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Tarifrunde: Telekom erzwingt Friedenspflicht gegen Warnstreik

Im Tarifkampf bei der Deutschen Telekom dürfen 16.500 Beschäftigte und Auszubildende nicht mehr streiken. Die Telekom hat die Schlichtung angerufen. Die Konzernführung erklärte, die Lohnforderungen seien nicht bezahlbar.
/ Achim Sawall
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Telekom-Tarifrunde (Bild: Verdi-Gruppe bei Facebook)
Telekom-Tarifrunde Bild: Verdi-Gruppe bei Facebook

Die Deutsche Telekom(öffnet im neuen Fenster) will eine Ausweitung der Warnstreiks verhindern und hat die Schlichtung angerufen. Der Konzern führt zurzeit parallel Tarifverhandlungen für die Deutsche Telekom AG und die Tochtergesellschaften Telekom Deutschland und T-Systems. Am 16. April 2012 waren 6.000 Beschäftigte dem Streikaufruf der Gewerkschaft gefolgt.

Verdi muss nun die Warnstreiks bei der Deutschen Telekom AG aussetzen, "um die Beschäftigten dieser Sparte und insbesondere die Auszubildenden nicht der Gefahr von juristischen Sanktionen auszusetzen" , erklärte Verdi. Der Arbeitgeber handle nach dem Motto 'teile und herrsche', um in den Tarifverhandlungen für die verschiedenen Sparten zu einem möglichst billigen Ergebnis zu kommen.

Bei der Deutschen Telekom AG verhandelt Verdi für rund 7.500 Beschäftigte und 9.000 Auszubildende. 68.500 Menschen sind bei der Telekom Deutschland, einschließlich der Servicesparte, sowie bei T-Systems beschäftigt.

Verdi-Sprecher Jan Jurczyk sagte Golem.de: "Die Anrufung der Schlichtung zwingt die Beschäftigten bei der Deutsche Telekom AG in die Friedenspflicht, nicht aber bei den anderen beiden Sparten." Dort werde der Streik fortgesetzt. "Wenn die Verhandlungen nach der Schlichtung gescheitert sind, endet die Friedenspflicht und es kann gestreikt werden" , betonte Jurczyk.

Die geforderten Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent würden sich bezogen auf rund 85.000 Beschäftigte in Deutschland auf annähernd 500 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr addieren, erklärte die Konzernführung. "Diese Forderungen sind weder begründbar noch vertretbar." Bei der Telekom seien notwendige weitreichende Umstrukturierungen und Kosteneinsparungen beschlossen.

"Unter dem massiven Wettbewerbsdruck sind die gegenwärtigen Kosten der Telekom-Zentrale, insbesondere ihrer Servicebereiche angesichts anhaltender Regulierung und zunehmendem Preisverfall für Telekommunikations-Dienstleistungen nicht mehr zu verrechnen" , so ein Unternehmenssprecher.


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