Swift: Nasa-Rettungsmission für Forschungssatelliten gescheitert
Eine beispiellose Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa zur Rettung eines Forschungssatelliten ist gescheitert. Es gebe ein Problem mit der Steuerung des Link genannten unbemannten Schleppraumschiffs, teilte(öffnet im neuen Fenster) die Nasa mit. Der Rettungsversuch werde deswegen aufgegeben, zu Forschungszwecken solle sich Link dem Himmelsobservatorium aber trotzdem noch nähern.
"Das ist nicht das Ergebnis, auf das wir hingearbeitet haben, aber es ändert nichts daran, warum es das wert war, diese Mission zu versuchen", sagte Nasa-Chef Jared Isaacman.
Anfang Juli war Link mithilfe eines Stargazer-Flugzeugs und einer Pegasus-Rakete von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik gestartet. Entwickelt und gebaut wurde Link im Auftrag der Nasa von dem US-Raumfahrtunternehmen Katalyst Space mit einem Budget von rund 30 Millionen Dollar (etwa 26 Millionen Euro).
Das rund 400 Kilogramm schwere Raumschiff mit drei Roboterarmen, drei Hauptantriebswerken und zahlreichen weiteren Instrumenten sollte sich dem Forschungssatelliten nähern und ihn über einen Zeitraum von mehreren Monaten in seine ursprüngliche Umlaufbahn zurückbringen.
Swift lieferte wichtige Forschungsdaten
Bei dem Forschungssatelliten handelt es sich um das mit drei Teleskopen ausgestattete, unbemannte Himmelsobservatorium Swift. Es war 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All gebracht worden und hatte seitdem vor allem gewaltige Energieausbrüche im Universum untersucht, sogenannte Gammablitze.
Wegen der zentralen Bedeutung der von Swift gelieferten Forschungsdaten hatte sich die Nasa kurzfristig für die beispiellose Rettungsmission entschieden. Bei einem Erfolg hätte der derzeit weitgehend stillgelegte Satellit möglicherweise ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten liefern können. Nach Einschätzung der Wissenschaftler wäre das womöglich noch fünf Jahre oder länger möglich gewesen.
Nötig geworden war die Rettungsmission vor allem wegen der erhöhten Sonnenaktivität. Sie verstärkt den atmosphärischen Widerstand, wodurch Swift stärker abgebremst wird und zunehmend an Höhe verliert.
Die Rettungsmission galt allerdings bereits vorab als herausfordernd und riskant. Nach ihrem Scheitern werde Swift nun wohl noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre stürzen und verglühen, hieß es von der Nasa.