System-Latenz: Moderne Gaming-PCs sind träger als 1980er-Rechner

Wenn es um die Latenz geht, dann wird bei modernen Rechnern gern mit niedrigem Lag und großen Fortschritten argumentiert. Doch der CPU-Tüftler Dan Luu entdeckte, dass früher das Problem gar nicht bestand. Hingegen hat sich die Lage bei mobilen Geräten in den letzten 40 Jahren erheblich gebessert.

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Ohne Gaming-Monitor kommt man nicht an alte Systeme.
Ohne Gaming-Monitor kommt man nicht an alte Systeme. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Apple stellt nicht nur den schnellsten Rechner her, sondern auch das schnellste Mobilgerät. Zumindest wenn es um das Thema Latenz geht, wie der CPU-Tüftler Dan Luu herausgefunden hat. Allerdings ist der schnellste Apple-Rechner nicht besonders modern. Es ist ein alter Apple 2e aus dem Jahr 1983, der gerade einmal eine Latenz von 30 ms aufweist. Gemessen hat Luu dabei die Zeit, die vergeht, bis ein Drücken der Taste zu einer Anzeige im Terminal führt.

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Apples Rechner ist vor allem deswegen in der Lage, so schnell zu reagieren, weil es damals kaum Verzögerungen gab. Laut Luu fragt das Keyboard die Tasten mit effektiv 556 Hz ab. Normal sind bei Rechnern eher 100 bis 200 Hz. Gaming-Tastaturen sind freilich schneller. Hier sind Werte um die 1.000 Hz denkbar, doch solche Hardware hat der reguläre Anwender nicht. Selbiges gilt für das Display. Für die alte Apple-IIe-Röhre hat der Anwender mit einer Verzögerung von 8,3 ms als 60-Hz-Panel zu rechnen. Das schaffen allenfalls Gaming-Monitore, die zudem noch ein Lag in der Bildverarbeitung haben. Die angegebenen 1 ms Reaktionszeit bei modernen Panels beziehen sich eigentlich auf den Wechsel von Grau zu Grau direkt am Panel.

Mit einem schnellen Display in die Nähe der 1980er Jahre

Mit seinem selbst gebauten Spielerechner schafft es Luu immerhin in die Nähe des Apple IIe zu kommen. 50 ms sind es mit einer 165-Hz-Einstellung am Panel. Aber das reicht nur für den dritten Platz. Platz 2 übernimmt ein Texas Instrument ti 99/4a aus dem Jahr 1981. Mitunter spielt auch das Betriebssystem eine Rolle. Auf Platz 7 findet sich etwa ein recht neues Thinkpad 13 mit ChromeOS. 70 ms schafft das System. Mit einem Linux erhöht sich der Wert auf 100 ms, was immer noch recht gut ist. Ein hierzulande nicht verkaufter Standard-Bürorechner Powerspec g405 braucht dann schon stolze 200 ms. Der schnellste halbwegs moderne Mac ist ein iMac G4 mit System 9 bei 70 ms. Wird allerdings OS X installiert, erhöht sich der Wert auf 120 ms. Ein Macbook Pro aus dem Jahr 2014 schafft immerhin 100 ms. Gerade im Büroalltag gab es also erhebliche Rückschritte im Laufe der letzten Jahrzehnte.

Bei mobilen Geräten ist der Trend andersherum. Auch hier führt Apple, allerdings vor allem durch Verbesserungen der letzten Jahre. Sein schnellstes Gerät ist das iPad Pro 10.5 mit denselben 30 ms, die auch der Apple IIe schafft. Allerdings nur mit Hilfe des Stiftes. Touchscreen-Eingaben brauchen schon erheblich schlechtere 50 ms. Bis 80 ms ist die Liste voll mit iPhones. Eine Ausnahme gibt es aber aus den späten 1980er Jahren. Der Gameboy Color von Nintendo aus dem Jahr 1998 kommt ebenfalls auf 80 ms. Im Bereich von 110 bis 150 ms finden sich dann vor allem Android-Geräte. Luu hat leider nicht viele Geräte vermessen, die den Fortschritt deutlich belegen. Ein Palm Pilot 1000 aus dem Jahr 1996 liegt bei stolzen 490 ms. Noch langsamer sind nur ein Kindle Paperwhite 3 und ein Kindle 4 mit 630 respektive 860 ms. Dabei handelt es sich allerdings auch im E-Paper-Displays, die nun einmal sehr langsam sind.

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Lachser 31. Dez 2017

Also entweder ist das absoluter Quatsch oder ich habe das ganze einfach nicht verstanden...

floziii 30. Dez 2017

Was hier gemessen wurde, sollte man doch eher als Eingabelatenz bezeichnen, denn ein...

FreiGeistler 30. Dez 2017

Ähm... Counterstrike hat eine Input-Latenz von ca. 55ms, Battlefield um die 65ms...

Anonymer Nutzer 30. Dez 2017

Die 11 steht (bekanntlich) für das Veröffentlichungs-Jahr. Ich würde also damit...

FreiGeistler 30. Dez 2017

Sicher mehr als 40 Millisekunden. Das ist etwa die Zeitspanne an Input die das Gehirn...



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