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Tarifstreit im Advent: Amazon-Belegschaft weitet Streiks aus

Schon zum dritten Mal streiken Amazon-Mitarbeiter im Vorweihnachtsgeschäft, heute auch in Leipzig. Sie fordern den Tarifvertrag für Einzelhandel - doch der Logistikkonzern hält dagegen.

Artikel veröffentlicht am , Martin Wolf
Am Standort Brieselang haben vor dem Weihnachtsgeschäft mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag.
Am Standort Brieselang haben vor dem Weihnachtsgeschäft mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag. (Bild: Martin Wolf)

Die Amazon-Mitarbeiter haben ihre Streiks kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts fortgesetzt. Am Standort Leipzig wurde die Frühschicht am Mittwoch spontan von Verdi aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Rund 250 der über 700 Mitarbeiter folgten dem Appell nach Angaben von Verdi-Streikleiter Jörg Lauenroth-Mago.

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"Im Weihnachtsgeschäft werden wieder hohe Umsätze erwartet, während sich die Mitarbeiter von Amazon für sich und ihre Familien kaum etwas leisten können", schreibt Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. "Da muss für die Beschäftigten mehr drin sein." Verdi fordert höhere Stundenlöhne und Urlaubsgeld. Mit den Streiks protestieren die Amazon-Mitarbeiter auch gegen eine Kürzung beim Urlaub: Statt 29 Tagen seien nun in der Niederlassung nur noch 28 Tage vorgesehen, sagte Lauenroth-Mago.

Die von Amazon gezahlten 400 Euro Weihnachtsgeld, die nur Angestellte erhalten, die mindestens seit 30. Juni des laufenden Jahres beschäftigt sind, reichen der Gewerkschaft ebenfalls nicht aus. Der Einzel- und Versandhandelstarif sieht Urlaubsgeld in Höhe von bis zu 1.075 Euro und 1.050 Euro Weihnachtsgeld vor.

  • Das Amazon Fulfillment Center Brieselang ist die jüngste Niederlassung des Konzerns in Deutschland. (Foto: Martin Wolf)
  • Hier lagern nicht nur Waren von Amazon - auch andere Verkäufer können das Center nutzen. (Foto: Martin Wolf)
  • In Europa nutzt Amazon für die Bereitstellung der Waren noch keine Roboter. (Foto: Martin Wolf)
  • Jedes Fach enthält mehrere Artikel - vom Akkuschrauber bis zur Zahnseide. (Foto: Martin Wolf)
  • Die verpackten Artikel werden vom Logistikdienstleister übernommen. (Foto: Martin Wolf)
  • Jedes Päckchen wird von Hand befüllt und versiegelt. (Foto: Martin Wolf)
  • Karsten Müller, Geschäftsführer Amazon Fulfillment Center Brieselang (Foto: Martin Wolf)
  • Amazons Standort Brieselang heißt nach dem nächstgelegenen Flughafen BER3 - nur gibt es den Flughafen noch gar nicht. (Foto: Martin Wolf)
Amazons Standort Brieselang heißt nach dem nächstgelegenen Flughafen BER3 - nur gibt es den Flughafen noch gar nicht. (Foto: Martin Wolf)

Allerdings streiten die Gewerkschaft und Amazon seit Jahren darüber, welcher Tarifvertrag für die Amazon-Mitarbeiter überhaupt gilt. Verdi fordert seit 2013 einen Tarifvertrag zu den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels, Amazon hält dagegen, dass für seine sogenannten Fullfilment-Center Tarife für die Logistikbranche gelten müssten - und der Konzern für diese Branche überdurchschnittlich gut zahle. Konkret bekommen Angestellte in Leipzig im ersten Jahr 10 Euro Stundenlohn, danach erhöhen sich die Bezüge jährlich auf bis zu 11,67 Euro. Bonuszahlungen und Aktienpakete sollen zusätzliche Anreize bieten.

Gewerkschaft fordert Zuverlässigkeit

Solche flexiblen Leistungen seien aber jederzeit rücknehmbar, kritisiert die Gewerkschaft. Man wünsche sich Zuverlässigkeit und eine berechenbare Grundlage für den Monatslohn jedes Mitarbeiters.

Auch die Spätschicht in Leipzig ist am Mittwoch zum spontanen Streiken aufgerufen, Verdi erwartet eine ähnlich hohe Beteiligung wie am Morgen. In Deutschland wird derzeit an den Amazon-Standorten Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg und Werne gestreikt. Der Konzern stellt momentan für das Weihnachtsgeschäft rund 10.000 Saisonarbeitskräfte ein.



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Wolfgang Höfft 01. Dez 2015

Das deutsche Recht kennt kein Streikrecht, sondern die Strafbarkeit des Streiks als...

Mixermachine 26. Nov 2015

Sehr gut. Dann bekommt jeder Lagerarbeiter der bei einem Versandhaus und nicht bei der...

dependent 26. Nov 2015

Man muss sich die Begründung mal auf der Zunge zergehen lassen. Ver.di möchte keinen...

dEEkAy 26. Nov 2015

mag sein, ja. interessiert mich aber nur herzlich wenig. wenn ich prime habe und mir...

Its_Me 25. Nov 2015

Amazon hat die Streiks vor Weihnachten doch längst eingeplant und entsprechend mehr Leute...


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