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T-Systems und IQM: Europäischer Quantencomputer kommt in die Cloud

Einen Quantencomputer testen, ohne den gleich zu kaufen - das will T-Systems ermöglichen. Die Kooperation mit IQM ist nicht die erste.
/ Johannes Hiltscher
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IQM baut supraleitende Quantencomputer. So sehen sie innen aus. (Bild: IQM)
IQM baut supraleitende Quantencomputer. So sehen sie innen aus. Bild: IQM

Quantencomputer sind die Zukunft - davon ist man auch bei T-Systems überzeugt. Zwar schlägt aktuell noch kein System einen normalen Computer. Dennoch kann es für Unternehmen lohnend sein, sich bereits mit der Technologie vertraut zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Damit diese nicht gleich ein eigenes System kaufen müssen, bietet T-Systems demnächst einen Cloud-Zugang zu den Systemen von IQM(öffnet im neuen Fenster) an.

Das in Finnland als Ausgründung der Universität Aalto gestartete Unternehmen hat mittlerweile Büros in ganz Europa, unter anderem in München. IQM beschreibt sich selbstbewusst als führender Hersteller von Quantencomputern in Europa. 2021 stellte das Unternehmen den ersten 5-Qubit-Quantencomputer beim finnischen Forschungszentrum VTT fertig(öffnet im neuen Fenster) , dort entsteht aktuell auch der Nachfolger mit 54 Qubits. IQM nutzt eine selbst entwickelte, Unimon getaufte Qubit-Struktur(öffnet im neuen Fenster) . Die besteht neben einem Josephson-Übergang aus einem Resonator, IQM will damit eine höhere Güte(öffnet im neuen Fenster) erreichen als die gebräuchlichen Transmons(öffnet im neuen Fenster) .

Neben den Unimons, von denen sich IQM weniger Aufwand für die Fehlerkorrektur verspricht, sollen die eigenen Quantenprozessoren schneller sein als die Konkurrenz. Möglich soll dies eine eigene Signalverarbeitung mit enger Verzahnung von Analog- und Digitaltechnik machen.

Quanten-Cloud umfasst bereits IBM

Bereits seit März 2023(öffnet im neuen Fenster) können Kunden von T-Systems über die Cloud Systeme mit IBMs Quantenprozessor Eagle und 127 Qubits nutzen. Dazu bietet T-Systems auch Schulungen zur Arbeit mit Quantencomputern an - von der eintägigen Einführung bis zur mehrmonatigen Begleitung in der Entwicklung von Business Cases.

Bislang haben IQM und T-Systems lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet, einen Starttermin für das Cloud-Angebot gibt es noch nicht. Laut IQM werden zunächst die aktuellen Systeme mit 5 und 20 Qubits angeboten, der 54-Qubit-Prozessor soll Anfang 2024 fertig sein. Auch ein Nachfolger mit über 100 Qubits soll bereits in Arbeit sein, über das Cloud-Angebot von T-Systems sollen Kunden stets Zugriff auf die neuesten Systeme haben.


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