''Wir werden Taiwan irgendwann um 2021 herum befreien''

Sie würde damit Forderungen nach einer Annexion der Insel erfüllen, die in der Volksrepublik derzeit immer offener geäußert werden. So erklärte der Chef des Pekinger Modern Think-Tank Forums, Li Su, Anfang August, dass China Taiwan "irgendwann um 2021 herum befreien" werde. Von der Äußerung des einflussreichen Hardliners berichteten die Washington Post und Der Spiegel.

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"Auch als die USA Chinas Aushänge-Smartphonehersteller Huawei durch schärfere Exportkontrollmaßnahmen im Sommer vom Zugang zu US-amerikanischer Chiptechnologie abschnitten, gab es in chinesischen Medien zahlreiche Berichte, die eine Annexion Taiwans forderten, um so Zugriff auf TSMC zu bekommen", ergänzt Jan-Peter Kleinhans, Programmdirektor "Technologie und Geopolitik" und Autor einer soeben bei der Stiftung Neue Verantwortung (SNV) erschienenen Studie zu diesem Thema.

China ist auf die Fertigungstechnologie von TSMC angewiesen

Mit einem Weltmarktanteil von rund 55 Prozent ist TSMC der größte Auftragsfertiger der Halbleiterindustrie. Auch chinesische Unternehmen sind auf seine Fertigungstechnologie angewiesen. So sollte TSMC ursprünglich Chips für die 5G-Geräte von Huawei herstellen. Nachdem die USA verboten, dem Telekommunikationsausrüster Chips zu liefern, die auf Produktionsanlagen US-amerikanischer Hersteller gefertigt werden, musste TSMC die Belieferung seines bis dahin zweitgrößten Kunden jedoch im September 2020 einstellen. Die Taiwaner haben Maschinen im Einsatz, die unter die Sanktion fallen.

Chinesische Halbleiterwerke wie die Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) können diesen Ausfall nicht auffangen. Denn während TSMC Chips mit Nodes von sieben Nanometer und kleiner produzieren kann, beherrscht SMIC nur die 14-Nanometer-DUV-Technologie. Damit liegen die Chinesen in der technologischen Entwicklung etwa vier Jahre zurück. Zwar können sie Chips wie den Kirin 710A für Kunden wie Huawei produzieren - nicht aber solche der neuesten Generation.

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Insgesamt können sie daher auch nur rund 15 Prozent der Halbleiternachfrage in der Volksrepublik bedienen, berichtet das auf die Halbleiterindustrie spezialisierte Marktforschungsunternehmen IC Insights. "All dies macht TSMC zu einem für die USA geopolitisch extrem wichtigen Unternehmen", erklärt Kleinhans. Und zu einem der wichtigsten Hebel im Handels- und Technologiekonflikt mit der Volksrepublik. Diese könnte daher versucht sein, die Auseinandersetzung durch einen Überfall auf Taiwan in ihrem Sinne zu entscheiden, wenn die außenpolitischen Rahmenbedingungen dies ermöglichen.

Experten erwarten eine Eskalation in den kommenden ein bis zwei Jahren

Selbst wenn die Situation noch nicht so schnell eskaliert, erwarten Taiwan-Experten wie Ian Easton vom US-amerikanischen Think Tank Project 2049 in den kommenden ein bis zwei Jahren eine schwere Krise. Auch der ehemalige Chef der Aufklärung der US-Flotte im Pazifik, James Farnell, erklärte in einer Reportage der Deutschen Welle, dass die Gefahr eines militärischen Konflikts um Taiwan in den zehn Jahren bis 2030 größer sein wird als jemals zuvor oder danach.

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 Taiwan: Risikogebiet für die HalbleiterindustrieHalbleiter-Lieferketten sind in Gefahr 
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NukeOperator 03. Nov 2020

EUV ist inzwischen der Bottleneck. siehe auch hier: https://forum.golem.de/kommentare...

NukeOperator 03. Nov 2020

Und selbst die suchen gerade Partnerschaften mit Synchrotronlichtquellen*, da sie mit...

Crass Spektakel 03. Nov 2020

So what? Dann fallen wir halt bei Mikroelektronik für ein paar Jahre um fünf Jahre...

Crass Spektakel 03. Nov 2020

Wo ist das Problem? Der Notstopfen-POTUS sagt zum Obergeneral "mach die PLA in Taiwan...

Crass Spektakel 03. Nov 2020

In Europa wird mehr Mikroelektronik gefertigt als in der USA oder China. Es wird...



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