Tankrabatt: Schluss mit guten Ideen, schnelle Lösungen braucht das Land
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Zur Debatte um hohe Energiekosten, vor allem in Form der derzeit hohen Spritpreise, gab es bereits eine Vielzahl kluger, problemorientierter Wortmeldungen. Das Ariadne-Projekt(öffnet im neuen Fenster) des Bundesforschungsministeriums zum Beispiel warnt davor, in fossile Energiepreise einzugreifen, weil dann Verbrauch und bestehende Knappheit entkoppelt werden.
Expertenmeinungen(öffnet im neuen Fenster) zur aktuellen Energiekrise gibt es zuhauf – und dazu noch einen reichen Erfahrungsschatz. Denn die vorherige Energiekrise liegt keine vier Jahre zurück. Insbesondere die FDP, die Älteren erinnern sich, hatte in der damaligen Bundesregierung auf einem sogenannten Tankrabatt bestanden. Um 35 Cent wurde der Liter Benzin damals günstiger, wovon immerhin 71 Prozent an die Verbraucher weitergegeben wurden.
Der Effekt blieb dennoch überschaubar und die eigentliche Ursache, die hohe Exportabhängigkeit in Kombination mit mangelnder Effizienzsteigerung, konnte die Maßnahme natürlich nicht abmildern.
Jetzt soll also helfen: ein Tankrabatt. Um 17 Cent pro Liter soll eine Senkung der Mineralölsteuer den Liter Benzin und Diesel verbilligen. Kostenpunkt: eine Milliarde Euro pro Monat.
Überschaubarer Nutzen, falsche Zielgruppe
Wie sich die Steuersenkung im eigenen Geldbeutel niederschlägt, lässt sich leicht berechnen. Bei 1.000 km Fahrleistung im Monat, was dem Durchschnitt in Deutschland entspräche und einem Arbeitsweg von 25 km pro Strecke gleichkäme, würde das Tanken etwa 12 Euro günstiger.
Entsprechend niedriger fällt die Einsparung aus, wenn dafür ein kleines und sparsames Auto genutzt und bereits jetzt weniger damit gefahren wird. Vielfahrer mit leistungsstarken Pkw werden mehr entlastet; aber das war hoffentlich nicht das Ansinnen der Politik.
Logistikunternehmen und Fahrdienst spüren die Senkung ebenfalls, hätten aber auf wesentlich gezieltere Art und Weise entlastet werden können. Stattdessen wird nur versucht, das ärgerliche Signal vor jeder Tankstelle, die leuchtend roten Zahlen, die für alle erkennbar nach oben gehen, zu senken.
Eine Entlastung für die Menschen, denen die Mehrkosten tatsächlich wehtun, sieht anders aus. Zumal es nicht lange dauern dürfte, bis die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen wegen erhöhter Energiekosten nachziehen.
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