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Taishan: Huawei kündigt globales Comeback bei Servern an

MWC 2026
US-Sanktionen zwangen Huawei zum Verkauf seiner x86-Serversparte. Mit der ARM -Architektur gibt es jetzt ein neues unabhängiges Angebot.
/ Achim Sawall
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Huawei Manager zeigt die neuen Server auf dem MWC 2026 (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Huawei Manager zeigt die neuen Server auf dem MWC 2026 Bild: Achim Sawall/Golem.de

Mit der Vorstellung der Taishan-Serie als global verfügbares Serverangebot für General Purpose-Computing hat Huawei auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seine Server-Rückkehr angekündigt. Basierend auf dem hauseigenen Kunpeng-Chipsatz präsentierte der Konzern am 2. März 2026 einen technologisch eigenständigen Computing-Stack, der auf der ARM-Architektur aufbaut und eine Alternative zu den etablierten x86-Plattformen bietet.

Das neue Angebot richtet sich an unterschiedliche Anwendungen: An der Spitze der Produktlinie steht der Taishan 950 Superpod, ein General-Purpose-Computing-Cluster, der als Alternative zu klassischen Mainframes und Midrange-Systemen konzipiert ist. Durch die Verknüpfung zahlreicher Kunpeng-Nodes bietet der Superpod eine massive Parallelisierung für transaktionale Datenbanken und Cloud-Infrastrukturen.

Zudem gibt es spezialisierte Servereinheiten für den breiten Enterprise-Einsatz. Der Taishan 20 richtet sich an Standard-Workloads in Rechenzentren, während der Taishan 500 für Edge-Computing-Szenarien entwickelt wurde.

Alles aus einem Guss?

OpenEuler, ein quelloffenes Betriebssystem, soll die Hardwareressourcen der ARM-Architektur nativ ausschöpfen. Innerhalb der Halbleiterstrategie Huaweis übernimmt die Kunpeng-Reihe die Rolle der primären Recheneinheit für allgemeine Anwendungen. Sie unterscheidet sich von der Ascend-Serie, die in den Atlas-Clustern für die Beschleunigung künstlicher Intelligenz (Training und Inferenz) zuständig ist.

Während die Kirin-Chips weiterhin das Fundament für Consumer-Endgeräte wie Smartphones bilden, ermöglichen Kunpeng und Ascend eine Zusammenarbeit in Rechenzentren.

US-Sanktionen zwangen zur Neuausrichtung der Serversparte

Diese Neuausrichtung markiere das Ende der Übergangsphase nach der Einstellung der x86-basierten Fusion-Server-Reihe, hieß es am Rande des MWC. Das ursprüngliche x86-Geschäft wurde wegen der US-Sanktionen gegen Huawei an externe Partner in China verkauft, welche die Produktlinie jedoch weiterführen.

"Im Vergleich zu den früheren Fusion-Server-Modellen zeichnen sich die neuen Taishan-Systeme durch eine höhere Kern-Dichte und eine verbesserte Energieeffizienz aus, da sie ohne die Abhängigkeit von US-Standardkomponenten direkt auf Huaweis eigene Silizium-Roadmap optimiert sind" , erklärte eine informierte Quelle.

Durch die weltweite Bereitstellung der Taishan- und Atlas-Systeme will Huawei sich als Anbieter eines eigenständigen Server-Technologie-Stacks darstellen, der auf der ARM-Architektur für CPUs und Huaweis proprietärere Da Vinci-Architektur für NPUs basiert.

Huawei will sich damit als globale Alternative zu US-Architekturen bei klassischem Computing sowie bei spezialisierten KI-Workloads zeigen. Dass Huawei seine Superpods nun auch außerhalb Chinas in den Vertrieb gibt, lässt darauf schließen, dass die Halbleiterfertigungskapazitäten in China in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren deutlich ausgeweitet wurden.

Durch die US-Sanktionen musste Huawei stärker mit dem chinesischen Staat zusammenarbeiten, der die neue nationale Prozessor- und Speicherbranche finanziert hat. Huawei bleibt dennoch ein privates Unternehmen in China. Milliarden-Subventionen an IT-Konzerne sind auch in westlichen Staaten üblich.

Offenlegung: Die Reisekosten nach Barcelona und die Übernachtungen wurden von Huawei übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.


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