Tarifverhandlungen: Telekom nennt Einigung mit Verdi schmerzhaft
Die Gewerkschaft Verdi und die Beschäftigten haben höhere Gehälter bei der Deutschen Telekom durchgesetzt. Das gaben die Verhandlungspartner(öffnet im neuen Fenster) am 17. Mai 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .
"Wir haben in der vergangenen Nacht nach sehr hartem Ringen mit dem höchsten Verhandlungsergebnis der Unternehmensgeschichte für unsere Mitarbeitenden eine Einigung erzielt" , sagte Birgit Bohle, Vorständin für Personal und Recht der Telekom. Das Ergebnis sei schmerzhaft, aber man habe sich dazu durchgerungen, um Dauerstreiks zu verhindern.
Vereinbart wurde nach fünftägigen Verhandlungen in der vierten Runde eine Tariflohnerhöhung von 6 Prozent ab Oktober 2024.
Zusätzlich erhöht sich das Entgelt ab August um 190 Euro pro Monat. Dazu kommt eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 1.550 Euro im Juli 2024. Zudem wird bis Ende 2026 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet. Laut Verdi standen die Verhandlungen in der Nacht zum Freitag kurz vor dem Scheitern.
"Ohne den großen Einsatz der Beschäftigten bei den Warnstreiks und Aktionen der vergangenen Wochen wäre das so nicht möglich gewesen" , sagte Ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland. "Für die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten konnten wir dauerhaft wirkende Entgeltsteigerungen im zweistelligen Prozentbereich durchsetzen; dabei liegt die Spannweite dieser stufenweisen Entgeltsteigerungen zwischen 13,6 Prozent in der untersten Gehaltsgruppe und 8,3 Prozent in der obersten."
12 Prozent gefordert, 6 Prozent bekommen
Die Gewerkschaft forderte in der Tarifrunde für bundesweit rund 70.000 Tarifbeschäftigte ursprünglich eine Entgeltsteigerung von zwölf Prozent, mindestens aber 400 Euro pro Monat. Bei der Tarifrunde waren in den verschiedenen Warnstreiks mehrfach Zehntausende Beschäftigte aktiv und legten die Arbeit nieder.
Eine Telekom-Beschäftigte und Verdi-Aktivistin erklärte Golem.de zu dem Abschluss: "Der Streik ist eines der wirksamsten Mittel, die Forderung der Beschäftigten durchzusetzen. Die Verweigerung der Arbeit führt dazu, dass der Unternehmer in der Zeit keinen Gewinn machen kann. Die Beschäftigten aber machen die Erfahrung, dass ohne sie nichts läuft, dass sie sehr wohl auf die Unternehmer verzichten können, was andersherum aber nicht funktioniert."
Golem.de analysierte zum 1. Mai die Lage in der IT-Branche zu Streiks und Arbeitskämpfen.
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