System 76: Linux-Hardware-Hersteller baut eigene Distro
Seit Jahren baut und verkauft der Hersteller System 76 Rechner unterschiedlicher Produktkategorien mit vorinstalliertem Linux. Wie seit einigen Monaten bekannt will das Unternehmen dafür nicht mehr nur auf Barebones setzen, sondern künftig auch eigene Hardware gestalten. Abgerundet werden soll das Angebot nun offenbar durch die eigens angepasste Linux-Distribution, die Pop OS heißen soll(öffnet im neuen Fenster) .
Warum System 76 ein eigenes System entwickelt und nicht einfach bereits vorhandene Systeme verwendet, erklärt Ryan Sipes(öffnet im neuen Fenster) , der Community-Manager, in einem Interview mit Consumeit.io. Man wolle mehr Kontrolle über das eigene Produkt und kenne die eigenen Kunden und ihre Bedürfnisse. Man habe drei Jahre lang auf den neuen Ubuntu-Desktop Unity 8 gewartet und wolle nicht länger darauf vertrauen, dass eine Firma die Funktionen implementiert, die die Kunden verlangen.
Eine weitere Zusammenarbeit mit Ubuntu-Distributor Canonical soll es dennoch geben. Kunden haben ab Oktober die Möglichkeit, zwischen Pop OS 17.10, einer Ableitung von Ubuntu Gnome mit eigenen Themes und Treibern, oder einem regulären Ubuntu 16.04 LTS zu wählen. Längerfristig will die Firma offenbar auch den Support für Mobilplattformen verstärken, angepeilt ist dafür Version 18.04: Man habe beim Warten auf Unity 8 in der Luft gehangen, nun habe man "ein Ziel" , eine Plattform und könne einen "unglaublichen" Linux-Desktop bauen.
Diese Überlegungen von System 76 zeigen aber auch, dass der Begriff Distribution für Pop OS sehr weit gefasst ist. Denn bisher umfasst das System nicht viel mehr als eine Anpassung des Gnome-Desktops auf Basis von Ubuntu, was die Oberfläche von Pop OS zumindest bisher deutlich von den harten Desktop-Forks wie dem Mate- oder Cinnamon-Projekt unterscheidet.
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