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Oft Einzelkämpfer, aber mit maximaler Freiheit

Von Fischer einst für Lotus 1-2-3 erstellte Makros wurden mit minimalem Aufwand auf Excel portiert und waren auch nach 17 Jahren noch im Einsatz. Aber um diese Makros herum veränderte sich sowohl das Arbeiten mit dem Computer als auch die Computer selbst.

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Wenn es um Neuanschaffungen ging, wurde einiges zentral vorgegeben. "Oft wurde ich auch nach meiner Meinung gefragt und manchmal wurde auch auf mich gehört", sagt Fischer. "Ich wurde an alles rangelassen, die Netzwerke, Händlerinformationssysteme, die Zahlungsverkehrssysteme, im Endeffekt durfte ich das alles als Einzelkämpfer betreuen."

Fischer war so in einer kontinuierlichen Fortbildung. "Und Fortbildung war eigentlich immer: mit der neuen Hardware spielen und ausprobieren. Das hat man sich so selbst beigebracht", erinnert sich Fischer. ​

Natürlich lief nicht alles immer glatt. "Da gab es eine Software, die nur auf bestimmten Computern laufen durfte, obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gab. Die aus Japan kommenden Vorschriften waren manchmal ziemlich abwegig. Es war jedenfalls nicht einfach, an diese bestimmten Computer zu kommen, die seit zwei Jahren nicht mehr hergestellt wurden."

Das frustrierendste Erlebnis bei der japanischen Bank war jedoch, als die Terminbörse in Frankfurt die Terminals bei den Teilnehmern auf DEC Alphas migrieren wollte. "Für damals sehr viel Geld wurde neue Hardware angeschafft, ich hatte ganz allein alles konfiguriert und zum Laufen gebracht - und drei Tage, bevor wir damit live gehen wollten, wurde das ganze Projekt mit sofortiger Wirkung eingestellt." Vier Jahre hätten die Systeme noch nutzlos im Regal gestanden, bevor sie schließlich entsorgt wurden, "es lief ja sonst nichts darauf."

Bloß nicht wieder eine Bank

Schließlich zog die japanische Bank um, mit einer neuen Firma, damit Mitarbeiter nicht unbedingt mitgenommen werden mussten. Nach 17 Jahren in demselben Betrieb lud Fischer danach erstmal seine Akkus auf, bevor er drei Bewerbungen verfasste. "Bei zweien hatte ich Vorstellungsgespräche, bei einer Bank und bei einem mittelständischen Unternehmen in der Softwareindustrie. Ich habe mich dann für den Mittelstand entscheiden - bloß nicht wieder eine Bank."

Doch auch dieser Job barg gleich zu Anfang einige Überraschungen. "Ich wurde gefragt, ob ich nicht gleich am nächsten Tag anfangen könnte, denn dann würden immerhin noch drei Wochen zur Einarbeitung bleiben", berichtet Fischer. Die beiden bisherigen Sysadmins hatten gekündigt und nach den drei Wochen war Fischer der einzige Sysadmin im Haus - und das in einer heterogenen Struktur. Neben Windows-Maschinen und Macs gab es auch reichlich Computer mit Linux.

"Auf Partys sage ich: Ich kenn mich nur mit OS/400 aus"

So ins kalte Wasser geworfen, klappte doch alles ziemlich gut. "In diesem Jahr gab es keine Katastrophen. Trotz Umzugs in ein neues Rechenzentrum, trotz des Ausrollens neuer Softwareversionen, das habe ich alles allein bewältigt."

Nach einem Jahr kamen nach und nach weitere Mitarbeiter dazu. "Ich habe einen ehemaligen Auszubildenden aus der vorherigen Firma abgeworben, der ist heute noch da und glücklich", sagt Fischer. Allerdings sei es schwierig, für kleine Firmen Leute zu finden, "die dann auch Windows und Linux betreuen wollen, dafür braucht man viel Offenheit."

Am Anfang sei das zeitweise sehr anstrengend gewesen. "Da fühlte ich mich auf jeder Party wie ein Arzt, allerdings habe ich früh gelernt, private Anfragen höflich abzulehnen." Er habe dann einfach gesagt, dass er sich bloß mit OS/400 auskenne.

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mke2fs 10. Aug 2020

Man muss ja bedenken woher Lehrer und Leute beim Arbeitsamt ihr Wissen beziehen&#8230...

mke2fs 10. Aug 2020

Nicht wirklich. Ich habe eine Studentin betreut (Master Informatiker, duales Studium) die...

iha (Golem.de) 07. Aug 2020

Richtig. Danke für den Hinweis.

dummzeuch 06. Aug 2020

Natürlich war die Frage ernst gemeint. Ich kenne halt keine Firmen, bei denen das anders...

Sharra 03. Aug 2020

Und genauso arbeiten 99,999% aller Bankangestellten auch. Sie müssen es nicht verstehen...


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