T-Mobile US: Telekom-Tochter könnte Frontier Communications kaufen
Die Großaktionäre des Festnetzbetreibers Frontier Communications wollen ihre Anteile verkaufen. T-Mobile US soll im Hintergrund dabei sein und plant selbst die Übernahme.
T-Mobile US soll planen, den Glasfasernetzbetreiber Frontier Communications zu kaufen. Das berichtet das Fachmagazin Light Reading unter Berufung auf Finanzanalysten von Wells Fargo. "T-Mobile ist aus unserer Sicht der logischste Kommunikationspartner", schrieben die Analysten in einer Mitteilung an Aktionäre. "Wir stellen fest, dass T-Mobile eine sich beschleunigende FCF-Story (freier Cashflow) und eine solide Bilanz vorweisen kann und sich im vergangenen Jahr mit kleinen Pilotprojekten zu FTTH (Fiber to the Home) beschäftigt hat."
Die Investmentfirma Jana Partners hatte sich laut einem Bericht von Reuters an Frontier beteiligt und drängt das Unternehmen nun zum Verkauf. Laut Reuters soll "ein großes Kommunikationsunternehmen" bei diesem Vorhaben mit Jana Partners zusammenarbeiten. Die Finanzanalysten von Wells Fargo gehen davon aus, dass es sich bei dem namentlich nicht genannten Unternehmen wahrscheinlich um T-Mobile US handelt.
Frontier aus Norwalk im US-Bundesstaat Connecticut ist der drittgrößte Glasfasernetzbetreiber der USA. Chief Executive Officer ist Nicholas Simon Jeffery, 15.600 Beschäftigte sind für Frontier tätig. Glasfaser ist derzeit in 15 Bundesstaaten verfügbar, wobei die Verfügbarkeit weitgehend auf Ballungsräume beschränkt ist. Für Privatkunden bietet Frontier 5 GBit/s im Download und im Upload.
T-Mobile US braucht Glasfaser
Im Oktober 2023 hatte Frontier Communications eine Marktkapitalisierung von 4,16 Milliarden US-Dollar. Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtmarktwert der ausstehenden Aktien eines börsennotierten Unternehmens. Im Jahr 2022 betrug der Umsatz 6,4 Milliarden US-Dollar. Jana Partners will wegen des fallenden Kurses der Aktie von Frontier das Unternehmen verkaufen. Ein weiterer Großanleger will seine Anteile abstoßen.
Der aktivistische Investor Jana Partners fordert den Breitbandanbieter zum Verkauf auf. Die niedrige Bewertung und die starke Position von Frontier im Glasfasersektor würden das Unternehmen zu einem attraktiven Vermögenswert für Mobilfunkbetreiber und Private-Equity-Fonds machen, sagte Janas geschäftsführender Gesellschafter Scott Ostfeld. Ein großes Kommunikationsunternehmen habe sich bei dieser Idee mit Jana zusammengetan und investiere gemeinsam, sagte Ostfeld laut Reuters auf dem 13D Monitor Active-Passive Investor Summit. Auf Nachfrage nannte er den Namen des Partners nicht.
T-Mobile US, der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber des Landes, besitzt im Gegensatz zu den Konkurrenten AT&T und Verizon Communications kein Glasfasernetz und muss Backhaul-Kapazitäten für seine Mobilfunkanlagen anmieten. T-Mobile US startete im Jahr 2021 ein Fiber-to-the-Home-Pilotprogramm in Teilen von New York City. T-Mobile US testet FTTH in ausgewählten Wohngebäuden in Manhattan und bietet Upload- und Download von 940 MBit/s zusammen mit einem Wi-Fi-6-Router. Bei dem "sehr begrenzten Pilotprojekt" verwendet T-Mobile US das Netz eines anderen Betreibers. Auch in Colorado gab es ein solches Pilotprogramm.
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