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Surface Pro 3 im Test: Das Tablet, das Notebook sein will

Mit dem Surface Pro 3 hat Microsoft erstmals ein Tablet mit 12 Zoll großem Display vorgestellt – damit kommt das Gerät einem Notebook näher als sein Vorgänger. Golem.de hat im Test überprüft, ob sich das Tablet auch wie ein Notebook verhält.
/ Sebastian Wochnik , Tobias Költzsch
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Das Surface Pro 3 von Microsoft (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Das Surface Pro 3 von Microsoft Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Im Mai 2014 stellte Microsoft das neue Surface Pro 3 vor – das dritte Surface in eineinhalb Jahren. Während vom ersten zum zweiten Surface Pro nur kleine Verbesserungen vorgenommen wurden, hat Microsoft sein Tablet nun stärker überarbeitet: Das neue Modell hat ein größeres Display, einen stark verbesserten Kickstand zum Aufstellen des Tablets und ein schlankeres Gehäuse. Damit entwickelt sich das Surface immer mehr zum Notebookersatz.

Microsoft Surface Pro 3 – Test
Microsoft Surface Pro 3 – Test (02:14)

Die Surface-Tablets sollten schon immer – anders als viele Android-Tablets – eher ein Arbeits- als ein reines Unterhaltungsgerät sein. Ein Notebook konnte das Microsoft-Tablet meistens aber nicht ersetzen: Das 10-Zoll-Display der Vorgänger war vielen zum Arbeiten einfach zu klein – verständlich, denn das Netbook-Format ist nicht jedermanns Sache.

Das 12-Zoll-Display im 3:2-Format des neuen Surface finden wir zum Arbeiten deutlich angenehmer: Es ist immer noch nicht zu groß für ein Tablet und deutlich angenehmer bei Office-Arbeiten oder auch Bildbearbeitung mit Lightroom. Zusätzlich zum größeren Bildschirm hat Microsoft auch die Auflösung des IPS-Displays auf 2.160 x 1.440 Pixel erhöht, was einer Pixeldichte von 216 ppi entspricht – das sind 8 ppi mehr als bei den beiden Vorgängermodellen.

Spiegelnder Bildschirm mit warmen Farben

Schade ist allerdings, dass der Bildschirm stark spiegelt – bereits in Innenräumen hat uns das stellenweise sehr gestört. Zudem ist uns aufgefallen, dass die Farbwiedergabe des Displays sehr warm ist: Dadurch geht das Weiß in einen gelblichen Farbton über.

Der Startbutton hat eine neue Position bekommen: Im Querformat liegt er jetzt auf der rechten Seite, bei den Vorgängern war er am unteren Rand. Bei einem angesteckten Tastatur-Cover gefällt uns die Position besser, da der Button besser erreichbar ist. Im Hochformatmodus kommt der Nutzer zudem nun nicht mehr aus Versehen mit dem Daumen auf den Knopf.

Neuer, verbesserter Stift

Einen Digitizer besitzt das Surface Pro 3 ebenfalls, Microsoft setzt jetzt auf eine neue Technik. Beim Surface Pro 1 und 2 kam noch Wacoms kapazitive Digitizer-Technik zum Einsatz: Eine spezielle Schicht unter dem Displayglas versorgt den Stift hier über Induktion mit Strom, so dass dieser keine Batterien oder Akkus benötigt.

Beim Surface Pro 3 verwendet Microsoft hingegen die aktive Digitizer-Technik von Ntrig. Die spezielle Schicht auf dem Display kann weggelassen und das Tablet so dünner gebaut werden. Der Stift benötigt nun aber Batterien, in diesem Fall sind es eine AAAA-Batterie für den Stift selbst und zwei 1,5 V Knopfzellen vom Typ 319 für den sogenannten Onenote-Button.

Hochwertiger Stift aus Magnesium

Der Stift ist durch die Batterien ein wenig schwerer, liegt dadurch aber wesentlich angenehmer in der Hand. Durch das Gehäuse aus Magnesium wirkt er deutlich hochwertiger als die Stifte der Vorgänger – diese sind aus Kunststoff und wirken im Vergleich wie billige Einwegkugelschreiber. Anstelle der 1.024 Druckpunkte des Vorgängerstifts besitzt der Digitizer des Microsoft-Tablets nur noch 256 Druckpunkte, was im Alltag nicht auffällt.

Der Knopf am Stiftende besitzt anders als bei den alten Stiften keine Radierfunktion mehr, sondern dient als Shortcut zum Öffnen von Onenote, Microsofts Notizprogramm. Je nachdem, welches Programm gerade geöffnet ist, dauert das zwischen 1 und 5 Sekunden. Auch im Standby funktioniert der Button. Das Wecken des Tablets und Öffnen von Onenote dauert keine zwei Sekunden. Das ist nicht nur sehr schnell, sondern oft auch praktisch.

Da der Radierknopf für das Öffnen von Onenote wegfällt, besitzt der neue Stift zwei frei programmierbar Knöpfe. In vielen Anwendungen sind diese mit der Radier- und Lassofunktion vorbelegt. Die Knöpfe sind ein wenig klapprig. Trotz der unterschiedlichen Digitizer-Technik fühlt sich der Stift in der Bedienung kaum anders an. Eine Latenz bei der Eingabe und die geringere Anzahl der Druckstufen sind kaum wahrzunehmen, er arbeitet zudem deutlich genauer als die alten Stifte.

Dünnes Displayglas

Wird mit dem Stift ein wenig stärker auf das Display gedrückt, schlägt das Panel schnell Wellen. Das kann irgendwann zu Schäden am Display führen, da die Kristalle des LCD beschädigt werden können. Hier hätten wir uns ein etwas stabileres Deckglas gewünscht, zumal nicht viel Druck ausgeübt werden muss, um das Displayglas einzudrücken.

Die Bedienung des Surface Pro 3 macht mit dem Digitizer deutlich mehr Spaß als bei den Vorgängermodellen. Zum einen durch das größere Display, das, wie wir schon beim Galaxy Note Pro 12.2 bemerkten, deutlich besser für die Bedienung mit einem Digitizer ist, zum anderen durch den neuen Kickstand.

Vielseitiger Standfuß

Microsoft hat den Standfuß im Surface Pro 3 stark verbessert. Statt nur zwei Stufen lässt sich der Neigungswinkel jetzt zwischen 22 und 150 Grad stufenlos verstellen. Der Widerstand beim Neigen ist stärker als beim Vorgängermodell und stark genug, um die Position zu halten. Das Tablet wippt beim Berühren des Displays ein wenig, wenn der Ständer weit ausgeklappt ist.

Der Ständer ist dank der Neuerungen deutlich praktischer als der der Vorgänger und ermöglicht eine angenehmere Bedienung. Besonders wenn das Tablet mit voll aufgeklapptem Kickstand auf einem Tisch liegt, können wir sehr angenehm surfen oder mit dem Digitizer etwas zeichnen.

Größeres, aber leichteres Gehäuse

Das Gehäuse des Surface Pro 3 misst nun durch das größere Display 292 x 200 x 9,2 mm. Mit 800 Gramm wiegt es rund 115 Gramm weniger als das Surface Pro 2. Obwohl es größer ist, liegt das Tablet daher sehr gut in der Hand. Das liegt auch am Gehäusematerial: Wie beim Surface 2 mit Windows RT verwendet Microsoft beim Pro 3 Magnesium, das sich sehr gut anfühlt.

Bei den Anschlüssen hat sich nichts geändert: Wie die beiden Vorgänger besitzt das Windows-Tablet einen USB-3.0- und Mini-Displayport-Anschluss. Auch eine Front- und Rückkamera mit jeweils 5 Megapixeln sind vorhanden. Deren Qualität ist eher bescheiden, dürfte für Videotelefonie allerdings ausreichen. Ernsthafte Fotografie dürfte mit einem derart großen Tablet sowieso kaum möglich sein.

Type Cover mit funktionierendem Touchpad

Da das Tablet größer geworden ist, konnte Microsoft auch das Type Cover vergrößern. Die Tastatur selbst ist allerdings genauso groß wie die des vorigen Type-Cover-Modells, dafür sind die Ränder breiter. So gibt es mehr Platz für das Touchpad, das im Unterschied zur Tastatur vergrößert wurde.

Die Tastatur des neuen Type Covers hat einen ähnlichen Anschlag wie das vorige Modell. Beim Surface Pro 3 kann sie allerdings in der Höhe verstellt werden: Dazu befindet sich am unteren Rand des Tablets ein Magnet, an dem die angesteckte Tastatur durch Hochklappen angebracht werden kann. Dann liegt sie nicht mehr flach auf dem Tisch auf, sondern nach vorne abfallend. Dies ist für die Handgelenke angenehm, aufgrund der etwas wabbeligen Konstruktion des Type Covers gibt die Tastatur aber bei jedem Tastendruck etwas nach – das kann insbesondere bei Tippern mit härterem Anschlag schnell nerven.

Stark verbessert hat Microsoft das Touchpad des Type Covers: Es ist nicht nur größer, sondern lässt sich endlich auch vernünftig bedienen. Die Oberfläche ist matt und lässt den Finger angenehm darauf gleiten. Das Pad kann sowohl nur per Touch-Eingaben bedient werden als auch mit einem deutlich wahrnehmbaren Klick.

Wie beim Vorgänger befinden sich – jetzt allerdings unmarkiert – am linken und rechten unteren Rand des Touchpads die linke und die rechte Maustaste. Alternativ kann der Nutzer die rechte Maustaste auch durch den Druck mit zwei Fingern gleichzeitig auslösen. Mit dem neuen Touchpad kann nun endlich auch vernünftig gescrollt werden: Beim vorigen Type Cover war dies häufig eine Geduldsprobe.

Kaum veränderte Benchmark-Ergebnisse

Bei der Hardwareausstattung bietet Microsoft beim Surface Pro 3 mehrere Konfigurationen mit Intels Haswell-Refresh-Prozessoren an. Unser Testmodell ist mit einem Core i5-4300U(öffnet im neuen Fenster) mit der HD-Graphics-4400-Grafikeinheit und 4 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet. Das Surface Pro 2 ist kaum schwächer, es besitzt einen ähnlichen Haswell-Prozessor. Intel hat bisher keine neueren mobilen Prozessoren in der Leistungsklasse angekündigt.

Microsoft Surface Pro - Vergleich
Microsoft Surface Pro 3 Microsoft Surface Pro 2 Microsoft Surface Pro
Display 12 Zoll, 2.160 x 1.440 10,6 Zoll, 1.920 x 1.80 10,6 Zoll, 1.920 x 1.80
Maße 292 x 200 x 9,2 mm 275 x 173 x 13 mm 275 x 173 x 13,5 mm
Gewicht 800 Gramm 910 Gramm 900 Gram
Prozessor Intel Core i3-4020Y (2x 1,50GHz) mit HD 4200 Graphics,
Intel Core i5-4300U (2x 1,90GHz) mit HD 4400 Graphics,
Intel Core i7-4650U (2x 1,70GHz) mit HD 5000 Graphics
Intel Core i5-4200U (2x 1,60GHz) mit HD4400 Graphics Intel Core i5-3317U (2x 1,70GH) mit HD 4000 Graphics
RAM 4 oder 8 GByte LPDDR3 4 oder 8 GByte LPDDR3 4 GByte
Speicher 64, 128, 256 oder 512 GByte (+128 GByte Micro-SD) 64, 128, 256 oder 512 GByte (+128 GByte Micro-SD) 64, 128 oder 256 GByte (+128 GByte Micro-SD)
Kamera 5 MP + 5 MP (vorne/hinten) 1,0 MP + 1,0 MP (vorne/hinten) 1,0 MP + 1,0 MP (vorne/hinten)
Anschlüsse Mini Displayport, USB 3.0 Mini Displayport, USB 3.0 Mini Displayport, USB 3.0
Funk WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0 WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0
Akku 42 Wh 42 Wh 42 Wh

In den Benchmark-Tests schneidet das Surface Pro 3 im Vergleich zum Vorgänger etwas schlechter ab – auch wenn die Unterschiede nicht besonders groß sind. Der im aktuellen Surface verbaute i5 4300U ist zwar geringfügig höher getaktet als der i5 4200U(öffnet im neuen Fenster) des Surface Pro 2, wird bei den Benchmarks aber vermutlich gedrosselt, um ihn vor Überhitzung zu schützen. Laut 3DMark wird der Prozessor während des Tests über 70 Grad Celsius warm – die Kühlung scheint nicht genügend Abwärme abführen zu können.

Surface Pro 3 - Benchmarks
Benchmark Surface Pro 3 (Core i5-4300U) Surface Pro 2 (Core i5-4200U)
3DMark x64 Ice Storm 40.235 Punkte 41.269 Punkte
3DMark x64 Ice Storm Extreme 28.378 Punkte 28.391 Punkte
3DMark x64 Cloud Gate 3.905 Punkte 4.497 Punkte
3DMark x64 Firestrike 526 Punkte 643 Punkte
3DMark x64 Firestrike Extreme 191 Punkte 300 Punkte
Cinebench R15 x64 (X-CPU) 248 Punkte 231 Punkte

Für aufwendige Spiele ist das Surface Pro 3 weniger geeignet. Grid Autosport läuft bei einer Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln auf der niedrigsten Detailstufe nur mit 24 fps. Andere Spiele laufen kaum besser: Die hohe Auflösung fordert die GPU. Werden Spiele nativ mit geringerer Auflösung gerendert, kann oft die Detailstufe leicht erhöht werden, ohne dass das Spiel ruckelt.

Warme Rückseite bei starker Belastung

Gekühlt wird die Hardware aktiv – am oberen Rand sind kleine Lüftungsschlitze vorhanden. Beim Surfen und bei Office-Arbeiten bekommt der Nutzer vom Ventilator nicht viel mit. Es scheint beinahe, als ob das Tablet passiv gekühlt wird. Erst beim Spielen dreht der Lüfter auf, ebenso bei der Bildbearbeitung mit Lightroom. Er ist jedoch nicht besonders laut, das Luftrauschen ist aber dennoch zu hören. Bei Volllast wird das Tablet schnell warm. Die Temperatur der Rückseite erreichte bei unseren Benchmark-Tests 50 Grad Celsius – das Halten des Geräts wird bei dieser Temperatur schnell unangenehm.

Im Leerlauf verbraucht das Surface Pro 3 rund 9 Watt bei minimaler Helligkeit und 12 Watt bei maximaler Helligkeit. Das sind rund 3 beziehungsweise 2 Watt mehr als beim Vorgänger. Die erhöhte Leistungsaufnahme liegt vermutlich am größeren Display.

Bei unserem Modell mit 128 GByte Speicher belegt Windows 8.1 mit dem Office-Paket knapp 20 GByte, so dass dem Nutzer noch 94 GByte zur Verfügung stehen. Microsoft bietet auch eine Version mit 64 GByte Speicher an, hier dürfte der Speicher nach einigen installierten Programmen und größeren Dateien schnell voll werden.

SSD statt eMMC

Der Flash-Speicher ist anders als bei vielen Windows-Tablets keine langsame eMMC, sondern eine SSD. Beim sequenziellen Lesen erreicht diese Übertragungsraten von 467 MByte/s und ist damit fast so schnell wie aktuelle SSDs in Desktop-PCs. Beim sequenziellen Schreiben ist sie mit 120 MByte/s vergleichsweise langsam. Bei 4 KByte kleinen Blöcken kommt die SSD auf 24 und 65 MByte/s – schreibt also schneller als sie liest. Eine Micro-SD-Karte mit bis zu 128 GByte Speicher kann eingesetzt werden.

Das WLAN-Modul funkt nach 802.11 a/b/g/n/ac und Bluetooth 4.0 ist vorhanden. NFC und ein Mobilfunkmodem fehlen allerdings. Das fehlende Modem führt dazu, dass unterwegs keine mobile Internetverbindung hergestellt werden kann – so ist man auf Hotspots in der Umgebung oder das Smartphone mit ausreichend Datenvolumen angewiesen.

Notebook-Ersatz? Durchaus

In unserem Test konnte Microsofts Surface Pro 3 das Notebook des Redakteurs gut ersetzen. Das Display ist zum Arbeiten angenehm groß, und auch mit dem neuen Type Cover kann produktiv gearbeitet werden. Durch den schnellen Speicher werden Programme zügig geöffnet, dank des Onenote-Buttons können spontane Einfälle schnell notiert werden. Die fehlenden Anschlüsse haben wir mit einem USB-Hub mit integriertem Ethernet-Anschluss für 15 Euro leicht ersetzen können.

Im Vergleich zu einem kleinen Notebook nimmt das Surface Pro 3 zusammen mit der Tastatur wegen des Klappständers auf einem Tisch mehr Platz ein als ein 13-Zoll-Notebook. Besonders beim Schreiben auf dem Schoß stört der notwendige erhöhte Platzbedarf. Da die Tastatur näher am Oberkörper liegt als bei einem normalen Notebook, schreibt man nicht so entspannt, da die Hände verkrampfen. Das Tippen von längeren Texten kann so etwas unangenehm werden.

Unterwegs vielseitiger als die meisten Notebooks

Ansonsten kann das Tablet unterwegs im Vergleich zu einem Notebook punkten. Beim Surfen kann das Tastatur-Cover entfernt und mit dem Kickstand die Neigung des Tablets optimal eingestellt werden. Ohne die Tastatur benötigt es weniger Platz als jedes Notebook.

Viel Spaß macht auch das Arbeiten mit Lightroom und anderen Bildbearbeitungsprogrammen. Dank der Genauigkeit des neuen Stiftes lassen sich Regler sehr gut einstellen, Elemente wie Masken oder Verläufe lassen sich genau einfügen, das Ausschneiden bestimmter Bildteile gelingt leicht. Insbesondere hier ist es praktisch, dass auch beim Surface Pro 3 der Handballen auf das Display gelegt werden kann, wenn der Nutzer den Stift benutzt.

Akkulaufzeit nochmal verlängert

Die Akkulaufzeit konnte Microsoft beim Surface Pro 3 nochmals verlängern: Schaffte das Surface Pro 2 nach dem laufzeitsteigernden Update knapp sechs Stunden im Productivity-Test des Powermark-Benchmarks, erreichen wir mit dem neuen Gerät trotz größerem Display 6,5 Stunden. Dies rückt das Surface-Tablet weiter an die Laufzeit eines guten Notebooks heran.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Surface Pro 3 kann in unterschiedlichen Konfigurationen im Onlineshop von Microsoft vorbestellt werden. Das günstigste Modell kommt mit einem Intel-i3-Prozessor, 4 GByte Arbeitsspeicher und einer 64 GByte großen SSD und kostet 800 Euro. Mit Intels i5-Prozessor kann das Tablet entweder mit 4 GByte RAM und 128 GByte Speicher für 1.000 Euro oder mit 8 GByte RAM und 256 GByte Speicher für 1.300 Euro bestellt werden.

Die teuersten Geräte sind die beiden Modelle mit Intels i7-Prozessor und 8 GByte Arbeitsspeicher. Das 256-GByte-Modell kostet 1.550 Euro und die 512-GByte-Version 1.950 Euro. Letztere ist allerdings momentan nicht vorbestellbar. Alle Geräte kommen ohne Tastatur-Cover: Das neue Type Cover kostet zusätzlich 130 Euro.

Fazit

Mit dem Surface Pro 3 ist Microsoft ein erster echter Laptop-Konkurrent gelungen. Der Vorgänger Surface Pro 2 eignete sich aufgrund des 10-Zoll-Displays noch weniger für ernsthaftes Arbeiten. Mit dem 12 Zoll großen Bildschirm und dem flachen Gehäuse hat Microsoft hier einen guten Kompromiss aus Größe und Handlichkeit geschaffen.

Obwohl das Tablet einen größeren Bildschirm als sein Vorgänger hat, wirkt es dank des niedrigeren Gewichtes weniger klobig. Dadurch kann es auch gut ohne das Tastatur-Cover zum Surfen oder Lesen verwendet werden. Mehr noch als seine Vorgänger sollte das Surface Pro 3 aber als Notebook denn als Tablet betrachtet werden: Seine Stärke spielt das Surface Pro 3 im produktiven Bereich aus. Sowohl Texte als auch Tabellenkalkulationen lassen sich auf dem großen Display mit der guten Tastatur eingeben. Die fehlenden Anschlüsse lassen sich leicht durch einen preiswerten Adapter ersetzen.

Aber auch Bilder lassen sich dank des Stiftes und ausreichend Arbeitsspeicher mit Lightroom, Photoshop oder anderen Programmen sehr gut bearbeiten. All diesen Aufgaben kommt der neue Kickstand zugute: Endlich kann das Surface in nahezu jedem gewünschten Winkel stabil aufgestellt werden – auch auf dem Schoß. Grundsätzlich benötigt das Gerät aufgrund des aufklappbaren Ständers aber mehr Platz als ein normales Notebook.

Das Surface Pro 3 stellt insbesondere aufgrund des Formfaktors eine sinnvolle Weiterentwicklung der Surface-Reihe dar. Mit dem i3-Modell für 800 Euro ist der Tablet-Computer auch in einer erschwinglichen Version erhältlich – empfehlenswerter ist aber sicherlich mindestens das kleinere i5-Modell für 1.000 Euro.

Ähnlich ausgestattete Notebooks wie etwa das Thinkpad Carbon X1 von Lenovo oder Apples Macbook Air 13 kosten genauso viel, sind meistens aber ein wenig schwerer und besitzen keinen Digitizer, dafür aber eine längere Akkulaufzeit. Die Option, das Gerät als Tablet zu nutzen, haben die meisten Konkurrenten des Surface Pro 3 allerdings nicht.


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