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SUV-Coupé vorgestellt: Ford belebt den Capri als Elektroauto

Mit dem Klassiker aus den 1970er Jahren hat der vollelektrische Ford Capri wenig gemein. Der Einstiegspreis liegt bei mehr als 50.000 Euro.
/ Friedhelm Greis
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Der neue Ford Capri hat wenig Ähnlichkeit mit dem Original aus den 1970ern. (Bild: Ford)
Der neue Ford Capri hat wenig Ähnlichkeit mit dem Original aus den 1970ern. Bild: Ford

Nach Mustang und Explorer kommt der Capri: Der Autohersteller Ford hält auch bei seinem neuesten Elektroauto an einem bekannten Modellnamen fest. "Der neue vollelektrische Ford Capri tritt als sportlich designtes SUV-Coupé auf und überführt damit die Linienführung des gleichnamigen Sportcoupés konsequent in die Neuzeit" , hat der Hersteller am 10. Juli 2024 mitgeteilt(öffnet im neuen Fenster) . Der Einstiegspreis für die Extended-Range-Version mit 77-kWh-Akku und Heckantrieb liegt bei 51.950 Euro.

Der neue Ford Capri ist 4,63 m lang, 1,82 m breit und unbeladen 1,63 m hoch. Der Radstand beträgt 2,77 m. Der Capri ist nach dem Explorer das zweite vollelektrische Modell, das im Kölner Ford-Werk vom Band laufen soll. Ebenso wie der Explorer basiert auch der Capri auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) von Volkswagen.

Das ist unter anderem am Elektroantrieb und der Batterie erkennbar. Der Heckmotor verfügt über eine Leistung von 210 kW (286 PS). Damit beschleunigt der Capri in 6,4 Sekunden von null auf 100 km/h, seine Geschwindigkeit wird bei 180 km/h abgeregelt. Die Reichweite liegt laut Ford bei 627 km nach dem Prüfzyklus WLTP.

Der Hecktriebler soll nur mit bis zu 135 kW Gleichstrom geladen werden können. Diese Angabe erscheint niedrig, denn der VW ID.7 mit gleich großem Akku lädt mit bis zu 190 kW, wie zuletzt ein Test von Golem.de gezeigt hat . Der Ford Explorer mit 77-kWh-Akku soll ebenfalls nur mit 135 kW laden.

Eine höhere Ladeleistung von bis zu 185 kW bietet hingegen die Allradversion des Capri. Diese hat einen Akku mit 79 kWh und soll bis zu 593 km weit kommen. Die beiden Motoren an Vorder- und Hinterachse liefern zusammen bis zu 250 kW (340 PS). Damit beschleunigt der Capri in 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt ebenfalls 180 km/h. Das Kofferraumvolumen beträgt 570 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen vergrößert sich der Stauraum auf bis zu 1.510 Liter.

Innenraum wie beim Explorer

Beim Innenraum übernimmt der Capri die Gestaltung des Ford Explorer. Das betrifft unter anderem das kleine Fahrerdisplay hinter dem Lenkrad mit 5,3 Zoll Bilddiagonale. Der Infotainmentbildschirm über der Mittelkonsole ist ebenso wie beim Explorer und beim Mustang Mach-E hochkant angebracht und verfügt über eine Diagonale von 14,6 Zoll.

Das Display ist in seiner Position stufenlos um 30 Grad verstellbar und verbirgt dahinter eine Art Schließfach, von Ford Private Locker genannt. Schließt man das Fahrzeug ab, wird der Bildschirm arretiert und ist ohne Gewalteinwirkung nicht mehr zu öffnen. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz befindet sich zudem eine Mega Console mit 17 Litern Fassungsvermögen.

"Der zwölffach elektrisch verstellbare Fahrersitz mit Memory-Schaltung besitzt ab Werk eine Massagefunktion. Lenkrad und Vordersitze sind beheizbar, der Fahrer kann die Vorklimatisierung des Innenraums zudem aus der Ferne starten" , schreibt Ford. Smartphones lassen sich kabellos per Apple Carplay und Android Auto mit Ford Sync Move koppeln.

Zum Modellstart bietet Ford den Capri mit Extended-Range-Batterie, Heck- und Allradantrieb sowie in zwei Ausstattungsvarianten an.

Zwei Versionen zum Marktstart

Die Premium-Version enthält ein B&O-Soundsystem mit zehn Lautsprechern inklusive Soundbar und Subwoofer sowie eine Ambientebeleuchtung. In der Premium-Version lässt sich die Heckklappe sensorgesteuert per Fußbewegung unter dem hinteren Stoßfänger elektrisch öffnen.

Diese Funktion lässt sich in der Basisversion als Sonderausstattung bestellen. Weitere Extras sind ergonomische Vordersitze mit einer Zertifizierung der Aktion Gesunder Rücken (AGR), eine Wärmepumpe und ein Panorama-Glasdach für den Capri Premium.

Der Capri bietet serienmäßig unter anderem einen "Cross-Traffic Alert mit aktivem Bremseingriff sowie die intelligente adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stopp&Go, Ausweichassistent, Fahrspurassistent, Fahrspurpilot und Pre-Collision Assist" . Das optionale Fahrerassistenzpaket einhält einen Spurwechselassistenten, einen Einparkassistenten, ein Head-up-Display und eine 360-Grad-Kamera. Nicht angeboten wird jedoch das System Blue Cruise für freihändiges Fahren .

Ford Capri als Vorbild für Opel Manta und VW Scirocco

Der ursprüngliche Ford Capri(öffnet im neuen Fenster) , ein Mittelklasse-Coupé, lief in verschiedenen Versionen von 1968 bis 1986 vom Band. Der Erfolg des Capri animierte andere Hersteller dazu, vergleichbare Autos zu entwickeln. Dazu zählten unter anderem der Opel Manta und der VW Scirocco.

Laut Ford greift das Design des neuen Capri "wesentliche Gestaltungsmerkmale" des Vorgängers auf. "So zitiert zum Beispiel die Fronthaube, vor der sich ein flacher Grill fast über die gesamte Fahrzeugbreite zwischen den horizontalen Scheinwerfern erstreckt, das stilistische Vorbild ebenso wie die am hinteren Radhaus abfallende Knickkante auf Höhe der Türgriffe" , heißt es. Das vermutlich markanteste Designelement bilde die zum Heck rund auslaufende Scheibe in C-Form.

Nachtrag vom 11. Juli 2024, 16:57 Uhr

Ford begründete auf Anfrage von Golem.de die Unterschiede bei der Ladeleistung mit unterschiedlichen Anforderungen an die Batterie für die RWD- und AWD-Versionen. So unterschieden sich die Batterien geringfügig in Zellchemie, Kapazität und Leistungsabgabe. Die Ladedauer beim Schnellladen unterscheide sich bei beiden Versionen jedoch nur geringfügig um 2 Minuten.

Bei den AWD-Modellen verfüge der Capri über eine Ladeleistung von bis zu 185 kW und könne mit einem 200-kW-Ladegerät in 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Bei den RWD-Modellen lade der Capri mit bis zu 135 kW in 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent.


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