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Sysadmin Day 2020: Du kannst doch Computer ...

Das mit den Computern könne er vergessen, sagte ihm das Arbeitsamt nach dem Schulabschluss. Am Ende wurde Michael Fischer aber doch noch Sysadmin, zur allerbesten Sysadmin-Zeit.

Ein Porträt von Boris Mayer veröffentlicht am
Bitte einmal runter- und wieder hochfahren.
Bitte einmal runter- und wieder hochfahren. (Bild: Reg Birkett/Keystone/Getty Images)

Zahnstocher in der Tastatur, Whitelists für Internetseiten, Novell, Microvax, DEC Alphas, Linux, Windows - in seinen vielen Jahren als Sysadmin hat Michael Fischer eine Menge erlebt und eine Menge Anekdoten gesammelt. Dabei hat der heute 54-Jährige diesen Beruf gar nicht gelernt, sondern ist eher durch Zufall dazu gekommen - wohl auch, weil es eine goldene Zeit für Sysadmins im Selbststudium war.

Grundlage war seine Leidenschaft für Computer. Wer jedoch in den 1980ern beruflich etwas mit Computern machen wollte, war fast ein Exot und hatte nicht so viele Möglichkeiten wie heute. EDV-Kaufmann war das Berufsbild der Wahl, doch dafür braucht man gute Mathenoten - und die hatte Fischer nicht.

Also lernte er Bankkaufmann. Nach ein paar Jobs landete er über eine Zeitarbeitsfirma als Buchhalter bei der Deutschlandvertretung einer japanischen Bank: ein Büroraum, ein Schreibtisch, dazu als Arbeitsmaterial genau drei verschiedenfarbige Textmarker, ein Lineal, ein Hefter und eine Rechenmaschine.

Jeden Tag ein Stapel Endlospapier

"Jeden Tag wurde mir ein Stapel Endlospapier auf den Tisch gelegt; das mit den grünen Streifen", erinnert er sich. "Das wurde mit den Textmarkern bearbeitet, es wurde addiert und wenn am Ende die 0 stand, war alles gut. Wenn nicht, musste herausgefunden werden, wieso."

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Weil Fischer bei seinem vorigen Arbeitgeber eine Schulung zum Umgang mit Mainframe-Software gemacht hatte, war er bald nicht mehr nur Buchhalter, sondern auch für das tägliche Operating inklusive Tagesabschluss verantwortlich.

Zudem beschäftigte er sich privat mit Computern und konnte sich bei der Bank deshalb hin und wieder um die raren Computer dort kümmern - wenn zum Beispiel wieder jemand einen Stecker gezogen oder herausgetreten hatte. "Du kannst doch Computer" war die dafür von den Vorgesetzten abgefragte Qualifikation.

Dass Fischer solche Probleme im Alleingang löste, stand im krassen Gegensatz zum normalen Vorgehen in einer japanischen Bank. "Als einmal eine Standleitung für einen Vorgänger von VoIP installiert werden musste, kam ein japanischer Techniker. Der installierte, nahm sein Handy raus, rief in Tokio an und begann eine Checkliste durchzugehen. Eine, bei der dreifache Checks einzeln abgefragt wurden. Wir haben statt einer halben Stunde dadurch zwölf gebraucht."

Nach einiger Zeit bekam Fischer einen festen Arbeitsvertrag. Aber nicht als Buchhalter. Weil es dem Titel nach schon einen IT-Leiter gab, lautete Michael Fischers neue Berufsbezeichnung Sysadmin. Das war im Jahr 1992.

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iha (Golem.de) 15:45 / Themenstart

Richtig. Danke für den Hinweis.

dummzeuch 06. Aug 2020 / Themenstart

Natürlich war die Frage ernst gemeint. Ich kenne halt keine Firmen, bei denen das anders...

Profi_in_allem 04. Aug 2020 / Themenstart

Natürlich sind Noten in Zeugnissen bzw Punkte sehr aussagekräftig. Ich kenne Leute in der...

Sharra 03. Aug 2020 / Themenstart

Und genauso arbeiten 99,999% aller Bankangestellten auch. Sie müssen es nicht verstehen...

nirgendwer 02. Aug 2020 / Themenstart

Beim Versetzen ist das Gegenteil der Fall. _Gerade_ Beamte kann man sehr gut versetzen...

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