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Taxi-Konkurrenz: München prüft Mindestpreise für Uber und Bolt

Durch Mindestpreise sollen andauernde Gesetzesbrüche durch Anbieter von Fahrdiensten unterbunden werden. Bolt sieht das kritisch.
/ Ingo Pakalski und dpa
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Bolt und Uber könnten in München bald teurer werden. (Bild: Unsplash)
Bolt und Uber könnten in München bald teurer werden. Bild: Unsplash

In München könnte es demnächst Mindestpreise für Fahrten mit Anbietern wie Uber oder Bolt geben. Die Stadt will mit einer Regelung die Wettbewerbsfähigkeit des Taxigewerbes sichern, das überdies neue Möglichkeiten zur Preisgestaltung erhalten soll. Am 28. April 2026 soll sich zunächst der Kreisverwaltungsausschuss mit dem Thema befassen; am 29. April 2026 wird sich dann die Vollversammlung des Stadtrats damit beschäftigen.

Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller-Gradl argumentiert in einer Sitzungsvorlage mit dem veränderten Nutzungsverhalten der Menschen. Indem Kunden zunehmend über Online-Plattformen Mietwagen bestellen, gerate das Konkurrenzverhältnis zu den Taxis in ein Ungleichgewicht. In ihren Ausführungen verweist die Referentin auch auf einen drastischen Abwärtstrend bei der Anzahl der vermittelten Taxifahrten.

Schon seit Längerem schwelt in München der Streit über Geschäftspraktiken der Fahrdienste, deren Fahrerinnen und Fahrer die Passagiere oft günstiger transportieren als herkömmliche Taxen. Dabei verstoßen sie nach Erkenntnissen des Hauptzollamtes München "fast flächendeckend gegen arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften".

Taxigewerbe kämpft gegen Bolt und Co.

Auch das Mindestlohngesetz werde regelmäßig von den Betreibern missachtet. Taxifahrerinnen und -fahrer hatten deshalb demonstriert und für einen fairen Wettbewerb Mindestpreise verlangt.

Nach Angaben der Stadt München gab es Versuche, die Betreiber dazu zu bewegen, einen Mindest- und Maximalpreis für das Münchner Stadtgebiet und den Flughafen festzulegen, der sich an den gültigen Taxitarifen orientiert. Diese Versuche scheiterten aber bislang. Das Gleiche gilt für die Einführung von Mindesthonoraren.

Bolt kritisiert Pläne als Taxi-Steuer

Der Anbieter Bolt kritisiert, die geplante Regelung sei faktisch eine "Taxisteuer – also eine politisch verordnete Preiserhöhung für alltägliche Mobilität, die vor allem Verbraucher trifft und eine einzelne Branche vor Wettbewerb schützen soll". Derzeit entstehe der Eindruck, Gespräche mit den Plattformen seien schwierig gewesen oder hätten nicht in dem vorgesehenen Umfang stattgefunden, bemängelte Bolt unlängst.

"Diese Darstellung weisen wir entschieden zurück." Man habe in bisherigen Gesprächen mehrere konkrete Vorschläge eingebracht, die geeignet gewesen wären, die Interessen von Fahrgästen, Fahrern und der Stadt in Einklang zu bringen. "Aus unserer Sicht ist daher wichtig festzuhalten, dass die Gespräche aus unserer Perspektive nicht gescheitert sind, sondern noch Teil eines laufenden Prozesses waren."

Nachtrag vom 28. April 2026, 13:10 Uhr

Die Stadt München hat neue Regeln für Fahrdienste wie Uber oder Bolt beschlossen. Im Zuge dessen gibt es auch Änderungen an den Taxitarifen. Mehr dazu in einem gesonderten Artikel auf Golem.


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