Abo
  • Services:

Systemanalyse: Wie Dtrace auf Linux kommen könnte

Ohne große Ankündigung hat Oracle die Lizenz von Dtrace geändert. Das von Sun übernommene Werkzeug könnte so theoretisch in den Hauptzweig von Linux eingepflegt werden. Besonders wahrscheinlich ist das aber eher nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Tracing-Funktionen von Linux sind sehr weit ausgereift.
Die Tracing-Funktionen von Linux sind sehr weit ausgereift. (Bild: Brendan Gregg, BCC)

Schon vor rund einem halben Jahr hat Oracle die Lizenz des Kernel-Moduls für das Analysewerkzeug Dtrace unter die GPLv2 gestellt. Das schreibt der bei Red Hat angestellte Linux-Entwickler Mark Wielaard in seinem Blog. Er zeigt sich dabei ebenso überrascht wie ein Großteil der Community, da diese Änderung ohne große Ankündigung durchgeführt worden ist. Welche Auswirkungen der Lizenzwechsel haben wird, ist derzeit zwar noch nicht absehbar, der Schritt kommt aber wohl zu spät.

Stellenmarkt
  1. Veridos GmbH, München
  2. T-Systems Multimedia Solutions GmbH, Berlin, Dresden, Jena, Leipzig oder Rostock

Mit der Übernahme von Sun hat Oracle nicht nur die Technik für das Betriebssystem Solaris erhalten, sondern auch daraus hervorgegangene Techniken wie das fortschrittliche Dateisystem ZFS oder eben das Analysewerkzeug Dtrace. Diese standen bisher unter der CDDL und waren damit nicht zur GPLv2 kompatibel, weshalb Dtrace nicht direkt in den Hauptzweig des Linux-Kernel eingepflegt werden konnte, der unter GPLv2 steht. Mit dem Lizenzwechsel ist dies nun zumindest theoretisch doch möglich.

Oracle hat dies für seine Enterprise-Linux-Distribution offenbar bereits umgesetzt, Dtrace also in den dort verwendeten Kernel integriert und pflegt sogar ein Repository des Kernel-Moduls mit Portierungen auf Basis der aktuellen Upstream-Version von Linux.

Dtrace-Integration nicht entschieden

Wielaard beschreibt das Vorgehen von Oracle als "richtig" und bedankt sich auch für diesen Schritt. Der Entwickler, der unter anderem an dem Analysewerkzeug Systemtap arbeitet, gibt aber auch zu bedenken, dass für eine "richtige Integration" viel Arbeit zu tun sei. Darüber hinaus gebe es wohl viele technischen Hürden zu überwinden, die Kollaboration daran könnte nun aber beginnen.

In der Community herrscht aber bei weitem keine Einigkeit zu dem Vorgehen über die mögliche Integration von Dtrace. Der langjährige ehemalige Sun- und Oracle-Angestellte Brendan Gregg, der nun bei Netflix arbeitet, weist etwa darauf hin, dass die Relizenzierung aus seiner Sicht Jahre zu spät komme. So habe der Linux-Kernel mit eBPF inzwischen deutlich mehr Funktionen, als Dtrace sie biete, und der mögliche Wechsel auf Dtrace sei gar ein Rückschritt.

Der Analysespezialist Gregg hat dies bereits im Herbst 2016 in seinem Blog detailliert beschrieben. Der nun unter GPL stehende Code von Dtrace sei also nicht mehr notwendig, das Userspace Frontend dagegen schon, schreibt Gregg. Er gehe davon aus, dass es Ende 2018 eine funktionierende Portierung der Dtrace-Anwendung zum Ausführen der sogenannten D-Skripte geben werde. Diese werde wohl aber bereits bestehende Funktionen wie eBPF sowie die dafür entstandene Compiler-Sammlung BCC als Backend nutzen.

Ob sich Gregg mit dieser Einschätzung durchsetzen wird oder Dtrace vielleicht doch ohne größere Anpassungen in Linux integriert wird, muss sich noch zeigen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,67€
  2. 4,99€
  3. 4,99€

bstea 16. Feb 2018

Wenn seine Lizenz mit so ziemlich jeder Lizenz ob nun Open Source oder Freier Software...


Folgen Sie uns
       


Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert

Sailfish OS gibt es als Sailfish X auch für einige Xperia-Smartphones von Sony. Wir haben uns die aktuelle Beta-Version auf dem Xperia XA2 Plus angeschaut.

Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert Video aufrufen
Technologie: Warum Roboter in Japan so beliebt sind
Technologie
Warum Roboter in Japan so beliebt sind

Japaner produzieren nicht nur mehr Roboter als jede andere Nation, sie gehen auch selbstverständlicher mit ihnen um. Das liegt an der besonderen Geschichte und Religion des Inselstaats - und an Astro Boy.
Von Miroslav Stimac

  1. Kreativität Roboterdame Ai-Da soll zeichnen und malen
  2. Automatisierung Roboterhotel entlässt Roboter
  3. Cimon Die ISS bekommt einen sensiblen Kommunikationsroboter

Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
Falcon Heavy
Beim zweiten Mal wird alles besser

Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

  1. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
  2. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers
  3. Raumfahrt SpaceX - Die Rückkehr des Drachen

Raspi-Tastatur und -Maus im Test: Die Basteltastatur für Bastelrechner
Raspi-Tastatur und -Maus im Test
Die Basteltastatur für Bastelrechner

Für die Raspberry-Pi-Platinen gibt es eine offizielle Tastatur und Maus, passenderweise in Weiß und Rot. Im Test macht die Tastatur einen anständigen Eindruck, die Maus hingegen hat uns eher kaltgelassen. Das Keyboard ist zudem ein guter Ausgangspunkt für Bastelprojekte.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Bastelcomputer Offizielle Maus und Tastatur für den Raspberry Pi
  2. Kodi mit Raspberry Pi Pimp your Stereoanlage
  3. Betriebssystem Windows 10 on ARM kann auf Raspberry Pi 3 installiert werden

    •  /