4K mit HDR und VR mit Foveated Rendering

Der Hexagon 685 genannte DSP wird wie die CPU und die iGPU von der Neural Processing Engine angesprochen, so nennt Qualcomm sein SDK für Machine Learning. Dedizierte AI-Hardware wie bei Apple (A11 Bionic) oder Huawei (Kirin 970) gibt es nicht. Die NPE unterstützt unter anderem Caffe (2) und Tensorflow (Lite) und wird beispielsweise für Fotofilter oder zur biometrischen Authentifizierung verwendet. Mit im Snapdragon 845 befindet sich der Spectra-280-ISP, der etwa zusammen mit einem Tiefenkameramodul für SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) genutzt wird, was wichtig für Mixed Reality (XR) ist. Das SoC kann erstmals Videos in 4K-UHD-Auflösung mit 60 Hz aufnehmen, die 10 Bit Farbtiefe bei Rec2020 und HDR10 integrieren. Das Encoding erfolgt per H.265 alias HEVC, entsprechendes Material kann dann auf aktuellen 4K-UHD-Fernsehern akkurat wiedergegeben werden.

  • Qualcomms zeigt den Snapdragon 845. (Foto: Marc Sauter/Golem.de)
  • Qualcomms Snapdragon 845 (Foto: Marc Sauter/Golem.de)
  • Qualcomms Snapdragon 845 (Foto: Marc Sauter/Golem.de)
  • Blockdiagramm des Snapdragon 845 (Bild: Qualcomm)
  • Die CPU-Kerne basieren auf ARMs Dynamiq. (Bild: Qualcomm)
  • Ein System-Cache soll Energie sparen. (Bild: Qualcomm)
  • Überblick zur Adreno-630-Grafikeinheit (Bild: Qualcomm)
  • Sie beherrscht unter anderem Foveated Rendering. (Bild: Qualcomm)
  • Der ISP unterstützt 2160p60 mit 10 Bit Farbtiefe und HDR. (Bild: Qualcomm)
  • Das X20-Modem schafft 1,2 GBit/s. (Bild: Qualcomm)
  • Möglich wird das durch bis zu fünf aggregierte Carrier. (Bild: Qualcomm)
  • Dual-SIM erlaubt erstmals volle LTE-Geschwindigkeit. (Bild: Qualcomm)
  • Für AI werden mehrere IP-Blöcke genutzt. (Bild: Qualcomm)
Der ISP unterstützt 2160p60 mit 10 Bit Farbtiefe und HDR. (Bild: Qualcomm)
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Neben 2160p60 unterstützt der Snapdragon 845 auch 1080p120 und 720p480 mit HDR10 für Slow-Motion-Videos. Neu sind Implementierungen wie Immotion, bei denen sich ein Teil eines Fotos bewegt, und Motion Compensated Temporal Filtering, um per hardwarebeschleunigtem Algorithmus weniger Rauschen im Bild zu haben. Der Unterschied war in Qualcomms Testvideo mit Nachtaufnahmen sehr deutlich. Eine Tiefenerfassung für künstliches Bokeh oder um den Hintergrund bei Fotos zu wechseln, gibt es natürlich auch. Inwiefern sich die Qualität des Fake-Bokeh von dem des Snapdragon 835 in etwa dem Google Pixel 2 unterscheidet, war vor Ort kaum festzustellen.

Für Virtual Reality gibt es allerhand Neuerungen: Der Snapdragon 845 unterstützt 2.400 x 2.400 Pixel bei 120 Hz statt 1,5K x 1,5K bei 60 Hz pro Auge. Wie sein Vorgänger beherrscht er Eye Tracking für Foveated Rendering. Hierbei wird der Bereich im Fokus mit hoher Auflösung gerendert, während drumherum die Pixeldichte sinkt - der Nutzer erkennt im Idealfall kaum einen Unterschied, die Leistung aber steigt. Qualcomms neuer Ansatz unterteilt das Bild dabei in Kacheln (Tile-based), die in den Cache passen und sich somit schneller berechnen lassen. Hinzu kommt Multiview Rendering alias Sinlge Pass Stereo, womit die Geometrie nur einmal generiert und dann per Vertex-Modifikation angepasst wird statt die Arbeit für beide Augen zu erledigen, was die CPU deutlich entlastet. Beim Snapdragon 845 ist Multiview Rendering nun Hardware-beschleunigt statt Software.

Die Secure Processing Unit schützt den Nutzer

Weitere Änderungen betreffen das integrierte Modem, das Snapdragon X20. Es arbeitet im Downstream mit Cat18-Geschwindigkeit für bis 1,2 GBit/s, indem bis zu fünf Carrier aggregiert werden. Bei 4x4 MIMO sind das bis zu drei Carrier pro Antenne, entweder im lizenzierten oder unlizenzierten Spektrum (LAA). Der Upstream fällt mit Cat13 und 150 MBit/s so aus wie beim Snapdragon 835. Dafür ist per Dual-SIM bei beiden volle LTE-Geschwindigkeit möglich, wenngleich nicht parallel. Neu ist die Secure Processing Unit (SPU) mit eigener CPU und RAM, die eine Crypto-Engine und einen Zufallszahlengenerator enthält. Sie ist vom restlichen SoC abgeschottet, kann aber Informationen anfordern.

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Gedacht ist die SPU etwa zur biometrischen Authentifizierung, um das Gerät zu entsperren oder um Zahlungen zu tätigen. In einer Demo zeigte Qualcomm, wie eine App versucht, per Fake-GPS-Ortung ein Paket umzuleiten, die Secure Processing Unit das aber verhindern kann. Wie effizient der Snapdragon 845 ist, belegen weitere Demos: Im GFX Bench Manhatten mit 1440p30 benötigt das System rund 2,95 Watt und das mit dem Snapdragon 835 immerhin 3,8 Watt. Bei der 4K30-Videowiedergabe (H.264, 48 MBit/s) waren es 1,35 Watt statt 1,47 Watt. Sollte der Akku dennoch irgendwann leer sein, wird er sehr flott per Quickcharge 4+ aufgeladen. Qualcomm verspricht satte 50 Prozent in 15 Minuten.

Wird der Snapdragon 845 künftig in einem Always Connected PC mit Windows 10 on ARM verbaut, bringt er passende Interfaces mit: Neben Displayport für 4K60 kann per Converter-Chip auch HDMI 2.0 verbaut werden und mittels PCIe Gen3 x1 sowie PCIe Gen2 x1 sind Controller für USB 3.1 Gen2 denkbar.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Qualcomm an der Präsentation auf Maui teilgenommen. Die Reisekosten wurden zur Gänze von Qualcomm übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.

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 System-on-a-Chip: Das steckt in Qualcomms Snapdragon 845
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Unwichtig 09. Dez 2017

Naja, keine Ahnung mit welchem ROM die Benchmarks gemacht wurden. Aber mit meinem Nexus 4...

techster 08. Dez 2017

Okay-okay, ist schon mal gut zu hören. Mich interessieren die Details nur so mittelmäßig...

sofries 07. Dez 2017

Qualcomm ist bei den großen Playern wie Apple, Samsung, Huawei und Xiaomi eigentlich nur...

techster 07. Dez 2017

Kann mir mal jemand weiter helfen? Ich verstehe die Qualcomm-Werbung nicht. Ich meine...



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