• IT-Karriere:
  • Services:

Vom Sysadmin zum Sicherheitsexperten

Zu Hause hat er trotzdem ein relativ großes Netzwerk aufgebaut, später sogar mit Virtualisierung. "Die Stromrechnung war entsprechend", erinnert er sich. "Über eine Usenet-Community habe ich Windows-Support geleistet."

Stellenmarkt
  1. Universität Konstanz, Konstanz
  2. über vietenplus, Südwestfalen

Das Thema Sicherheit bei den Computersystemen gehörte immer irgendwie zu Michael Fischers Job. "Am Anfang musste ich meine Compuserve-Kennung mitbringen, weil Novell nur darüber Sicherheitspatches verteilte. Ich kann sie heute noch auswendig", sagt er und erinnert sich gleich an eine andere Sicherheitsmaßnahme: "Zwischenzeitlich wollte man den Internetzugang mit White-Listen kontrollieren, damit nur Arbeitsrelevantes aufgerufen werden konnte."

Allerdings kam man schon bald nicht mehr hinterher, die Listen zu führen. Und da die Mitarbeiter immer unzufriedener wurden, schaffte man das auch schnell wieder ab. "Es ist eben immer ein Abwägen, was wirklich machbar ist."

Eine andere üble Sicherheitsmaßnahme sei ein Vieraugenprinzip bei E-Mails gewesen. "Da wurde eine E-Mail geschrieben, die dann erst mal der Vorgesetzte lesen und genehmigen musste, bevor sie gesendet wurde." Der Aufwand, diese Funktion dem System beizubringen, war groß und es erwies sich als so unpraktikabel, dass es nach drei Monaten wieder eingestellt wurde.

Sicherheit mit dem Zahnstocher aushebeln

Mitunter musste Fischer auch dagegen ankämpfen, dass Sicherheitsmaßnahmen wortwörtlich ausgehebelt wurden: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt schon viele Jahre, dass Computer beim Verlassen des Arbeitsplatzes gesperrt werden. Abgesichert wird dies meistens durch eine Policy, die bewirkt, dass sich der Rechner nach zwei bis fünf Minuten ohne Eingabe selbst sperrt.

Bei einer Mitarbeiterin im Büro wunderte sich Fischer, dass das nicht passierte. Nach einiger Zeit fand er heraus, warum: Die Kollegin war von der automatischen Abschalterei so genervt, dass sie einfach mit einem Zahnstocher ständigen Tastendruck, also Anwesenheit, simuliert hatte. "Daraus kann man lernen, dass keine Sicherheitsmaßnahme so gut ist, dass sie nicht doch jemand mit einem Zahnstocher aushebeln kann," resümiert Fischer.

"Trotzdem ist die Sicherheit mein neuer Beruf geworden", sagt er lachend. Einige Headhunter hatten interessante Angebote mit der Aufgabe des Sicherheitsverantwortlichen. "Bei der japanischen Bank habe ich immer gesagt, ich möchte nur mit der Technik arbeiten und nichts mit Audits und Revision zu tun haben, heute habe ich nur noch mit dem Papierkram zu tun und erstelle die Fragebögen selbst", sagt er.

"Der Übergang vom 486 zum Pentium, Wahnsinn!"

Michael Fischer hatte aber noch andere Gründe für den Wechsel. "Einer war, dass der Spaß an der Technik verloren ging", sagt er. "Wenn früher neue Hard- und Software herauskam, war die Vorfreude groß: Super, endlich ein neues Spielzeug mit mehr von allem." Das sei ihm mittlerweile völlig verloren gegangen. "Neuer Rechner, eine neue Prozessorgeneration, das ist nicht mehr spannend, der Gipfel, der Spaß am Neuen ist einfach mittlerweile weg."

"Der Übergang vom 486 zum Pentium, Wahnsinn! Der Übergang von Windows 3.11 auf 95, das erste Preview zu installieren, die Einführung von XP, der Übergang von ersten Linux-Versionen zur jeweils nächsten, was waren das für Abenteuer und neue Herausforderungen - heute ist das nicht mehr so, jedenfalls nicht mehr für mich." Rechner baue er heute immer noch manchmal zusammen, sagt Fischer. "Mir reicht zwar ein PC von der Stange, aber die Kinder wollen eher Gaming PCs, und für sie schaue ich dann, dass etwas halbwegs Vernünftiges zusammengebaut wird."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Oft Einzelkämpfer, aber mit maximaler FreiheitWas Fischer sich zum Sysadmin-Tag wünscht 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-82%) 11,00€
  2. 44,99€
  3. (u. a. Rage 2 für 11€, The Elder Scrolls V: Skyrim Special Edition für 11,99€, Doom Eternal...

iha (Golem.de) 07. Aug 2020 / Themenstart

Richtig. Danke für den Hinweis.

dummzeuch 06. Aug 2020 / Themenstart

Natürlich war die Frage ernst gemeint. Ich kenne halt keine Firmen, bei denen das anders...

Profi_in_allem 04. Aug 2020 / Themenstart

Natürlich sind Noten in Zeugnissen bzw Punkte sehr aussagekräftig. Ich kenne Leute in der...

Sharra 03. Aug 2020 / Themenstart

Und genauso arbeiten 99,999% aller Bankangestellten auch. Sie müssen es nicht verstehen...

nirgendwer 02. Aug 2020 / Themenstart

Beim Versetzen ist das Gegenteil der Fall. _Gerade_ Beamte kann man sehr gut versetzen...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial

Wir erklären, wie sich das eigene Gesicht durch ein beliebiges animiertes Foto ersetzen lässt.

Gesichtertausch für Videokonferenzen mit Avatarify - Tutorial Video aufrufen
    •  /