Ein einziger Chip für alle Varianten
Damit erstellte Prognosen sind üblicherweise sehr präzise und werden mit der Zeit auch immer besser, für die praktische Implementierung gibt es eigene Systeme. Folgerichtig bietet Tachyum einen FPGA-Emulator in zwei Ausführungen an: Einer ist für Soft-Cores gedacht, er simuliert mit vier Chips acht der Prodigy-Kerne, und einer stellt I/O wie DDR5 plus PCIe Gen3 als Erweiterung bereit.
Einen echten Prozessor hat Tachyum derweil noch nicht. "Wir erwarten das Tape-out in der zweiten Hälfte des dritten Quartals", sagt Danilak. Das entspricht ungefähr Mitte August 2022, wenn alles glattgeht. "Ja, das wird knapp - deshalb sagen wir, im Dezember soll das Sampling starten", fügt der CEO hinzu. Zwischen dem Tape-out und lauffähigen Chips vergehen mindestens vier Monate, die eigentliche Serienfertigung ist für das erste Halbjahr 2023 angesetzt.
Tachyum lässt ein einziges Design produzieren, der Chip ist Danilak zufolge kleiner als 500 mm² - die exakten Maße nannte er zwar, sie sollen jedoch vorerst nicht öffentlich gemacht werden. Als Foundry wurde TSMC beauftragt, das den Prodigy im N5P-Verfahren mit extrem ultravioletter Belichtung (EUV) herstellt. Alle Varianten des Chips basieren auf demselben Die, da Tachyum sich nicht den Luxus leistet, den T864 oder den T832 extra aufzulegen. Stattdessen handelt es sich um sogenannte Salvage-SKUs.
ARM, x86 und RISC-V per Übersetzungsschicht
Das bedeutet, dass ein großer Prodigy T16128 genommen wird, bei dem Funktionseinheiten fehlerhaft sind und diese abgeschaltet werden. So entsteht ein T864 oder ein T832, das Package ist für alle Varianten ohnehin identisch. Dieses Vorgehen ist völlig normal: AMD beispielsweise hat mit dem Epyc 72F3 eine CPU im Angebot, bei der zwar acht Chiplets vorhanden sind, pro Die aber nur einer von acht Kernen aktiv ist.
Weil die Kunden von Tachyum ihre Software erst für den Prodigy anpassen müssen, wird statt der nativen auch eine emulierte Ausführung unterstützt. Hierzu setzt das Unternehmen auf Qemu für die Binary-Translation, was laut Danilak allerdings mit einem Performance-Verlust von 30 bis 40 Prozent einhergeht. "Wir unterstützen GCC und Linux nativ, mittlerweile läuft auch FreeBSD", erläutert der CEO. Das sei wichtig für Apple, Google, Microsoft Azure sowie für Kunden in Asien.
Generell laufen Anwendungen wie Apache, MongoDB oder Python bereits nativ - Frameworks wie Pytorch und Tensorflow sind ebenfalls verfügbar. Ceph, Docker und LLVM stehen auf der Software-Roadmap, wobei Cepth schon zur Hälfte portiert sein soll. Einer der Partner ist das National Supercomputing Center (NSCC) der Slowakei, wo Tachyum einen Standort hat. Dort soll ein Supercomputer auf Basis des Prodigy T16128 entstehen, der 64 Exaflops an AI-Leistung bereitstellt.
Prodigy 2 bereits in Arbeit
Auch ein Nachfolger befindet sich in der Vorbereitung, wobei das Design als eines der Important Projects of Common European Interest (IPCEI) eingereicht wurde und bis zu 49 Millionen Euro an Fördergeldern erhalten könnte. "Wir planen mehr als die doppelte Performance bei gleicher Leistungsaufnahme und gleichen Kosten", sagt Danilak. Neben einer 3-nm-Fertigung bei höchstwahrscheinlich TSMC sind unter anderem mehr Kerne, mehr Speicherbandbreite, PCIe Gen6 und mehr Sockel vorgesehen.
Wir sind sehr gespannt, wie sich der laut Tachyum weltweit erste universale Prozessor in der Praxis schlägt, sobald erste Partner mit dem Wunderkind-Chip bemustert werden. Die versprochenen Eckdaten klingen fast schon zu gut, vor allem mit Blick auf das zu schaffende Ökosystem dahinter.
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VLIW ist nicht das Problem. EPIC ist das Problem. Beim Lesen des Artikels hab ich nur...
ügbar sein soll, ziemlich unglaubwürdig. Und? Muss denn eine andere Architektur emuliert...
Bis zu dem Punkt an dem klar wird, dass die größte Kiste Wasserkühlung braucht und 1KW...
Keine Ahnung. Aber Skyrim wurde garantiert schon portiert.