Verdi: Anti-Streik-Aktion bei Amazon könnte gesteuert sein

Verdi liegen Berichte vor, nach denen die Unterschriftensammlung bei Amazon gegen die Streiks gesteuert sein könnte. Rund zwei Drittel der Unterschriften seien unter Aufsicht des Managements eingeholt worden. Amazon verwahrt sich gegen diese Darstellung.

Artikel veröffentlicht am ,
Picking-Arbeitsplatz in Brieselang
Picking-Arbeitsplatz in Brieselang (Bild: Tobias Schwarz/Reuters)

Mehr als 1.000 Pro-Amazon-Unterschriften, dazu eine geplante T-Shirt-Aktion sind das bisherige Ergebnis der Gegenrichtung im aktuellen Tarifstreit bei Amazon. Dazu heißt es bei der Tageszeitung Weser-Kurier: "Vorstellbar, dass die Angestellten vor ihrer Aktion - wie von Verdi umgehend vermutet - vielleicht sogar von der Unternehmensführung unter Druck gesetzt wurden."

Stellenmarkt
  1. Referent PMO mit Fokus Terminplanung und Projektsteuerung (m/w/d)
    TenneT TSO GmbH, Bayreuth
  2. Full Stack Developer (m/w/d) im Bereich Java-Entwicklung
    SG Service IT GmbH, Osnabrück
Detailsuche

Auf die Frage von Golem.de, ob es Belege dafür gebe, sagte einer der Verdi-Streikführer: "Es ist zumindest nicht auszuschließen. Uns liegen diesbezüglich Berichte vor. Ich traue mich aber noch nicht zu behaupten, dass die Aktion von Amazon durch aktives Handeln gesteuert ist." Verdi berichtet bei Facebook, die Gewerkschaft habe erfahren, dass "diese Unterschriften beispielsweise in Leipzig", von wo rund zwei Drittel der Unterschriften stammten, "unter Aufsicht des Managements eingeholt wurden".

Nach einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung hatten 1.018 Beschäftigte der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld mit einer Unterschriftenaktion Ende Dezember erklärt, dass sie sich "distanzieren von den derzeitigen Zielen, Argumenten und Äußerungen der Verdi, die in der Öffentlichkeit über Amazon und damit über uns verbreitet werden". Die Mitarbeiter betonen, dass das von der Gewerkschaft erweckte "negative öffentliche Bild" sie "bis ins Privatleben" verfolge. Verdis Darstellungen entsprächen "nicht der Realität und nicht unserem täglichen Arbeitsleben", heißt es in dem Aufruf.

"Die Angabe von 1.000 sei derzeit nicht belegt", so der Verdi-Sprecher. "Sofern dies eine Eigeninitiative von Beschäftigten ist, ist das ein Ausdruck von Demokratie. Solange dies nicht zu Störungen des Betriebsfriedens führt, haben alle beteiligten Parteien dies auszuhalten."

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Amazon hatte schon am 27. Dezember 2013 in einer Pressemitteilung geschrieben: "Mittlerweile wehren sich auch Mitarbeiter gegen die aus ihrer Sicht falsche Darstellung des Unternehmens. Allein im Logistikzentrum Leipzig übergaben sie dem Management am Freitag vor Weihnachten über 700 Pro-Amazon-Unterschriften, gesammelt von der dortigen Belegschaft. Sie distanzieren sich damit von den Methoden der Gewerkschaft Verdi und schreiben: 'Wir arbeiten gern bei Amazon.' Das teils negative Bild, das über Amazon verbreitet werde, decke sich nicht 'mit dem Empfinden und der Einstellung vieler Mitarbeiter'. Auch andernorts hatten sich Mitarbeiter entsprechend zu Wort gemeldet, etwa in Zeitungsinterviews oder auf der Video-Plattform Youtube."

Die Streikenden und ihre Gewerkschaft wollen bei dem Internetversandhändler einen Tarifvertrag durchsetzen. Die Geschäftsführung bezeichnet Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels, aber deutlich über denen der Logistikbranche liegt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.

Rund 1.800 der 9.000 deutschen Amazon-Beschäftigten hätten sich an der aktuellen Streikserie beteiligt.

Nachtrag vom 7. Januar 2014, 17:30 Uhr

Amazon-Sprecherin Christine Höger sagte Golem.de: "Dies ist eine Initiative der Amazon-Mitarbeiter der Logistikzentren - das Management von Amazon hat keinerlei Einfluss genommen, und verwahrt sich gegen eine derartige Behauptung. Es ist respektlos zu behaupten, dass die mehr als 1.000 Mitarbeiter, die sich hier engagieren, keine eigene Meinung haben."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Blubb64 08. Jan 2014

Das ist deine persönliche Meinung, kein Fakt. Wieviel verdienst du jetzt? Wann hast du...

Peter2 08. Jan 2014

Jupp. TO ist vermulich Bezos persönlich ^^

Peter2 08. Jan 2014

Ach nee und wie versendet das tolle Amazon? Weil billiger ist meist per Hermes... oh oh...

Anonymer Nutzer 08. Jan 2014

Und du hast gleich gar keinen plan. Trollinger. Das bge soll ja JEDER bekommen. Und harz...

Speedy 2013 08. Jan 2014

Ich sage nur Verdi muss sich wieder etwas einfallen lassen. Armes Zeugnis für Verdi, sie...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Macbook Pro
Apple bestätigt High Power Mode für M1 Max

Käufer des Macbook Pro mit M1 Max können wohl in MacOS Monterey per Klick noch mehr Leistung aus dem Gerät herausholen.

Macbook Pro: Apple bestätigt High Power Mode für M1 Max
Artikel
  1. Bundesregierung: Autobahn App 2.0 im ersten Quartal 2022 geplant
    Bundesregierung
    Autobahn App 2.0 im ersten Quartal 2022 geplant

    Die Opposition kritisiert die massiven Kosten, Nutzer bewerten die App schlecht. Dennoch soll die Autobahn App nun erweitert werden.

  2. Klage: Google soll E-Privacy und Werbemarkt manipuliert haben
    Klage
    Google soll E-Privacy und Werbemarkt manipuliert haben

    Mehrere US-Bundesstaaten haben Klage gegen Google eingereicht. Das Unternehmen rühmt sich derweil, Regulierungen verlangsamt zu haben.

  3. Silence S04: Günstiges Elektroauto mit herausnehmbaren Akku vorgestellt
    Silence S04
    Günstiges Elektroauto mit herausnehmbaren Akku vorgestellt

    Beim Elektroauto Silence S04 kann der Nutzer den Akku selbst wechseln, wenn dieser leergefahren ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Gutscheinheft mit Direktabzügen und Zugaben • Nur noch heute: Mehrwertsteuer-Aktion bei MediaMarkt • Roccat Suora 43,99€ • Razer Goliathus Extended Chroma Mercury ab 26,99€ • Seagate SSDs & HDDs günstiger • Alternate (u. a. ASUS ROG Strix Z590-A Gaming WIFI 258€) [Werbung]
    •  /