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Taiwan: Student knackt Funksystem und stoppt mehrere High-Speed-Züge

Im April hat ein 23-Jähriger in Taiwan unbefugt vier High-Speed-Züge zum Stillstand gebracht. Er hat dafür mit Funkgeräten Tetra-Funksignale gefälscht.
/ Marc Stöckel
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Ein Student hat einigen Bahnreisenden in Taiwan mit Funktechnik Verspätungen beschert. (Bild: pixabay.com / JACLOU-DL)
Ein Student hat einigen Bahnreisenden in Taiwan mit Funktechnik Verspätungen beschert. Bild: pixabay.com / JACLOU-DL

Taiwanische Strafverfolger haben einen 23-jährigen Studenten verhaftet, weil er mithilfe eigener Funktechnik einen Alarm ausgelöst und dadurch mehrere Hochgeschwindigkeitszüge unerwartet zum Stillstand gebracht hat. Wie Bleeping Computer(öffnet im neuen Fenster) unter Verweis auf taiwanische Medien(öffnet im neuen Fenster) berichtet, griff der Beschuldigte dafür in das Tetra-Funksystem ein, welches von der betroffenen Bahngesellschaft genutzt wird.

Den Angaben zufolge löste der Student am 5. April über SDR-Technik (Software Defined Radio(öffnet im neuen Fenster)) und mehrere Handfunkgeräte einen "allgemeinen Alarm" mit hoher Priorität aus. Dadurch sollen bei vier Hochgeschwindigkeitszügen Notbremsvorgänge eingeleitet worden sein. Die Züge hielten an und verblieben für 48 Minuten an Ort und Stelle.

Den Angaben zufolge hatte der 23-Jährige vor dem eigentlichen Angriff mit seiner SDR-Ausrüstung zunächst legitime Tetra-Funksignale abgefangen und entschlüsselt. Ein 21-jähriger Komplize soll ihm zudem einige kritische Parameter zugespielt haben. Anschließend soll der Beschuldigte seine Funkgeräte so konfiguriert haben, dass diese das Notsignal aussenden konnten, welches die Züge zum Stillstand brachte.

Mehrjährige Haftstrafe erwartet

Die betroffenen Züge gehören alle zur THSR Corporation (Taiwan High Speed Rail(öffnet im neuen Fenster)) und sind für schnelle Reisen mit Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr ausgelegt. Über 80 Millionen Fahrgäste sollen jedes Jahr von den Beförderungsdiensten der THSR Gebrauch machen. Die zugehörige Bahnstrecke ist etwa 350 km lang, verbindet den Norden mit dem Süden Taiwans und führt entlang der Westküste des Landes.

Berichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) soll THSR nach dem unerwarteten Stopp der vier High-Speed-Züge Untersuchungen eingeleitet und dabei festgestellt haben, dass das Alarmsignal von einem geklonten Funksender ausgestrahlt wurde. Der Betreiber informierte daraufhin die Polizei, welche anschließend Tetra-Netzwerkprotokolle und Aufnahmen von Überwachungskameras auswertete.

Die Spuren führten die Polizei schließlich zu dem 23-jährigen Studenten. In seiner Wohnung fanden die Einsatzkräfte die SDR-Ausrüstung, elf Handfunkgeräte und einen Laptop. Der Verdächtige wurde daraufhin festgenommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Gegen eine Kaution von umgerechnet etwa 2.700 Euro ist der Student derzeit auf freiem Fuß. Sein Anwalt behauptete, das Notsignal sei "versehentlich" ausgelöst worden. Die Behörden fanden diese Argumentation aber wohl nicht sehr überzeugend.


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