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Tarifverhandlungen: Banken sollen Beschäftigte für KI-Einsatz entlasten

Wenn KI Routineaufgaben übernimmt, kann die übrige Arbeit anspruchsvoller werden. Der DBV fordert deshalb zusätzliche freie Tage bei Banken.
/ Przemyslaw Szymanski
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Der KI-Einsatz verändert den Arbeitsalltag in Banken und wird zum Thema der Tarifrunde. (Symbolbild) (Bild: Thomas Lohnes/Getty Images)
Der KI-Einsatz verändert den Arbeitsalltag in Banken und wird zum Thema der Tarifrunde. (Symbolbild) Bild: Thomas Lohnes/Getty Images

Bankangestellte sollen zusätzliche freie Tage erhalten, wenn künstliche Intelligenz ihre Arbeit verändert. Das fordert der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) für die Tarifrunde 2026(öffnet im neuen Fenster) im privaten Bankgewerbe. Die sogenannten KI-Entlastungstage sollen nicht für alle Beschäftigten gelten, sondern in Betrieben vereinbart werden, in denen KI oder andere automatisierte Systeme eingesetzt werden.

Aus Sicht der Gewerkschaft führt der Einsatz von KI nämlich nicht zwangsläufig zu weniger Arbeit. Automatisierte Systeme übernehmen zunehmend Standardfälle, während bei Beschäftigten vor allem Beschwerden, Sonderfälle und Kontrollaufgaben verbleiben. Dadurch könne die Arbeit anspruchsvoller werden. DBV-Verhandlungsführer Wolfgang Ermann sagt: "Ich erlebe in Banken seit Jahren, dass Automatisierung nicht automatisch weniger Belastung bedeutet."

Zusätzlich fordert der DBV einen Anspruch auf Weiterbildung. Beschäftigte sollen sich auf veränderte Arbeitsabläufe vorbereiten können, bevor KI-Systeme Aufgaben übernehmen. Fällt durch Automatisierung eine Stelle weg, soll eine Weiterbildung auch den Wechsel auf einen anderen Arbeitsplatz im Unternehmen ermöglichen. Ermann fasst die Forderung mit den Worten zusammen: "Erst qualifizieren, dann transformieren."

Arbeitgeber lehnen KI-Entlastungstage ab

Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) hält zusätzliche freie Tage für den falschen Ansatz. Wie das Private Banking Magazin(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf eine Stellungnahme des Verbands berichtet, verteuerten sie Arbeit ausgerechnet dort, wo durch Automatisierung Tätigkeiten wegfielen. "Das passt nicht zusammen", heißt es demnach vom AGV Banken. Geschäftsführer Ulf Grimmke warnt zudem vor höherem Kostendruck und möglichen Folgen für weitere Arbeitsplätze.

Eine Beschäftigtenbefragung des AGV(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 2025 liefert allerdings Argumente für beide Seiten. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten in privaten Banken nutzte KI zumindest gelegentlich, knapp ein Fünftel häufig oder sehr häufig. Von den KI-Nutzern gaben 62 Prozent an, durch die Technik effizienter zu arbeiten. Das spricht für die Position der Arbeitgeber. Gleichzeitig berichteten 50 Prozent von einem höheren Anteil anspruchsvoller Arbeitsinhalte. Das stützt zumindest die Begründung des DBV für zusätzliche Entlastung.

Die Forderung nach KI-Entlastungstagen dürfte damit zu einem der zentralen Streitpunkte der Tarifrunde werden. Die Verhandlungen sollen am 8. Oktober 2026 in Berlin beginnen, weitere Termine sind für November geplant. Wie viele KI-Entlastungstage Beschäftigte erhalten könnten, hat der DBV bislang nicht festgelegt. Die konkrete Zahl soll in den einzelnen Betrieben ausgehandelt werden.


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