Systemüberlastung: Bei vielen blieb es am Warntag ruhig
Der erste bundesdeutsche Warntag nach der Wiedervereinigung war in vielen Gegenden Deutschland eine eher ruhige Angelegenheit. Dabei war das Problem etwa in Berlin nicht nur, dass es seit 20 Jahren keine Sirenen mehr gibt, sondern dass bei vielen Bewohnern keine Warnungen per App angekommen sind – oder nur verspätet.
Wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) mitteilt, konnten die Meldungen nur verspätet zugestellt werden, da es zu einer "nicht vorhergesehenen zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über Mowas" kam. Mowas steht für "Modulares Warnsystem" und beschreibt die Warninfrastruktur des Bundes, die unter anderem via Satellit Warnungen an verschiedene Endgeräte übermittelt.
Zu diesen zählen neben Radio und Fernsehen auch Mobilfunk-Apps wie Nina und Katwarn. Wie zahlreiche Nutzer auf Twitter berichten, kam es aber dort nicht wie geplant um 11 Uhr vormittags zu einer Meldung – zumindest nicht als Push-Mitteilung. Wie Andreas Bogk(öffnet im neuen Fenster) berichtet, hat die Nina-App den Alarm registriert, ihn aber nicht gemeldet. Bei manchen kam der Alarm gut eine halbe Stunde zu spät, was im Ernstfall dramatische Konsequenzen haben könnte.
Zu viele Köche verderben den Warn-Brei
Wie die Tagesschau berichtet(öffnet im neuen Fenster), sollte ursprünglich eine Auslösung allein durch den Bund erfolgen und nicht auch durch Länder und Kommunen. Dies hat das System offenbar überlastet, was das BBK zum Anlass nehmen will, das System für die Zukunft zu verbessern. Bei Twitter sorgt die Überlastung für reichlich(öffnet im neuen Fenster) Spott(öffnet im neuen Fenster).
Die Warnung durch Sirenen hingegen hat vielerorts in Deutschland besser funktioniert. Der Warntag soll ab kommendem Jahr jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September stattfinden. Die Möglichkeit des Cell Broadcast(öffnet im neuen Fenster) wie in den Niederlanden oder den USA wird in Deutschland nicht verwendet.
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