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SVT-AV1: Intel und Netflix kooperieren für AV1-Encoder

Der Streaminganbieter Netflix will zusammen mit dem Hardwarehersteller Intel an dessen AV1 -Encoder arbeiten. Der ist als Open-Source-Software verfügbar und benötigt sehr leistungsfähige Hardware.
/ Sebastian Grüner
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SVT-AV1 braucht leistungsfähige Hardware für schöne und große Videos. (Bild: Intel)
SVT-AV1 braucht leistungsfähige Hardware für schöne und große Videos. Bild: Intel

Intel hat seinen Open-Source-Encoder SVT-AV1 für den freien Videocodec AV1 nun auch offiziell angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Der Encoder steht seit Anfang Februar dieses Jahres bereits auf Github zum Download bereit, das Unternehmen hat sich bisher aber nicht offiziell dazu geäußert. Laut Intel will der Hardwarehersteller für den Encoder mit dem Streaminganbieter Netflix kooperieren.

Sowohl Netflix und Intel als auch viele weitere Unternehmen sind Teil des Industriekonsortiums Alliance for Open Media (Aomedia), das für die Entwicklung des freien Codecs AV1 sowie ebenfalls freier Referenzimplementierungen verantwortlich ist. Noch ist die Referenz der Aomedia aber vergleichsweise langsam, so dass verschiedene Initiativen auf eigene Implementierungen setzen, so wie nun also auch Intel.

Die Leistungsvorteile von SVT-AV1 sollen sich vor allem aus vorangegangenen Arbeiten durch Intel ergeben. Denn mit der Scalable Video Technology (SVT) nutzt das Unternehmen die zugrundeliegende Architektur bereits für Encoder der Videocodecs HEVC alias H.265 und das freie VP9. Darüber hinaus soll der neue Encoder von Intel, wie der Name nahelegt, besonders gut skalieren und so für verschiedene Einsatzbereiche geeignet sein. Für das Encoding eines Videos mit 4K-Auflösung und 10 Bit Farbtiefe benötige ein System aber mindestens 48 GByte RAM sowie 112 logische CPU-Kerne.

Bei dem geplanten Einsatzzweck soll es sich explizit aber nicht nur um das Encoding für Video-on-Demand und Streamindgienste handeln, sondern auch um das Encoding in Echtzeit durch einfachere Anwendungen. Letzteres könnte etwa in Laptops für Videochat-Anwendungen genutzt werden, was insbesondere bei kleineren Auflösungen schon funktionieren könnte. Netflix arbeitet mit Intel an dem Encoder natürlich für sein eigenes Angebot zusammen. Darüber hinaus diene die Kooperation offiziell aber auch dem Vorantreiben der Forschung rund um den freien Codec AV1.


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