Tablet-PC: Das klassische Convertible stirbt aus

Die Haswell-Generation der Notebooks ist da, doch wurde kein X240t angekündigt, kein XT4, und HPs Convertible Revolve geht viele Kompromisse ein. Die klassischen Tablet-PC-Convertibles mit stabilem, aber schwerem Drehgelenk werden durch Detachables und Flip-Konzepte ersetzt.

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Bisher ohne echten Nachfolger: HPs Elitebook 27x0p
Bisher ohne echten Nachfolger: HPs Elitebook 27x0p (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Klassische Tablet-PCs in der Convertible-Ausführung sind praktische Geräte. Sie haben eine vollständige Tastatur und in der Regel einen Digitizer für präzise Notizen und sind sehr robust. Dafür sind die Geräte teuer und das Drehgelenk ist meist für ziemlich viel Gewicht verantwortlich, schließlich muss es auch eine ruppige Handhabung überstehen. Das Notebook in ein Tablet zu verwandeln, ist kein Problem, und mit der entsprechenden Antennenkonstruktion ist auch Mobilfunk möglich. Die Ausstattung der teuren Geräte, die häufig bis zu 2.000 Euro kosten, ist komplett. Außerdem bieten die Hersteller meist einen sehr langen Ersatzteilsupport, lange Garantien zwischen 3 und 5 Jahren und Softwareunterstützung. Doch seit dem Aufkommen der einfachen Tablets, vor allem des iPads und der Android-Tablets, ziehen sich Hersteller zunehmend aus dem Segment zurück.

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Von den Herstellern, die das klassische Convertible mit wegdrehbarem Display anbieten, sind nur noch zwei übrig: Fujitsu und HP. Betrachtet man die besondere Ruggedized-Nische, gehören auch Panasonics Toughbook CF-19 und das CF-C2 dazu. Auch Getac hat noch ein robustes und für seine Klasse überraschend leichtes Convertible mit dem Getac V110. Das Haswell-Notebook wiegt gerade einmal 2 kg.

Das aktuelle T904 von Fujitsu konnten wir uns auf dem Fujitsu Forum genauer anschauen. Der japanische Hersteller, dessen Geräte teilweise sogar noch in Deutschland und Japan gefertigt werden, versucht tatsächlich, ein extrem leichtes Convertible mit Drehgelenk zu produzieren. Sogar der Platz für den verkleinerten Wacom-Stift ist vorhanden. Es wirkt aber etwas fragil. Normalerweise halten Convertibles auch mal einen physischen Absturz aus.

  • Die Netzwerkschnittstelle kommt ohne Dongle aus... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ...und kann praktischerweise eingeklappt und ins Gehäuse geschoben werden. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Lifebook T904 ist ein Ultrabook mit Dock-Anschluss und Wechselakku. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Gehäuse ist trotz Drehgelenks so dünn, dass gerade einmal der USB-Anschluss in die Basis passt. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unter dem USB-Anschluss ist der Smartcard-Reader. Hier ist das Display im Tablet-Modus auf der Basis. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Display spiegelt leider. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Lifebook T904 zusammengeklappt als Notebook (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Tasten unter dem Display sind nur im Tablet-Modus bedienbar. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Makroaufnahme des 13-Zoll-Igzo-Displays (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Stift bietet eine Kontexttaste und Druckempfindlichkeit. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Löschseite gibt es wegen der Sicherungsschnur nicht. Fujitsu konnte den verkleinerten Stift dafür trotzdem noch in das Gehäuse integrieren, so dass er nicht so leicht verloren geht. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Hintergrundbeleuchtung der Tastatur bietet Fujitsu im Lifebook auch an. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Die Netzwerkschnittstelle kommt ohne Dongle aus... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Diesen Kompromiss konnte HP nicht mehr eingehen. Das Revolve 810 ist zwar schick und weiter ein Convertible mit Drehgelenk, doch der Stift hat keine Priorität mehr. Im Vergleich zum Elitebook 27x0p ist das eine Verschlechterung. Es gibt keinen Platz mehr für den Stift, der damit zu einer lästigen Option wird. Zudem hat sich HP gegen Wacom entschieden und verbaut einen Digitizer von Atmel in der ersten Generation, der einige Nutzer enttäuschte.

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Für das Elitebook 27x0p, das auch wir im Einsatz haben, gibt es keinen adäquaten Nachfolger. Die zweite Generation Revolve G2 810 kommt gerade auf den Markt. Herauszufinden, was für ein Digitizer verwendet wird, war aber selbst uns nicht möglich. Der neue Digitizer des G2 ist inkompatibel mit dem Digitizer des G1-Modells. Für eine eigentlich konservativ gestaltete Geschäftskundenserie ein sehr ungewöhnlicher Schritt. HP erklärte uns auf Nachfrage nach einer Woche nur, dass dieser Digitizer nicht von Atmel stammt. Auf nochmalige Nachfrage hin konnte HP eine Woche darauf weiter nicht beantworten, wessen Digitizer eigentlich verbaut wurde. Wer ihn nun produziert, ist damit weiterhin unklar.

Bei Lenovo wird es kein Thinkpad X240t geben. Das X240 wird als Clamshell alleine bleiben. Produkte wie das Helix (Detachable mit LTE), Yoga (mit Digitizer) oder Twist (mit Drehgelenk, Einstieg) lösen dieses professionelle Convertible gemeinsam ab. Es gibt keine Nachfrage mehr, wie uns Lenovo erklärte.

Auch Dell hat sich aus dem Bereich fast zurückgezogen. Dass Dell einen Nachfolger für das XT3, das wir genauso wie den Latitude XT2 getestet haben, veröffentlichen wird, darf bezweifelt werden. Auf Nachfrage wollte Dell keine weitere Auskunft zur Zukunft des Convertibles geben, von dem es bisher kein Haswell-Modell gibt.

Damit gab es durch das Aufkommen der Tablets nicht etwa einen Schub für professionelle Tablets. Tablet-PCs, die alles bieten - einen Stift, ein Mobilfunkmodem, Stabilität, Geschäftskundenfunktionen -, verschwinden nach und nach. Sie werden Nischengeräte, die sich selbst im Projektgeschäft nicht mehr lohnen. Die Zukunft liegt in einfachen und leichten Tablets oder 2-in-1-Geräten, dazu gehören auch Detachables und Klappnotebooks, bei denen die Tastatur auf der Rückseite deaktiviert wird. Ohne Kompromisse ist das mit einer Drehgelenkkonstruktion offenbar nicht mehr lohnenswert.

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