Systemd-Konferenz: "Kdbus ist nicht tot"
Seit mehr als zwei Jahren arbeiten Linux-Hacker und das Systemd-Team mit Kdbus an der Umsetzung einer Interprozesskommunikation (IPC) auf Kernel-Ebene, die eine Art Nachbau der bisherigen D-Bus-Funktionalität ist. Systemd-Gründer Lennart Poettering hat die Entwicklung dieser Technik auf der Systemd-Konferenz als "nicht gerade eine Erfolgsgeschichte" beschrieben, was wohl vor allem an der Kritik aus der Kernel-Community liegt. Doch Poettering sagte ebenso deutlich: "Kdbus ist nicht tot" .
Das Vorhandensein der IPC im Kernel sei notwendig, etwa um bereits früh im Bootprozess darüber kommunizieren zu können. Das müssten Werkzeuge wie Networkd nutzen können. Doch trotz dieser wiederholten deutlichen Aussagen zur Notwendigkeit von Kdbus, bat das Systemd-Team(öffnet im neuen Fenster) vor zwei Wochen darum, dass das Kdbus-Modul aus dem Kernel von Fedoras Entwicklungszweig Rawhide entfernt werde. Dies erscheint wie ein herber Rückschritt. Hatte das Team doch erst in diesem Sommer einen großflächigen Testeinsatz des Moduls empfohlen.
Kdbus wird umgebaut
Tatsächlich ist dies jedoch nur ein strategischer "Schritt zurück". Denn Poettering zufolge startet des Team gerade mit größeren Umbauarbeiten an Kdbus. So werde derzeit noch sehr viel der Kompatibilität zu dem klassischen D-Bus im Kernel umgesetzt. Künftig werde dies wohl ausgelagert, so solle etwa die Semantik im Userspace implementiert werden. Noch sei aber nicht klar, wie viel des Codes letztlich geändert werde, da die Arbeiten daran noch laufen.
Im Gespräch mit Golem.de bestätigte Poettering, dass mit den Umbauarbeiten auch auf einen Teil der Kritik aus der Kernel-Community eingegangen werden soll. Die Arbeiten könnten zu einer eher generischen IPC führen. Vermutlich hat die Technik damit auch größere Chancen, mittelfristig doch noch im Linux-Kernel aufgenommen zu werden.
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