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Sysadmin Day 2018: Fallschirmspringen und Rufbereitschaft

Einmal im Jahr ist der Sysadmin Day, an dem die teils undankbare Arbeit von Systemadministratoren in den Firmen gewürdigt werden soll. Doch was machen diese oft stillen Helfer eigentlich? Wie sind sie drauf? Ein Einblick in die Arbeit zweier Sysadmins, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

Ein Porträt von veröffentlicht am
Tobias ist ein Systemadministrator mit ungewöhnlichen Hobbys.
Tobias ist ein Systemadministrator mit ungewöhnlichen Hobbys. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Man könnte es Besessenheit nennen, aber Tobias sagt lieber "Interesse", wenn er von seinem Job als Sysadmin spricht. Es ist ein äußerst starkes Interesse, das ihn mit sieben Jahren gepackt hat und seither nicht mehr loslässt. Nicht einmal auf einem Flugfeld in Brandenburg, wo er den Laptop aufklappt und ein paar E-Mails beantwortet. Dann ins Flugzeug steigt, sich auf schwindelerregende Höhen bringen lässt, abspringt, stürzt, am Fallschirm zur Erde schwebt, den Schirm losmacht und den Rechner wieder aufklappt. Was er dazu zu sagen hat: "Manchmal muss so etwas einfach sein."

Inhalt:
  1. Sysadmin Day 2018: Fallschirmspringen und Rufbereitschaft
  2. Zeit für Technik, keine Zeit für Ärger

Sysadmin zu sein, ist nicht nur ein Job, es ist eine Lebenseinstellung. Das geht dem 30-Jährigen nach mehr als zehn Jahren Berufserfahrung nicht anders als seinem fast zehn Jahre jüngeren Kollegen. Benedikt hat die Schule abgebrochen, weil er einfach nichts anderes tun will, als für seine Passion zu arbeiten. Schon jetzt versteht er mehr von Python, Shell, C, Rust und anderen Programmiersprachen als viele Kollegen. 

Hier sitzt das Marketing im Keller

Bei dem Berliner Webhoster Syseleven teilen sie ein Büro, das mit dem Nerdklischee eines Adminkellers wenig zu tun hat. Es liegt in der hellen ersten Etage eines ehemaligen Elektrizitätswerks. Der rustikale Industrielook kontrastiert hier mit modernen Büroflächen. Diese sind in mehrere kleine Büros aufgeteilt, die mit einer Glaswand und Schiebetür vom Flur getrennt sind. Es herrscht eine konzentrierte Ruhe und nur das Klackern von Tastaturen ist zu vernehmen. Lustig: Statt der Admins sitzen hier Mitarbeiter von Verkauf und Marketing in einem kleinen, kellerartigen Gewölbe.

Ein paar Zugeständnisse an die Geek-Kultur gibt es dann aber doch: Gleich neben dem Arbeitsplatz von Tobias hängt ein Plakat aus dem Film Mars Attacks, auf dem "Daaht, Daaht, Daaht" steht. Darunter können sich Mitarbeiter an Star-Wars-Lichtschwertern bedienen - ikonisches Brummgeräusch inklusive. In einem anderen Büro ist das Motiv von Agent Smith aus der Matrix-Trilogie aufgehängt - passend zum Namen des Entwicklerteams Smith.

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Tobias implementiert als System Engineer zusammen mit Kunden Software, betreut sie und behebt auftretende Fehler. Im Ticket-System Zendesk werden ihm alle anstehenden Aufgaben angezeigt. Die Liste scheint kein Ende zu nehmen, als er in rasendem Tempo durch die Tickets scrollt. Manche von ihnen sind an einem Tag zu erledigen. Es gibt aber auch lange Projekte wie die Implementierung einer SQL-Datenbank bei einem Kunden, die seit einem Jahr - wegen Problemen mit eben diesem - kaum Fortschritte macht.

IT-Begeisterung auch nach der Arbeit

Wichtig für die Arbeit ist, dass sich Tobias auch in anderen Bereichen auskennt. Denn: Es sind immer wieder neue Themengebiete, die sich in der IT auftun. Diese Vielfalt an Themen ist es, die ihn motiviert. "Solange mir ein Problem Spaß macht, ist es mir egal, auf welcher Plattform oder woran genau ich arbeite", sagt er.

Heute ist es Containerorchestrierung, morgen ist es künstliche Intelligenz und übermorgen ein komplett unerforschtes Thema. Das Wissen um Scripting und diverse Programmiersprachen hat sich Tobias zum großen Teil selbst angeeignet. Sein Arbeitgeber bietet aber auch Schulungen an. Dazu gehören regelmäßige Workshops, Konferenzen und individuelle Weiterbildungen auf Basis von Feedbackgesprächen.

Trotzdem ist das bei manchen Arbeitgebern nicht genug. "40 Stunden reichen für diesen Job eben nicht aus", sagt Tobias und blickt dabei auf seine Karriere zurück. Syseleven wirkt nach eigenen Aussagen diesem Klischee entgegen. Es ist etwa möglich, wie andere Kollegen in Teilzeit zu arbeiten. Auch massive Überstunden sind beim Berliner Hoster ungern gesehen, woran Mitarbeiter des Öfteren erinnert werden. Dann geht es früher nach Hause.

Nach der Arbeit gehe es dabei oft zu Hause weiter: Tobias und seinen Kollegen Benedikt packt dabei auch einfach privat das Interesse an IT. "Wir machen in unserer Freizeit auch gerne Dinge mit Computern, abseits dessen, was wir auf der Arbeit erledigen", sagt Benedikt.

Das erworbene Wissen weiterzugeben, macht Tobias Spaß und er macht es mit viel Geduld. Ein Kollege am anderen Ende des Flurs hat die Syntax von einem der vielen Shell-Scripts nicht ganz verstanden, die Tobias selbst anlegt, um Prozesse zu automatisieren. Seine Stimme klingt, als lächle er durchgehend, während er spricht und dem Kollegen alles erklärt. Langsam, verständlich und mit nachdrücklichen Gesten. Freundlichkeit im Umgang ist Tobias besonders wichtig in der Arbeit. Adrenalinkicks schätzt er in der Freizeit, aber nicht in Form von Konflikten im Job.

Zeit für Technik, keine Zeit für Ärger 
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Test_The_Rest 31. Jul 2018

Huch und seitdem Du über ITIL schwafelst, dachte ich, Du kennst Dich damit aus. Also...

Aequitas_X 31. Jul 2018

Ich habe als Sysadmin auch schon solche Angebote bekommen, zB. 130k(zzgl. Firmenwagen und...

mattwltr 30. Jul 2018

Ähm... nein, keineswegs. Selbst "große" Fehler müssen im Fallschirmsport nicht tödlich...

hoffelmann 30. Jul 2018

Nach der dritten Flasche wird es besser. Ich hab nach dem ersten Mal auch gesagt: "Das...

koki 28. Jul 2018

Also bei uns in der Firma heisst das explizit "Rufbereitschaft" und da holt man sein...


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