Synthetischer Kraftstoff: E-Fuels auch 2050 kaum bezahlbar
Eine Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI)(öffnet im neuen Fenster) in der Schweiz hat die Kostenentwicklung verschiedener klimafreundlicher Kraftstoffe untersucht. Dabei wurden eine Vielzahl an standortspezifischen Besonderheiten ausgemacht, die zu erheblichen Unterschieden bei den resultierenden Kraftstoffpreisen führen dürften.
Die Kostenabschätzung ist für 2050 angesetzt, weil davon ausgegangen wird, dass die bis dahin notwendige Reduzierung der CO 2 -Emissionen den Einsatz synthetisch hergestellter Kraftstoffe auch wirtschaftlich attraktiv macht. Grüner Wasserstoff, der entweder direkt genutzt oder zu Flüssigtreibstoff weiterverarbeitet wird, würde dann 7 bis 10 Cent kosten.
Synthetisches Flugbenzin läge bei 15 bis 18 Cent und biobasierte Kraftstoffe kämen auf 14 bis 20 Cent. Die Beträge gelten je Kilowattstunde, weshalb der Preis für einen Liter künstliches Flugbenzin umgerechnet bei 1,50 bis 2,50 Euro liegen dürfte, ohne Steuern und Abgaben. Aktuell kostet Kerosin etwa 0,70 Euro je Liter, vor dem Irankrieg waren es 0,50 Euro.
Infrastruktur und Energiekosten entscheidend
Die Mobilitätskosten würden sich für Verbrenner dementsprechend deutlich erhöhen. Allein die Herstellungskosten synthetischer Kraftstoffe lägen auf dem Niveau von Benzin an der Tankstelle, wobei die Rohstoffkosten dort nur ein Viertel des Preises ausmachen.
Die Studie, die in Energy & Environmental Science(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht wurde, benennt jedoch wichtige Punkte, die den Preis beeinflussen.
So könnte in gasreichen Regionen mit blauem Wasserstoff gearbeitet werden, der aus Erdgas abgespalten wird. In Spanien, Australien oder Kanada dagegen ließe sich mit Solar- und Windenergie sowie Wasserkraft grüner Wasserstoff besonders billig produzieren.
Infrastruktur frühzeitig planen
Für Europa sieht das Forschungsteam Chancen, dass die Kosten mit guter Infrastruktur gesenkt werden können. Pipelines von der windreichen Nordsee, aus Spanien oder sogar aus Nordafrika könnten synthetische Kraftstoffe in andere Regionen weiterleiten. Dafür muss jedoch frühzeitig mit der Planung begonnen werden.
Vorteile für eine konkrete Technologie für E-Fuels sieht die Studie nicht. Je nach Standort, politischen Rahmenbedingungen und Energiesystem könnten biobasierte Kraftstoffe, rein synthetische Treibstoffe oder Wasserstoff die günstigere Wahl sein.
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