T-Labs: Telekom will Quantenteleportation in Berlin erreicht haben
T-Labs, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Deutschen Telekom, und Qunnect wollen Quantenteleportation über ein kommerzielles Netz in Berlin im Januar 2026 erfolgreich demonstriert haben. Das hat die Telekom am 19. Februar 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) . Die Quantenteleportation soll über 30 Kilometer kommerziell genutztes Glasfaserkabel gelaufen sein(öffnet im neuen Fenster) .
Das Experiment wurde mit der Verteilungshardware für Quantenverschränkung von Qunnect und der Berliner Quanteninfrastruktur der Telekom durchgeführt. Es sei der erste praktische Test der Kernkomponenten gewesen.
Abdu Mudesir, Telekom-Vorstand Product and Technology, sagte: "In Berlin haben wir jetzt bewiesen, dass sich Quanteninformationen über 30 Kilometer kommerzielle Telekom-Glasfaser außerhalb eines Laborsübertragen lassen – parallel zum regulären Datenverkehr und mit einer hohen durchschnittlichen Genauigkeit von 90 Prozent."
Die Carina-Plattform von Qunnect integriert einen Verschränkungsgenerator, der Paare von quantenverschränkten Photonen für die Verteilung über Glasfaser erzeugt. Gleichzeitig wird eine Komponente für einen Polarisationsausgleich verwendet, die umweltbedingte Störungen in unterirdischen und oberirdischen Fasern ausgleichen soll, um Quantenbits zwischen Netzknoten zu transportieren. Die Teleportation wird bei einer Wellenlänge von 795 Nanometern durchgeführt.
2022 war keine praktische Anwendung in Sicht
Durch Quantenverschränkung kann der Zustand eines QBits allein durch eine Messung auf ein anderes übertragen werden. Diese sogenannte Quantenteleportation ermöglicht den Datenaustausch zwischen zwei Quantencomputern, war bislang aber nur mit direkter Verbindung möglich.
Hierbei muss kein Quantenzustand übertragen werden. Stattdessen wird lediglich das Ergebnis der Messung des Bell-Zustands gesendet. Das kann digital codiert werden.
Im Juni 2022 gelang einer zur TU Delft gehörenden Forschungsgruppe des Instituts QuTech die Teleportation über einen Zwischenknoten. Laut eines Berichts bei Golem war damit noch keine praktische Anwendung in Sicht.
"Allerdings ist die Übertragung von QBits über eine Zwischenstation ein wichtiger Schritt, um Quantencomputer zu vernetzen. Große Entfernungen sind mit direkter Verbindung kaum zu überbrücken, Zwischenstationen also unumgänglich" , heißt es darin.
Das Besondere bei der Telekom ist, dass sie keine spezielle Glasfaser nutzte, um das zu demonstrieren. Damit ist es schon wesentlich praxisnäher als das, was die TU Delft gezeigt hatte. Wenn es eine Faser nur für den Austausch der verschränkten Photonen gibt, entstehen weniger Interferenzen. Damit lässt sich eine bessere Fidelity erreichen.
Allerdings hatten sie in Berlin keinen Repeater. Nutzen könnte man ein solches Quantennetzwerk außer zum Datenaustausch zwischen Quantencomputern auch für den Schlüsseltausch für Quantenkryptographie. China Telecom bietet das angeblich schon an.
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