Tatsächliche Stromkosten: Trotz Netzausbaukosten sind Erneuerbare am günstigsten
Eine Studie der Universität Aalborg, Dänemark, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Energy(öffnet im neuen Fenster), hat anhand detaillierter Daten des dänischen Energiesystems die tatsächlichen Kosten für die Energieerzeugung aus verschiedenen Quellen verglichen. Anders als bei den Stromgestehungskosten, die nur eine Erzeugungsart und den resultierenden Strom betrachten, nimmt das Forschungsteam sämtliche Kosten in die Berechnung auf.
Hierzu zählen neben dem Aufbau von Speichermöglichkeiten und Elektrolyseuren zur Wasserstoffherstellung auch Flexibilisierungskosten auf der Verbrauchsseite, Stabilisierungsmaßnahmen im Stromnetz und der Ausbau der Übertragungskapazitäten.
Ausgehend von Kostenabschätzungen, die von der Internationalen Energieagentur (IEA) stammen, würde eine Kilowattstunde (kWh) Atomstrom 10 Cent kosten, eine kWh aus Photovoltaik 18 Cent, aus Windkraft an Land 9 Cent, aus Windkraft auf See 5 Cent und bei einer Kombination aus Photovoltaik und Windkraftanlage 4 Cent je kWh.
Einzeln betrachtet sind Erneuerbare nicht günstiger
Die tatsächlichen Kosten sinken demnach erst dann beträchtlich, wenn die unterschiedlichen Erzeugungsarten gemeinsam genutzt werden. Im speziellen Fall von Dänemark würde Wind auf See dominieren, während Solaranlagen und kleinere Windräder an Land nur knapp ein Drittel der Stromproduktion übernehmen.
Zum Vergleich wurde Atomkraft genutzt, da das Gesamtenergiesystem klimaneutral sein soll. Bei Atomkraft wurde von Installationskosten von 10.000 Euro je Kilowatt Leistung ausgegangen, was 10 Milliarden Euro für einen Reaktor mit 1 Gigawatt bedeuten würde. Das entspricht grob den letzten AKW-Projekten in Europa.
Gleichzeitig betonen die Studienautoren, dass die Entsorgungskosten für atomare Abfälle nicht einkalkuliert wurden. Zudem sind die Baukosten für Kernkraftwerke in den letzten Jahren gestiegen, während insbesondere die Ausbaukosten für Photovoltaik zu hoch angesetzt sein dürften.
Der verwendete Bericht der IEA geht von Kosten für Solaranlagen von 480 Euro je Kilowatt für das Jahr 2050 aus. Allerdings sollen Kosten für Freiflächensolaranlagen schon heute 25 Prozent niedriger sein.
Generelle Kostensenkung erwartet
Unabhängig von der Erzeugungsart zeigt die Studie darüber hinaus, dass die Stromkosten stets sinken werden, sofern die Flexibilisierung auf der Verbrauchsseite vorangetrieben wird. Sowohl die Volatilität von erneuerbaren Energien als auch die starre Stromerzeugung aus Kernenergie lässt sich durch steuerbare Wärmeerzeugung und Ladeinfrastruktur besser ausgleichen.
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