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Swing-by-Manöver: Asteroidenmission Psyche hat Zwischenstopp am Mars eingelegt

Um zum Asteroiden 16 Psyche zu fliegen, musste die gleichnamige Raumsonde der Nasa ein kompliziertes Manöver am Mars absolvieren.
/ Patrick Klapetz
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Grafische Darstellung des Psyche-Fluges am Mars vorbei. (Bild: Nasa)
Grafische Darstellung des Psyche-Fluges am Mars vorbei. Bild: Nasa

Die Psyche-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa befindet sich seit ihrem Start im Oktober 2023 auf dem Weg zum gleichnamigen Asteroiden 16 Psyche. Am 15. Mai 2026(öffnet im neuen Fenster) hat die Raumsonde dabei ein wichtiges Korrekturmanöver am Mars(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt und sich die Gravitationskräfte des roten Planeten zunutze gemacht.

Bei einem Schwerkraftmanöver, auch Swing-by-Manöver genannt, fliegt ein Raumfahrzeug an einem Objekt mit größeren gravitativen Anziehungskräften vorbei und nutzt diese Kräfte für seine Flugbahnkorrekturen und die Anpassung seiner Geschwindigkeit, ohne dabei wertvollen Treibstoff für die Mission zu verbrauchen. Dabei kann die Raumsonde ihre Geschwindigkeit entweder drosseln oder erhöhen.

Annäherung an den Mars

Psyche flog mit einem Abstand von lediglich 4.500 km an der Marsoberfläche vorbei und befand sich damit näher an dem Planeten als dessen Monde Phobos und Deimos. Die Sonde passierte den Mars mit einer Geschwindigkeit von etwa 19.848 km/h und konnte ihre Geschwindigkeit für den Flug zu dem Asteroiden weiter erhöhen.

Obwohl der Vorbeiflug erst am 15. Mai erfolgte, wurden die an Bord befindlichen Instrumente bereits Anfang Mai kalibriert(öffnet im neuen Fenster) und getestet. Dabei konnte die an Bord befindliche Multispektralkamera Tausende von Aufnahmen vom Mars machen. Es sei das erste Mal seit Missionsbeginn gewesen, dass die Kamera an einem Objekt kalibriert worden sei, das größer als einige wenige Pixel war, heißt es in einer Pressemitteilung der Nasa. Dabei entstand auch ein Bild, bei dem der Mars als schmale Sichel erscheint.

Zur Vorbereitung des Vorbeiflugs leitete das Operationsteam der Nasa bereits am 23. Februar ein Flugbahnkorrekturmanöver durch. Dabei wurden die Triebwerke des Raumfahrzeugs 12 Stunden lang gezündet, um die Geschwindigkeit der Raumsonde zu erhöhen und seine Annäherung an den Planeten zu verfeinern.

Psyche offenbart Blick ins Innere eines Planeten

Nach dem erfolgreichen Schwerkraftmanöver nahm die Raumsonde Kurs auf 16 Psyche, den sie im Sommer 2029 erreichen soll. Durch den Besuch erhofft sich die wissenschaftliche Fachwelt, mehr über das Innere von Gesteinsplaneten zu erfahren.

Bei dem Asteroiden soll es sich um ein ursprüngliches Planetesimal handeln – einen Vorläufer von Planeten. Jedoch führten etliche Kollisionen über die letzten Milliarden Jahre dazu, dass die Kruste und der Mantel von 16 Psyche entfernt wurden. Deswegen liegt der 280 km große Nickel-Eisen-Kern von Psyche frei. Es wäre also das erste Mal, dass Wissenschaftler direkt Daten über den Kern eines Planeten, der normalerweise verborgen bleibt, sammeln können.


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