Tachyum Prodigy T16128: 128-Kern-5,7-GHz-Prozessor soll überall super sein

Mit dem Prodigy T16128 hat Tachyum einen Chip entwickelt, der aktuelle Designs von AMD, Intel und Nvidia zugleich schlagen soll.

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Der Prodigy T16128 wird als Universal Processor beschrieben.
Der Prodigy T16128 wird als Universal Processor beschrieben. (Bild: Tachyum)

Keine CPU, keine GPU, keine TPU - sehr wohl aber ein universeller Prozessor: Tachyum hat den Prodigy T16128 vorgestellt, einen für Supercomputer gedachten Chip. Die Slowaken sprechen von einer homogenen Architektur, welche HPC mitsamt Training und Inferencing für künstliche Intelligenz in einem einzigen Design vereinen soll.

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Die Performance-Angaben lesen sich dabei äußerst ambitioniert: Die Integer-Geschwindigkeit des Prodigy T16128 (PDF) soll dreimal so hoch liegen wie bei AMDs 64-kernigem Epyc 7763 (Milan) und viermal so hoch wie bei Intels 40-kernigem Xeon Platinum 8380 (Ice Lake SP). Die FP64-Leistung soll mit 90 Teraflops das Dreifache von Nvidias H100-Beschleuniger betragen und die mit FP8 gar das Sechsfache (12 Petaflops). Die Slowaken unterschlagen allerdings die Sparsity-Fähigkeit des Hopper-Modells.

Möglich wird die Geschwindigkeit des Prodigy laut Tachyum durch ein Out-of-Order-Design mit 5-nm-Fertigung, welches 128 Kerne mit eigener ISA aufweist. Jeder dieser selbst entwickelten 64-Bit-Cores integriert zwei äußerst breite 1.024-Bit-Vector-Einheiten und einen 4.096-Bit-Block für Matrix-Multiplikationen, der Takt liegt bei satten 5,7 GHz. Die L1-Caches fassen jeweils 64 KByte, der L2 und der L3 sollen 128 MByte an Daten puffern.

Extrem breites Speicherinterface für DDR5

Während AMD und Nvidia auf HBM-Stapelspeicher setzen, verwendet Tachyum ein gleich 16-kanaliges Interface für DDR5-7200-Speicher und bis zu 8 TByte RAM; selbst AMDs kommende Epyc 7004 (Genoa) haben nur zwölf Kanäle. Zur weiteren Ausstattung des Prodigy T16128 gehören 64 PCIe-Gen5-Lanes und die spannende Option, auch ARM-, RISC-V- und x86-Binaries per Übersetzungsschicht ausführen zu können.

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Neben dem Prodigy T16128 gibt es auch noch einen Prodigy T864 und einen Prodigy T832, beide haben acht DDR5-Kanäle und 32 PCIe-Gen5-Lanes. Das Prodigy-Design an sich ist nicht neu, Tachyum präsentierte es bereits 2018 - damals noch mit 7 nm und 64 Kernen. Vor allem handelte es sich um ein In-Order- statt ein OoO-Design, welches stark vom Compiler abhängig gewesen wäre; vermutlich hat Tachyum diese Idee beibehalten.

Ob es bereits Partner gibt, die planen, den Prodigy T16128 einzusetzen, sagte Tachyum nicht. Im späteren Jahresverlauf sollen erste Muster verteilt werden, das Tape-out und die initiale Fertigung der Prozessoren muss also schon erfolgt sein respektive bald starten. Im ersten Halbjahr 2023 soll die Serienproduktion der Chips beginnen.

Bereits im Januar 2022 teilten die Slowaken mit, dass im Rahmen der Important Projects of Common European Interest (IPCEI) schon der weiterentwickelte Prodigy 2 mit 3-nm-Technik für 2024 geplant sei.

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