Täuschung bei Prognoseplattform: Polymarket bezahlte Creators für gefälschte Videos
Eine Untersuchung des Wall Street Journals (WSJ)(öffnet im neuen Fenster) hat ergeben, dass die Prognosemarkt-Plattform Polymarket Social-Media-Creators dafür bezahlt, irreführende Inhalte zu veröffentlichen.
Diese Beiträge bewerben den Vorhersagemarkt auf Plattformen wie Tiktok. Von 1.105 untersuchten Tiktok-Videos zeigten 778 Beiträge Personen, die scheinbar eine Wette platzierten. Eine Analyse der Daten legte jedoch offen, dass keines dieser Videos die tatsächliche Website von Polymarket abbildete.
Stattdessen nutzten die Akteure simulierte Testseiten, die optisch wie das reale Angebot gestaltet waren, um Gewinne vorzutäuschen. Bei mehr als der Hälfte dieser Videos, die angeblich gewonnene Wetten präsentierten, handelte es sich dem Bericht zufolge aber um Verluste.
Das WSJ hatte für die Recherche mit Creators gesprochen, die direkt mit Polymarket zusammenarbeiteten. Zudem lagen dem Medium Materialien an die Ersteller vor, die dazu dienten, sicherzustellen, dass die Videos überzeugend und ansprechend wirken. Um die Reichweite der Clips künstlich zu steigern und eine virale Verbreitung zu erzielen, verpflichtete Polymarket laut dem Bericht zusätzlich ein Social-Media-Team für gezielte Reposts.
Vergütung und Verschleierung der Partnerschaften
Die Bezahlung für die Erstellung der Videos belief sich häufig auf 2.000 bis 3.000 US-Dollar pro Monat pro Creator. Insgesamt soll der Chief Marketing Officer von Polymarket über ein persönliches Paypal-Konto mehr als 2,5 Millionen Dollar an rund 800 Personen überwiesen haben(öffnet im neuen Fenster).
Dabei wies das Unternehmen die Werbepartner an, die Zahlung nicht offenzulegen. Erst als Journalisten des Wall Street Journals Fragen zu den Kooperationen stellten, fügten einige der Akteure Bezeichnungen wie @polymarket partner zu ihren Social-Media-Profilen hinzu.
Regulierungsbehörden greifen international ein
Regierungen weltweit versuchen, den Umgang mit Vorhersagemärkten zu regulieren. Im vergangenen Monat sperrte Minnesota als erster Bundesstaat in den USA diese Märkte komplett. Andere US-Bundesstaaten versuchten ebenfalls, vergleichbare Verbote durchzusetzen. Die Bemühungen wurden jedoch durch mehrere Klagen angefochten, was die rechtliche Umsetzung erschwert.
Auch außerhalb der USA greifen Behörden regulatorisch ein. Spanien blockierte im Mai den Zugang zu Polymarket und dem Mitbewerber Kalshi. Die spanische Regierung prüft aktuell, ob die Geschäftsmodelle der Plattformen gegen die bestehenden nationalen Glücksspielgesetze verstoßen. Während diese gesetzliche Prüfung andauert, bleibt der Zugriff auf die Vorhersagemärkte im Land gesperrt.
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