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TAE Technologies: US-Unternehmen kündigt Kernfusion für 2030 an

Löst TAE Technologies das globale Energieproblem? Bis Ende des Jahrzehnts will das Unternehmen einen kommerziell einsetzbaren Fusionsreaktor bauen, lange vor dem Iter .
/ Werner Pluta
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Der Testreaktor Norman von TAE erzeugt verlässlich ein stabiles Plasma bei über 50 Millionen Grad Celsius. (Bild: TAE Technologies)
Der Testreaktor Norman von TAE erzeugt verlässlich ein stabiles Plasma bei über 50 Millionen Grad Celsius. Bild: TAE Technologies

Das US-Unternehmen TAE Technologies hat es geschafft, in seinem Reaktor ein stabiles Plasma bei über 50 Millionen Grad Celsius zu erzeugen. Die Technik will TAE nach eigenen Angaben in wenigen Jahren zum kommerziellen Einsatz weiterentwickeln.

TAE setzt auf Wasserstoff und Bor als Brennstoff für seinen Fusionsreaktor Norman. Der ist zylindrisch, gut 24 Meter lang und hat einen Durchmesser von knapp 7 Metern. Darin erreicht TAE eine Temperatur von 50 Millionen Grad, bei der das Plasma entsteht. Das soll verlässlich gelingen: Das Unternehmen führt nach eigenen Angaben 600 Experimente pro Monat durch.

TAE baut einen neuen Reaktor

Aufgrund dieser Fortschritte hat TAE eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und 280 Millionen US-Dollar erhalten. Insgesamt haben Investoren dem Unternehmen 880 Millionen US-Dollar gegeben. Ein Teil des Geldes soll für den Bau eines neuen Reaktors eingesetzt werden.

Copernicus soll mit einem Plasma arbeiten, das weit über 100 Millionen Grad Celsius heiß ist. Bis Ende des Jahrzehnts könne die Technik "auf die Bedingungen skaliert werden, die für ein wirtschaftlich tragfähiges, kommerzielles Fusionskraftwerk erforderlich sind" , teilte TAE mit(öffnet im neuen Fenster) .

Kernfusionsreaktor von TAE Technologies
Kernfusionsreaktor von TAE Technologies (03:09)

Der Ansatz des Unternehmens unterscheidet sich von den bekannten Fusionsprojekten: Der europäische Fusionsreaktor Iter oder die Forschungsanlage Wendelstein 7-X nutzen runde Reaktorkammern und setzen als Brennstoff die Wasserstoffisotope Deuterium (D) und Tritium (T) ein.

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Bei der Kernfusion werden im Innern eines Sterns Isotope verschmolzen. Damit die Kerne fusionieren und sich nicht abstoßen, muss eine Plasma mit sehr hohen Temperaturen erzeugt werden. Kollidieren in dem Plasma Ionen, stoßen sie sich nicht gegenseitig ab, sondern verschmelzen. Dabei wird ein Neutron sowie viel Energie freigesetzt, die genutzt werden soll, um Strom zu erzeugen

TAE wurde 1998 gegründet, um das umzusetzen. 2015 gelang es dem Unternehmen, das damals noch Tri Alpha Energy hieß, erstmals, ein Plasma zu erzeugen . Google Research hat für TAE einen Algorithmus entwickelt , um die Plasma-Experimente zu beschleunigen.


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