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Taiwan-Konflikt: Drohnenschwärme sollen Taiwan verteidigen

Mit Tausenden Drohnen will ein US-Admiral eine mögliche chinesische Invasion Taiwans abwehren. Die Realität ist davon aber noch weit entfernt.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Soldat startet eine Switchblade-300-Drohne. 720 davon soll Taiwan erhalten. (Bild: U.S. Marine Corps/Cpl. Jennessa Davey)
Ein Soldat startet eine Switchblade-300-Drohne. 720 davon soll Taiwan erhalten. Bild: U.S. Marine Corps/Cpl. Jennessa Davey / CC0 1.0

Dass die Ukraine sich gegen die zahlenmäßig überlegene russische Armee behaupten kann, ist wesentlich dem Einsatz von Drohnen zu verdanken. Bei der aktuell laufenden Invasion der Region Kursk sollen sie ebenfalls eine zentrale Rolle spielen. Strategen des US-Verteidigungsministeriums wollen dieses Vorbild auf einen anderen möglichen Konflikt übertragen: eine Invasion Chinas in Taiwan.

Wie Wired berichtet(öffnet im neuen Fenster) , malte Admiral Samuel Paparo(öffnet im neuen Fenster) , Kommandeur des Indopazifikkommandos, das Bild, die Taiwanstraße "mit Drohnen zu fluten." Er wolle diese in eine "unbemannte Hölle" verwandeln und spielt dabei auf noch geheime Waffensysteme an. Eine zentrale Rolle spielen dabei Kooperation und Autonomie: So sollen kleinere Drohnen autonom nach Zielen für Raketen oder andere Drohnen suchen. Damit sollen eine Luftüberlegenheit sowie eine Landung des chinesischen Militärs zumindest deutlich verzögert werden – Paparo spricht von einem Monat.

Zwar verfügt das US-Militär seit Jahren über Drohnen, in der Vergangenheit setzte man aber in erster Linie auf große Modelle. Selbst kleine Modelle wie die Switchblade sind teuer, die Produktionskapazitäten vergleichsweise gering. Darüber, inwieweit Paparos Vorstellungen technisch umsetzbar sind, lässt sich nur spekulieren. Ein anderes Problem ist aber offensichtlich: Die USA können solche Drohnen aktuell gar nicht im benötigten Umfang herstellen.

Massenproduktion fehlt

Ein Grund für den erfolgreichen Drohneneinsatz auf Seiten der Ukraine ist deren schiere Anzahl. So sollen für 2024 eine Million der unbemannten Fluggeräte bestellt(öffnet im neuen Fenster) worden sein. Dabei setzt die Ukraine teils auf eigene Produktion , teils auf kommerzielle Modelle – und ständig neue Varianten .

Und genau hier sehen Militäranalysten die Schwachstelle der US-Strategie: Hier habe man sich zu sehr auf wenige große Zulieferer verlassen. Die USA seien daher aktuell nicht in der Lage, in großem Umfang Drohnen herzustellen. Zudem sind die US-Drohnen extrem teuer. Das zeigt auch ein kürzlicher Waffenverkauf an Taiwan: Der umfasst rund 1.000 Stück sogenannter Loitering-Munition ( 291 ALTIUS 600M-V(öffnet im neuen Fenster) und 720 Switchblade 300(öffnet im neuen Fenster) ). Kosten inklusive Kontrollsystemen: rund 360 Millionen US-Dollar.

Ändern sollen das Programme wie die Replicator Initiative(öffnet im neuen Fenster) . Sie soll autonome Drohnen für Wasser-, Land- und Lufteinsatz entwickeln. Hieran sollen auch Zulieferer abseits der großen Firmen wie Lockhead-Martin oder Raytheon beteiligt sein, was Entwicklungs- und Lieferzeiten reduzieren soll. Für ein anderes Problem muss sich allerdings noch eine Lösung finden: Komponenten für günstige Drohnen kommen bislang fast ausschließlich aus China.


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