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Systemd: Debian entscheidet erneut über Init-Systeme

Nach einer Entscheidung des technischen Komitees stand die Verwendung von Systemd in Debian eigentlich fest. Eine Abstimmung aller Entwickler wenige Wochen vor dem Freeze von Debian Jessie könnte das nun aber ändern.
/ Sebastian Grüner
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Die Init-Diskussion in Debian wird fortgeführt. (Bild: Debian)
Die Init-Diskussion in Debian wird fortgeführt. Bild: Debian

Ian Jackson, langjähriger Debian-Entwickler und Mitglied im technischen Komitee (CTTE) der Distribution, hinterfragt erneut die Verwendung von Systemd als Init-System in Debian. Jackson forderte deshalb eine General Resolution (GR)(öffnet im neuen Fenster), eine Art Urabstimmung unter allen Debian-Mitgliedern. Sein Vorschlag fand innerhalb weniger Stunden(öffnet im neuen Fenster) die notwendige Anzahl von Unterstützern, so dass über die GR nach einer zweiwöchigen Diskussionsphase abgestimmt werden muss.

Dem eingereichten Wortlaut zufolge wird allerdings nicht Systemd als solches in Frage gestellt. Vielmehr solle eine technische Richtlinie festgelegt werden, die verhindern soll, dass Anwendungen in Debian – außer in begründeten Einzelfällen – Abhängigkeiten zu einem bestimmten Init-System aufweisen. Damit soll ein Lock-In verhindert und die Möglichkeit, das Init-System zukünftig eventuell auszutauschen, erhalten werden.

Der zweite Versuch

Nach einer langwierigen Diskussion hatte sich das CTTE im Februar dieses Jahres(öffnet im neuen Fenster) zwar für Systemd entschieden. Da die Stimmabgabe jedoch in einer Pattsituation endete, zählte letztlich die Stimme des Vorsitzenden Bdale Garbee, der Systemd unterstützt. Garbee wies klar darauf hin, dass eine GR diese Entscheidung überstimmen könnte, sofern diese vor der Veröffentlichung von Debian Jessie geschehe. Bereits im März(öffnet im neuen Fenster) ist ein derartiger Versuch von Matthew Vernon unternommen worden, der aber scheiterte(öffnet im neuen Fenster), da sich in dem von Vernon vorgegebenen Zeitraum zu wenige Unterstützer fanden.

Jackson hat nun erneut die GR von Vernon eingebracht und begründet dies mit den Einwicklungen seit März, die die Stichhaltigkeit der dort geäußerten Kritik zeigten. Jackson glaubt aber nicht, dass eine wirkliche Diskussion nötig sei, immerhin seien die Argumente oft ausgetauscht worden. Deshalb hofft er auf eine schnelle Entscheidung durch die Abstimmung.

Der Zeitpunkt dafür ist wohl aber eher ungünstig. Das schreiben zumindest einige Beteiligte, darunter auch der ehemalige Projektleiter Stefano Zacchiroli(öffnet im neuen Fenster). Denn der Freeze für das kommende Debian Jessie, also der Zeitpunkt, ab dem nur noch Fehler behoben werden dürfen, ist am 5. November. Ob die Veröffentlichung wegen des Ergebnisses der GR verschoben werden muss, ist Jackson dabei egal(öffnet im neuen Fenster), da diese Entscheidung dem Release-Team obliegt. Er wäre nur "sehr unglücklich darüber, wenn wir die Möglichkeit der Menschen, zwischen Init-Systemen zu wählen, zugunsten des Zeitplans für die Veröffentlichung verwerfen".


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