Tarifrunde: Warnstreiks bei der Deutschen Telekom

In der laufenden Tarifrunde bei der Deutschen Telekom ruft Verdi die Beschäftigten zu ersten Warnstreiks auf. Das gab die Dienstleistungsgewerkschaft bekannt. In Bayern gab es Arbeitsniederlegungen beim Telekom-Kundenservice in Nürnberg und Schweinfurt. Wie Verdi Golem.de auf Anfrage mitteilte, fanden in weiteren Städten Streikaktion statt. In den kommenden Tagen sei mit weiteren Warnstreiks zu rechnen.
Verdi hat das Angebot der Arbeitgeberseite, die Löhne in zwei Schritten um 3 Prozent mit einer Laufzeit von zwei Jahren anzuheben, als "völlig unzureichend" zurückgewiesen. "Wir sind von einem Abschluss meilenweit entfernt" , sagte Verdi-Verhandlungsführer Michael Halberstadt(öffnet im neuen Fenster) . Verdi fordert eine Lohnsteigerung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine starke Anhebung der unteren Gehälter sowie den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen.
"Ein Konflikt mit der Belegschaft ist für einen reibungslosen Breitbandausbau nicht zielführend" , sagte Susanne Becker, Landesfachbereichsleiterin TK/IT Verdi Bayern.
Laut dem Vorschlag der Telekom sollen die Gehälter der tariflich Beschäftigten der Telekom Deutschland und der Konzernzentrale zunächst um 1,6 Prozent rückwirkend zum 1. Februar 2014 und zum 1. Februar 2015 um weitere 1,4 Prozent ansteigen.
Die dritte Runde der Tarifverhandlungen beginnt am 27. März 2014 in Hannover und ist für zwei Tage angesetzt. Zuvor waren die Verhandlungen für die rund 72.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Telekom und Telekom Deutschland vertagt worden.
Zudem beginnt die zweite Verhandlungsrunde für die rund 25.000 Tarifbeschäftigten von T-Systems.
Nachtrag vom 17. März 2014, 14:41 Uhr
Ein Telekom-Sprecher sagte Golem.de: "Das frühzeitige Angebot in der zweiten Runde bietet aus unserer Sicht eine gute Grundlage für eine faire Einigung am Verhandlungstisch. In der Tarifrunde 2012/2013 haben wir erst in der vierten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt. Allen Beteiligten ist klar, dass sich unser Unternehmen auch weiterhin in einem äußerst hart umkämpften Markt behaupten muss und unter starkem Kostendruck steht. Gleichzeitig berücksichtigt unser Angebot aber auch die Steigerung der Lebenshaltungskosten für unsere Beschäftigten. Wir nehmen aus der zweiten Verhandlungsrunde aber auch positive Signale mit. So haben beide Seiten ihre Absicht erklärt, gemeinsam am Verhandlungstisch zu einer Einigung zu kommen."



