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Surface 3 im Hands on: Das Surface ohne RT

Microsoft hat mit dem Surface 3 den Nachfolger des Windows-RT-basierten Surface 2 vorgestellt, verzichtet aber auf die eingeschränkte Windows-Version. Das neue Gerät ist ein abgespecktes Surface Pro 3 und richtet sich an Nutzer, die ein Tablet statt eines Ultrabooks wollen – günstig ist es aber nicht.
/ Tobias Költzsch
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Das neue Surface 3 von Microsoft (Bild: Microsoft)
Das neue Surface 3 von Microsoft Bild: Microsoft

Microsoft bleibt dabei, mit den Surface- und den Surface-Pro-Modellen zwei Tablet-Linien anzubieten: Das neue Surface 3 steht in der Tradition der vorigen Windows-RT-Geräte und soll mehr Tablet als Ultrabook sein – anders also als das Surface Pro 3 , das ein Notebook ersetzen können soll. Die Zielgruppe definiert Microsoft klar mit Nutzern, denen ein Surface Pro zu teuer ist und die keine Hardware im Ultrabook-Bereich benötigen.

Microsoft Surface 3 – Hands on
Microsoft Surface 3 – Hands on (01:18)

Anders als die bisherigen Surface-Modelle kommt das Surface 3 mit vollwertigem Windows 8.1 anstelle mit dem abgespeckten Windows RT. Microsoft hat beim Surface 3 weniger leistungsstarke Hardware als beim Surface Pro 3 verbaut, das generelle Konzept mit Klappständer und abnehmbarer Tastatur aber beibehalten. Golem.de konnte sich das neue Tablet bereits vor der Veröffentlichung ausführlich anschauen.

Äußerlich sieht das Surface 3 aus wie das Surface Pro 3 und das Surface 2 : Es hat ebenfalls eine silberne Magnesiumlegierung, die resistent gegen Fingerabdrücke ist. Beim zweiten Hinsehen fällt die geringe Dicke auf: Dank des fehlenden Lüfters ist das Surface 3 nur 8,7 mm dick und damit gut 1 mm dünner als das Surface Pro 3.

Das Surface 3 hat nahezu die gleichen Anschlüsse wie das Surface Pro 3: An der Seite befindet sich ein Display Port, um Bildschirminhalte auf einem externen Monitor zeigen zu können. Daneben ist ein USB-3.0-Anschluss platziert, um Peripherie-Geräte anzuschließen. Der USB-Anschluss ist laut Microsoft auch der Grund, weshalb das Surface 3 nicht noch dünner ist. Anders als die bisherigen Surface-Geräte – sowohl Pro- als auch normale Version – hat das Surface 3 jedoch nicht mehr den proprietären magnetischen Ladeanschluss.

Kein proprietärer Ladestecker mehr

Stattdessen wird das Tablet jetzt über einen herkömmlichen Micro-USB-Stecker geladen, wie er auch bei zahlreichen anderen Smartphones oder Tablets zum Einsatz kommt; einen verdrehsicheren neuen Typ-C-Anschluss verbaut Microsoft allerdings nicht. Dank des Micro-USB-Ladeanschlusses kann das Surface 3 jetzt einfacher mit externen Akku-Packs geladen werden. Der eingebaute Akku soll laut Microsoft für 10 Stunden Videowiedergabe ausreichen und mit dem mitgelieferten Netzteil in 2,5 Stunden wieder voll aufgeladen sein.

Dreistufiger Klappständer

Mit 622 Gramm liegt das Tablet trotz seines im Vergleich zum Surface 2 etwas größeren 10,8-Zoll-Display recht angenehm in der Hand – neben etwa einem aktuellen iPad merkt man dem Gerät das zusätzliche Gewicht allerdings deutlich an. Wie alle bisherigen Surfaces hat auch das Surface 3 wieder einen ausklappbaren Ständer auf der Rückseite.

Dieser kann anders als beim Surface Pro 3 nicht stufenlos verstellt werden, sondern nur in drei Einstellungen; im Unterschied zum Surface 2 ist auch eine flache Einstellung möglich. Laut Microsoft hätte der Einbau eines stufenlosen Scharniers das Tablet um 1 bis 2 mm dicker und zusätzlich noch teurer gemacht. Unter dem zugeklappten Ständer befindet sich der Einschub für eine Micro-SD-Karte.

Deutlich verbesserte Tastatur

Die Tastatur des Surface 3 hat Microsoft gegenüber dem Vorgänger Surface 2 deutlich verbessert. Sie hat einen stärkeren, besser wahrnehmbaren Hub, weshalb sich Texte deutlich sicherer und fehlerfreier schreiben lassen. Zudem hat sie ein besseres Touchpad, das dem der Surface-Pro-3-Tastatur ähnelt: Es hat einen Klickpunkt und reagiert viel zuverlässiger als das des Surface 2.

Das Surface 3 hat außerdem wie die Surface-Pro-Modelle einen Eingabestift, der allerdings nicht mitgeliefert wird und separat erworben werden muss. Das neue Stiftmodell konnte uns Microsoft zwar noch nicht zeigen, jedoch funktionierte auch der Stift des Surface Pro 3 beim Surface 3. Dieser basiert auf aktiver Digitizer-Technik von N-trig, einem israelischen Hersteller, der kürzlich von Microsoft aufgekauft wurde . Dementsprechend dürfte auch der Digitizer des Surface 3 auf der N-trig-Technologie basieren.

Der Bildschirm des Surface 3 hat eine Auflösung von 1.920 x 1.280 Pixeln, das Seitenverhältnis ist 3:2, wie beim Surface Pro 3. Die Pixeldichte ist mit 214 ppi fast identisch mit der des Surface Pro 3, das mit seinem 12-Zoll-Display und einer Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln auf 216 ppi kommt. Bildschirminhalte werden auf dem Surface 3 ausreichend scharf dargestellt, das Display ist blickwinkelstabil, die Farben sind natürlich. Insgesamt macht der Bildschirm einen guten ersten Eindruck.

Atom-Prozessor von Intel

Im Inneren arbeitet mit dem Intel Atom x7 (Z8700) ein 64-Bit-Prozessor mit vier Kernen und einer Grundtaktfrequenz von 1,6 GHz sowie einer Burst-Frequenz von 2,4 GHz. Damit ist das Surface 3 das erste Nicht-Pro-Surface mit einem Prozessor, der auf x86- und nicht auf ARM-Architektur basiert. Im Surface 2 ist ein Tegra 4 eingebaut, der verglichen mit dem X7 schwächer sein dürfte.

Laut Microsoft erreicht der X7 ungefähr 80 Prozent der Leistung eines Core i3. Benchmarks konnten wir vor Ort noch nicht machen, auch konnten wir keine grafisch anspruchsvollen Spiele spielen. Bei alltäglichen Anwendungen lief das Betriebssystem flüssig – genauere Angaben können wir aber erst nach intensiveren Tests machen.

8-Megapixel-Kamera und LTE-Modul

Auf der Rückseite hat Microsoft eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus eingebaut, die auf den ersten Blick gute Fotos macht. Die Frontkamera hat jetzt 3,5 Megapixel und eignet sich demnach neben Videotelefonie auch für Selbstporträts.

Der Arbeitsspeicher ist wahlweise 2 oder 4 GByte groß, die dazu gehörigen Flash-Speichergrößen sind 64 und 128 GByte. Neben dieser Consumer-Version will Microsoft auch noch eine Business-Variante des Surface 3 vertreiben. Diese hat ebenfalls wahlweise 64 oder 128 GByte Flash-Speicher, hat allerdings bei beiden Versionen 4 GByte Arbeitsspeicher.

Das Surface 3 unterstützt WLAN nach 802.11a/b/g/n und ac, zudem soll es auch noch eine LTE-Variante geben. Bluetooth läuft in der Version 4.0 LE. Die Consumer-Variante soll neben Windows 8.1 eine einjährige Office-365-Lizenz umfassen, das Business-Modell hingegen Windows 8.1 Pro und kein Office. Beide Betriebssysteme sind die 32-Bit-Version. Auf den Einsatz von Windows RT verzichtet Microsoft – Nutzer können also auch beim Surface 3 wie auf einem Windows-8-PC Programme installieren.

Fazit

Verglichen mit dem Surface 2 bietet das neue Surface 3 einige deutliche Verbesserungen: Microsoft hat den Prozessor, die Speicherausstattung, den Klappmechanismus und insbesondere die Tastatur merklich verbessert.

Gleichzeitig will der Hersteller die Produktlinie weiter von den Surface-Pro-Modellen abgrenzen: Das Surface 3 richtet sich explizit an Nutzer, die eher ein Tablet und keinen Laptop wollen. Das Surface Pro 3 hingegen ist für Nutzer gedacht, die einen Ersatz für ihren Laptop möchten – dementsprechend sind diese Modelle leistungsfähiger. Microsoft sagt selbst: Wer mehr Leistung möchte, solle weiterhin das Surface Pro 3 kaufen.

Als Einsatzgebiete für das Surface 3 sieht Microsoft neben Privatanwendern Unternehmen im Gesundheitswesen, Schulen und logistische Bereiche von Unternehmen. Zur Attraktivität wird maßgeblich der Preis beitragen – und hier könnte es für manchen Nutzer ein Problem geben.

Das Surface 3 mit 2 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Speicher kostet 600 Euro und ist ab sofort in Microsofts Online-Store(öffnet im neuen Fenster) vorbestellbar. Das Modell mit 4 GByte RAM und 128 GByte Speicher kostet 720 Euro, beide Geräte sollen ab dem 7. Mai 2015 ausgeliefert werden. Wer einen Stift benutzen möchte, muss für diesen weitere 50 Euro zahlen. Das Type Cover kostet zusätzliche 150 Euro.

Das sind – auf das Tablet selbst bezogen – ziemlich hohe Preise, zumal das günstigste Surface Pro 3 mit Core-i3-Prozessor, 4 GByte RAM und 64 GByte Speicher aktuell für 800 Euro erhältlich ist. Damit ist die preisliche Abgrenzung zu den Pro-Modellen zu klein: Der Anreiz, statt des Surface Pro 3 das kleinere, weniger leistungsfähige Surface 3 zu holen, ist für uns zu gering.


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