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Akku kaufen oder Akku mieten

Die Ladeschränke sind 19-Zoll-Racks, in welche die Fächer für die Akkus eingesetzt werden. "Die Automaten sind frei bestückbar. Das heißt, ich kann entscheiden, wie viele Fächer ich von welcher Sorte haben möchte", beschreibt Breyer. "Wir können rein theoretisch alle Akkus, die noch mit der Hand bewegt werden können - bis etwa 12 kg -, in diese Station einbauen." Der Kunde tippt auf dem Bildschirm an, welchen Akkutyp er tauschen will, und das entsprechende Fach öffnet sich.

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Die Idee, Akkus zu vermieten, ist nicht neu: Renault etwa verkauft sein Elektroauto Zoe auch ohne Akku, und der Kunde mietet ihn: Er schließt ein Abonnement für eine bestimmte Kilometerzahl im Monat ab. Dafür zahlt er einen bestimmten Geldbetrag. Fährt er mehr als das vereinbarte Kontingent, muss er nachzahlen. Fährt er weniger, erhält er Geld zurück.

Ein ähnliches Konzept schwebte Shai Agassi vor: Der ehemalige SAP-Manager wollte mit seinem Unternehmen Better Place eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufbauen. Neben Ladensäulen sollten dazu Akkutauschstationen gehören. Dort sollte der Autofahrer seinen leeren Akku in kurzer Zeit gegen einen vollen tauschen. Partner sollte unter anderem Renault werden - die Franzosen statteten ihre Modelle Zoe und Fluence mit austauschbaren Akkus aus.

Better Place ging in die Insolvenz

Better Place startete in Israel und Dänemark mit dem Aufbau einer Ladeinfrastruktur inklusive Wechselstationen. Doch 2013 ging dem Startup das Geld aus, und es musste Insolvenz anmelden. Damit war der Mietakku erst einmal vom Tisch.

Kaum ein Hersteller, der seine Autos noch mit Wechselakkus ausstattete - mit Ausnahme des US-Elektroautoherstellers Tesla, der sich 2017 eine Akkuwechsel-Technik patentieren ließ. Erst der chinesische Elektroautohersteller Nio ließ dies in jüngster Zeit wieder aufleben und stellt in China Akkuwechselstationen an Autobahnen auf.

Fahrzeuge sind ohne Akku günstiger

Forscher in den USA waren vor einigen Jahren der Meinung, dass eine Akkumiete ein Erfolgsfaktor bei der Einführung von Elektroautos sein könne: Sei der Akku nicht Bestandteil des Autos, werde das Elektroauto im Anschaffungspreis günstiger als eines mit Verbrennungsmotor, hieß es 2009 in einer Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley. Auch Swobbee setzt darauf, dass der Anschaffungspreis für Fahrzeuge oder Geräte sinkt, wenn sie ohne Akku geliefert werden.

Ein weiterer Vorteil für den Nutzer, den Breyer nennt: "Es gibt verschiedene Faktoren, die die Lebensdauer eines Akkus beeinflussen: die kalendarische Alterung, dann die Ladezyklen, aber auch wie intensiv, also in welcher Anwendung dieser Akku genutzt wird: Wird er gleichmäßig entspannt immer wieder geladen und entladen, hält er sehr lange. Ist er in irgendeiner Power-Anwendung drin, die in ganz kurzer Zeit den Akku leer macht, sind die Zellen gestresst." In einem System, in dem Akkus immer wieder getauscht würden, würden diese gleichmäßig genutzt, wodurch sich ihre Betriebsdauer tendenziell verlängere.

Eine Tauschstation für einen Logistik-Hub

Über die Möglichkeit, einen Akku schnell tauschen zu können, kann ein Unternehmen seinen Betrieb aufrechterhalten, ohne mehrere Akkus für jede Anwendung anschaffen zu müssen. Eine Station etwa steht im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg im Komodo, einem gemeinsam genutzten Depot, von dem aus mehrere Kurierdienste Pakete per elektrischem Lastenfahrrad ausliefern. Für diese steht dann immer ein geladener Akku zur Verfügung.

Die Überlegung von Chargery war es, über die verteilten Stationen den eigenen Aktionsradius zu vergrößern: Die Fahrer müssen dann nicht mehr mit dem Fahrradanhänger in die Zentrale zurückkehren, um frisch geladene Akkus zu holen, sondern sie tauschen die leeren an einer Station und fahren direkt weiter zum nächsten Elektroauto.

Ohnehin sieht sich Swobbee eher im Geschäftskundenbereich. Nur dort sei die Auslastung kalkulierbar, sagt Breyer: "Da weiß ich: soundsoviele Fahrzeuge mit der und der Frequenz." Der erste Partner ist zwar der Rollerhersteller Kumpan. Doch auch hier sieht Swobbee als Kunden weniger den Fahrer, der sich einen privaten Roller kauft und dazu den Akku mietet, sondern einen Sharing-Dienst, der die Roller vermietet.

Gerade für die Sharing-Dienste ist die Ladeinfrastruktur ein wichtiges Thema.

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 Swobbee: Der Wechselakku kommt wiederSharing-Dienste und die Infrastruktur 
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Komischer_Phreak 14. Apr 2019

Deine Mathe tut mir weh ;-(

Der Spatz 13. Apr 2019

Es würde ja schon reichen, wenn man die Akkus überhaupt wechseln könnte (ohne das bei...

nehana 13. Apr 2019

Wer anhand der Frontlampe beurteilt, was für ein Roller das ist und wie er angetrieben...

Offen 12. Apr 2019

Mist, habe den Artikel gerade erst gelesen und die gleiche Passage kopiert. Du warst...


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