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Wenns nicht klappt: Hängt den Admin!

Da war ich also, Student und ausgelernter IT-Systemelektroniker mit dem Wissen von vor zehn Jahren und bewarb mich auf Stellen, die absolut über meinem Niveau waren. Das Gefühl, ungenügend auf diesen Job vorbereitet zu sein, war immer präsent. Letztlich fand ich trotzdem einen Job als IT-Administrator bei einem großen Versandhändler für Hardware. Meine Aufgabe: die Betreuung von knapp 100 Angestellten und deren Hardware, Aufsetzen neuer Rechner, von Headless-Servern unter Linux und WLAN-Access-Points. 

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Jeden Tag lief ich durch das Lagerhaus und richtete neue Access Points, Drucker oder Computer ein. Gleichzeitig musste ich mich aber um mehrere technische Probleme kümmern. Hier einen Drucker reparieren, da ein Netzwerkproblem lösen. Nach acht Stunden Hin- und Herrennens war mein Tag dann vorbei. Für Studium oder Fortbildung aus eigenem Antrieb blieb keine Zeit. Ich kann mich nicht während der Arbeit ohne Unterbrechung mit dem CMS der Firma und dem Aufsetzen von Virtualbox beschäftigen. Dafür gibt es einfach zu viel zu tun.

Unter Druck

Zu allem Überfluss lastete auf mir ein enorm hohes finanzielles Risiko. Funktioniert der Onlineshop nicht, weil ein Switch abgeraucht ist, dann ist erst einmal der Admin Schuld. Sind die bestellten 20 Computer defekt, dann geht es dem Admin an den Kragen. Ein Raid-System ist kaputt? Hängt den Admin! Auf diesen Druck wurde ich in meiner Ausbildung zu keiner Zeit vorbereitet. Mein Respekt gilt allen Leuten, die das können.

Das wäre alles ein kleineres Problem, wenn Unternehmen mehr als einen IT-Administrator einstellen würden. Das ist oft aber nicht der Fall. Stattdessen gibt es immer modernere iMacs und Ultrabooks - und damit noch mehr Arbeit für die Ein-Admin-Abteilung. Diesen Stress am Arbeitsplatz bestätigt auch die Gewerkschaft Verdi. Da bleibt kein Geld für die wirklich wichtigen Dinge - etwa einen weiteren Mitarbeiter zu bezahlen, der den Systemadministrator entlastet. Was tun viele Administratoren also? Sie nutzen ihre Freizeit, um sich mit wichtigen Themen für die Arbeit auseinanderzusetzen. Dumm nur, dass ich in meiner Freizeit in die Uni gehen musste.

Danke, Sysadmins!

War dann einmal wirklich Zeit zum Abschalten, dann kam die Verwandtschaft mit ihren kleinen Problemen. Smartphones einrichten, Laptops wieder flottmachen und Internetanschlüsse installieren gehören zu den Freizeitbeschäftigungen eines Admins. Und neben den vielen Stunden Arbeit, dem Druck, der Uni, den Ansprüchen von allen Seiten hielt sich hartnäckig das Gefühl, das ich schon am ersten Tag meiner Ausbildung gehabt hatte: einfach nicht genug zu wissen.

Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich habe die Karriere als Systemadministrator aufgegeben. Ständig unter Druck zu stehen, für alles verantwortlich gemacht zu werden, was nicht funktioniert, immer verfügbar zu sein und alles in Ordnung bringen zu müssen, und dafür auch noch ständig dem Ärger der Kollegen ausgesetzt zu sein, ist wirklich nicht einfach. Ich kann das auf Dauer nicht und da bin ich bestimmt nicht allein. Deswegen ziehe ich vor all denen den Hut, die das schaffen.

Danke, dass ihr unsere Infrastruktur, unsere Grundlage für Unterhaltung und unsere Wirtschaft am Laufen haltet! Ohne euch Systemadministratoren würde nichts so laufen, wie es in unserem Land eine Selbstverständlichkeit ist. Wir sind abhängig von Informationssystemen - und ihr stellt sicher, dass diese auch funktionieren. Danke, dass ihr euch auch um die kleinen Probleme in Familien und Freundeskreisen kümmert! Admin zu sein ist kein Beruf, es ist eine Berufung und eine Lebensweise - und dieser gebührt Respekt!

 Auf der Suche nach dem Admin, der alles kann
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ElMario 31. Aug 2018

Etwas rauh der Ton...aber vollkommen richtig.

ElMario 31. Aug 2018

Dazu ewige Glückseeligkeit... x'D

hattabatatta 31. Aug 2018

Also zumindest das Essen loben ist doch ohnehin Usus, wenn die Bedienung abserviert und...

hattabatatta 31. Aug 2018

Ich kann mich so gut in den Autor hineinversetzen und verstehe das Wehklagen nur zu gut...

Snooozel 30. Aug 2018

Nein, dank bekommt er nur selten. Wenn alles gut läuft und gewartet wird bemerken die...


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