TADF Technologie: Samsung kauft Cynora in Bruchsal und entlässt alle

Der Cynora-Chef wollte das deutsche Start-up zum Einhorn entwickeln. Nun wurden die Patente und die TADF-Technologie von Samsung für 300 Millionen Dollar gekauft und das Unternehmen zerschlagen.

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Das blaue Pulver
Das blaue Pulver (Bild: Cynora)

Samsung Display hat das deutsche Start-up Cynora für rund 300 Millionen US-Dollar gekauft. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Samsung erwarb nur das geistige Eigentum und die Technologie von Cynora, übernahm aber nicht die Entwickler und Ingenieure. Das in Bruchsal in Baden-Württemberg ansässige Unternehmen habe in den vergangenen Wochen im Rahmen der Transaktion bereits seinen Beschäftigten gekündigt, hieß es weiter. Cynora hat eine Anfrage von Golem.de nicht beantwortet.

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Das Unternehmen, gegründet von ehemaligen Mitarbeitern des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT), ist seit 2013 in Bruchsal ansässig und hatte rund 120 Mitarbeiter. Cynora entwickelte im Triwo-Technopark eine neue Art von organisch emittierenden Materialien für OLED-Displays auf Basis von TADF-Technologie (Thermisch aktivierte verzögerte Fluoreszenz). Mit dieser Technologie wollte man das erste hocheffiziente Blau emittierende Material auf den Markt bringen, um eine Reduzierung des Stromverbrauchs in den OLED-Bauteilen und eine höhere Display-Auflösung zu ermöglichen. Während die roten und grünen Pixel genügend Leuchtkraft abgeben, waren die blauen Partikel laut Angaben von Cynora im Jahr 2019 nicht genügend entwickelt. "Es gibt derzeit kein effizientes Blau", sagte Michael Bächle, Mitbegründer und Chief Operation Officer (COO) von Cynora. "Einen solchen Farbstoff herzustellen, ist schon lange ein Problem der Industrie", sagte er über effiziente blaue Emittier-Technologie.

Heute blau, und morgen blau, und übermorgen?

Im September 2017 hatten LG Display und Samsung Venture Investment bereits 25 Millionen Euro in einer Serie-B-Runde in das badische Unternehmen investiert. Die neuen Aktionäre schlossen sich damit den bestehenden Investoren, der Risikokapitalgesellschaft MIG, der Venture Capital Investor Wecken & Cie und der deutschen Förderbank KfW an. Geschäftsführer und Chief Operating Officer Gildas Sorin sagte laut Wirtschaftsförderung Bruchsal: "Wir wollen ein Unicorn werden" Unicorn nennt man in den USA Start-ups, die es an der Börse gleich auf eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde Dollar bringen.

Doch das war offenbar nicht erfolgreich, denn laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom Januar 2021 stand Cynora zum Verkauf.

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RecentlyRezzed 01. Jul 2022 / Themenstart

Ich nehme an, die Investoren wollten daher ihr Geld wiedersehen. Das Unternehmen konnte...

Eheran 30. Jun 2022 / Themenstart

Nein, das wäre es eine Firma die ein Nischenprodukt hat, also einzigartig ist.

Eheran 30. Jun 2022 / Themenstart

Schönes Beispiel. Mein Satz ist übrigens weniger "kompliziert".

6502 30. Jun 2022 / Themenstart

Nun ja, das war klar.... Die Facebook-Seite hat man vorsorglich auch schon gelöscht...

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