Stromengpässe und die Frage der Bezahlbarkeit
Schließlich komme noch hinzu, dass die Stromproduktion in Kombination mit den Stromnetzen selbst in den angedachten Ausbauszenarien gar nicht in der Lage wären, den Strom für die batteriebetriebenen Fahrzeuge bereitzustellen. Auch hier nehme die Politik unerklärlicherweise an, dass der jährliche Strombedarf von Elektroautos sinken werde, während der Gesamtenergiebedarf unterschätzt werde. Allerdings würden intelligente Netze(öffnet im neuen Fenster) und intelligentes Laden das Problem minimieren.
Dass Elektroautos jedoch noch effizienter werden könnten, dass sie durch alternative Mobilitätskonzepte wie Busse und Bahnen wenigstens zum Teil ersetzt werden könnten, scheint nicht infrage zu kommen. Wobei die Entwicklung, dass Autos im Schnitt weniger Kilometer gefahren(öffnet im neuen Fenster) werden, bereits zu beobachten ist.
E-Fuels haben ein Effizienzproblem
Dass es eigentlich die E-Fuels selbst sind, die in der Produktion viel zu viel Strom benötigen, wird in der Studie zumindest erwähnt. Etwa 20 Prozent der aufgewendeten Energie für synthetische Kraftstoffe werden am Ende in Bewegungsenergie umgesetzt. Dementsprechend sehen die Autoren in Europa auch keine Produktionsstätten für synthetische Kraftstoffe vor. Viel zu teuer wäre der Kraftstoff pro Liter, viel zu wichtig der Strom für andere Bereiche.
E-Fuels kämen in Zukunft aus Patagonien, aus Australien oder aus Nordafrika. Nach Erdöl und Erdgas müssten somit auch synthetische Kraftstoffe importiert werden.
Nur so ließe sich ein Preis von bestenfalls 1,20 Euro je Liter erreichen. Das wäre eine Verdopplung im Vergleich zu fossilen Energieträgern. Weniger optimistisch ist das Paul-Scherrer-Institut(öffnet im neuen Fenster) in der Schweiz, das eher von 1,50 bis 2,50 Euro ausgeht. Zumal es sich um die Herstellungskosten vor Transport, Vertrieb und Steuer handelt.
Synthetische Kraftstoffe werden kommen
Dennoch: Ohne E-Fuels werden Flug- und Schiffsverkehr in einigen Jahrzehnten kaum CO 2 -neutral werden. Angesichts der verheerenden Energiebilanz und des notwendigen Imports sollte der Verbrauch aber keinesfalls höher als nötig ausfallen.
Natürlich könnte die heimische Industrie profitieren, wenn die Technik zur Herstellung von E-Fuels mit massiven Investitionen in Deutschland und Europa entwickelt würde. Wenn für einen ausreichenden Bedarf an synthetischen Kraftstoffen jedoch der Umstieg auf die Elektromobilität teilweise scheitern müsste, die Batterieproduktion in Europa nicht wie gewünscht hochgefahren und der Ausbau der Stromnetze oder der Stromproduktion zu langsam ablaufen würde, kann man sich nur wünschen, dass es an der Tankstelle um die Ecke niemals vollsynthetisches Benzin zu kaufen geben wird.
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