes. Dem Entwickler Dmitry Vyukov zufolge unterscheiden sich die beiden Versionen stark voneinander. Die neu umgesetzte Zuweisung pro CPU sei etwa in Server-Umgebungen unverzichtbar, in denen Code mit sehr vielen Threads laufe. Ebenso unterstütze das neue TCMalloc Hugepages, die auf x86-Systemen immerhin 2 MByte groß sein könnten. Details zur Funktionsweise liefert die ausführliche Dokumentation auf Github.

Dass Google derartig wichtige Teile des Stapels für Programmiersprache selbst schreibt und anschließend selbst veröffentlicht, ist nicht ungewöhnlich. Mit dem Abseil-Projekt bietet Google etwa auch wichtige Basisbibliotheken für C++ an.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Galaxy S23 im Hands-on
Viel Leistung und viel Kamera

Samsungs neue Galaxy-S23-Modelle sind sehr leistungsstark und hochwertig. Die 200-Megapixel-Kamera bekommt nur das Ultra-Modell.
Ein Hands-on von Tobias Költzsch

Galaxy S23 im Hands-on: Viel Leistung und viel Kamera
Artikel
  1. Energiespargeräte und Diskokugeln: Bundesnetzagentur zieht 15 Millionen Geräte aus dem Verkehr
    Energiespargeräte und Diskokugeln
    Bundesnetzagentur zieht 15 Millionen Geräte aus dem Verkehr

    Die Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr zahlreiche Produkte verboten. Darunter sind Energiespargeräte, Fernbedienungen und Diskokugeln.

  2. Western Australia: Eine radioaktive Kapsel - irgendwo im australischen Outback
    Western Australia
    Eine radioaktive Kapsel - irgendwo im australischen Outback

    Wie eine radioaktive Kapsel in Australien verlorengehen konnte, ob sie gefährlich ist, warum sie so schwierig zu finden war und wofür solche Kapseln gut sind.
    Ein Bericht von Werner Pluta

  3. Galaxy Book 3: Samsung stellt die Galaxy-Book-3-Serie vor
    Galaxy Book 3
    Samsung stellt die Galaxy-Book-3-Serie vor

    Neben der Hardware legt Samsung Wert auf die mitgelieferte Software. Damit sollen sich Notebook und Mobilgeräte leichter gemeinsam nutzen lassen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bis 77% Rabatt auf Fernseher bei Otto • Roccat Kone Pro -56% • Xbox Series S + Dead Space 299,99€ • PCGH Cyber Week • MindStar: ASRock RX 7900 XT 949€ • AMD CPU kaufen, SW Jedi Survivor gratis dazu • Philips LED TV 65" 120 Hz Ambilight 999€ • KF DDR4-3600 32GB 91,89€ [Werbung]
    •  /