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Zeit für Technik, keine Zeit für Ärger

Nach dem Abitur, einer Ausbildung und folgender Anstellung bei einem Spieleentwickler hat er eine Weile als selbstständiger Systemintegrator gearbeitet. Als Freiberufler richtete er Server und Software für Firmen ein und hatte viel persönlich mit teilweise sturen Kunden zu tun. Wenn sie ihre Rechnungen nicht zahlen wollten oder zusätzliche über einen Vertrag hinausgehende Leistungen verlangten, belastete ihn das sehr. "Dieses ständige Gezanke, diese ständige Unsicherheit waren nichts für mich", sagt er. 

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Seine Selbstständigkeit gab er nach zwei Jahren auf. Einen Monat lang verschickte er zwei Bewerbungen am Tag. Nicht, weil es schwierig gewesen wäre, einen Job als Sysadmin zu finden. Im Gegenteil: An manchen Tagen war er zu mehreren Bewerbungsgesprächen eingeladen. Manche Firmen boten bis zu 150.000 Euro im Jahr - so händeringend suchten sie nach einem Sysadmin. Aber Tobias wollte sicher sein, bei einem Arbeitgeber zu landen, wo er in Ruhe seinen Job machen kann: Zeit für Technik, keine Zeit für Ärger. Verschiedene Charaktere, die sich gegenseitig respektieren - egal, wie speziell sie auch sind.

Für das bessere Arbeitsumfeld nimmt er zusätzliche Schichten, Rufbereitschaft und Nachtarbeit in Kauf, die bei Syseleven auf Freiwilligenbasis verteilt werden - ungewöhnlich für diesen Beruf. An einem warmen Mittwochabend ist Tobias aber nicht eingeteilt, Benedikt ist dran, den der ohnehin schon ambitionierte Tobias gerne als "Naturtalent" bezeichnet. 

Pizza und Mate in der Nacht

Benedikt sitzt vor dem Bildschirm, einen Katzenkopfhörer auf den langen, blonden Haaren und eine Hornbrille auf der Nase. Er sieht aus wie ein Charakter aus einer Animeserie. Es ist dunkel im Büro, nur in der Kaffeeküche brennt Licht. Die Nacht scheint bei Benedikt und seinen Kollegen wirklich alle Nerdklischees zu aktivieren: Energy Drink und Club Mate werden aus dem Lager geholt, Spinatpizza und Pizza Mista in den Ofen geschoben. Benedikt reserviert sich letztere Sorte komplett, denn Spinat ist nicht sein Fall.

Während das Essen im Ofen gart, geht die Arbeit los. Es müssen diverse Server auf die neue Version einer Open-Source-Container-Verwaltungssoftware aktualisiert werden. Jedem Mitarbeiter wird eine bestimmte Zahl an Servern zugewiesen. Dazu kommt Kollegin Anna, die sich um die Netzwerkanbindung der Systeme kümmert. Alle Admins setzen sich zusammen in ein Büro - von wegen Admin sein ist Alleinarbeit.

Menschen, die auf Ladebalken starren

Der Smalltalk beschränkt sich in den ersten paar Stunden auf ein Minimum. Es werden fast ausschließlich kurze Kommandos gegeben: "Server 3 ist ready" oder "Server 5 kann durchstarten". Nach ein paar Stunden kommt auch das ein oder andere Gespräch in Gang, die anfängliche Anspannung ist verflogen. Doch lange ruhig bleibt es nicht: Schon bald werden die vom Hersteller zur Verfügung gestellten Lizenzen der Software ein Problem. Viele von ihnen sind ungültig und weitere Lizenzen müssen per Hand auf ihre Funktionalität überprüft werden. Da hilft kein Script und kein Programm. Hier beginnt ein langweiliger Teil des Admin-Seins: das Starren auf Ladebalken. 

Zumindest gibt es Cola, Mate und Spielkarten, um die Zeit zu überbrücken. Nach gut fünf Stunden ist das Team mit der Arbeit und mit den Nerven fertig. Es ist Zeit für ein Bier oder auch zwei, allerdings nicht für Benedikt. "Alkohol ist nicht meine Sache", sagt er und spricht dabei das ch nicht im Hals, sondern weich wie in "Technik"

Für Benedikt endet die Schicht um etwa sechs Uhr morgens. Ein paar Stunden später ist Tobias wieder dran. Wie jeden Morgen kommt er auf vier Rädern zur Arbeit, auf einem Skateboard, und zwar in einem Riesentempo - viel Erfolg!

Offenlegung: Golem.de ist Kunde bei Syseleven. Die Recherche und Berichterstattung bleiben von diesem Geschäftsverhältnis unbeeinflusst. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.

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 Sysadmin Day 2018: Fallschirmspringen und Rufbereitschaft
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Test_The_Rest 31. Jul 2018

Huch und seitdem Du über ITIL schwafelst, dachte ich, Du kennst Dich damit aus. Also...

Aequitas_X 31. Jul 2018

Ich habe als Sysadmin auch schon solche Angebote bekommen, zB. 130k(zzgl. Firmenwagen und...

mattwltr 30. Jul 2018

Ähm... nein, keineswegs. Selbst "große" Fehler müssen im Fallschirmsport nicht tödlich...

hoffelmann 30. Jul 2018

Nach der dritten Flasche wird es besser. Ich hab nach dem ersten Mal auch gesagt: "Das...

koki 28. Jul 2018

Also bei uns in der Firma heisst das explizit "Rufbereitschaft" und da holt man sein...


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