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Support-Ende: Ist Windows XP wie ein Kopierer?

Nach dem offiziellen Ende von Windows XP kann nur Microsoft Support anbieten. Das ist wettbewerbsfeindlich, bei einem Fotokopierer wäre das zum Beispiel so nicht möglich. Deshalb fordert ein US-Jurist, die Gesetzgebung grundlegend zu ändern.
/ Sebastian Grüner
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Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de

Wäre Windows XP ein Fotokopierer, müsste Microsoft – zumindest nach US-Recht – konkurrierenden Firmen helfen, das Produkt weiter pflegen zu können, selbst nachdem Microsoft die Pflege eingestellt hat. In einem Beitrag im Michigan Law Review(öffnet im neuen Fenster) fordert der Jurist Andrew Tutt genau das, auch wenn dies den Zugang zum Quellcode bedeute.

Das beschriebene Problem ergibt sich aus der unterschiedlichen Beurteilung von materiellen und immateriellen Gütern und den damit verbundenen Rechten. Denn anders als bei einem Auto, wo es vergleichsweise einfach ist, einzelne Teile zu verändern oder zu tauschen, ist dies bei Software wie Windows XP eben nicht ohne weiteres möglich.

Monopolisierung schadet Kunden

Dadurch habe Microsoft ein Monopol auf dem Sekundärmarkt, also auf die Pflege nach dem eigentlichen Ende des Supportzeitraums, und zwinge Kunden damit, auf eine neue Windows-Version zu wechseln. Doch das eigentliche Ziel von Urheber- und Patentrecht sei die Förderung von Innovationen, und das Wettbewerbsrecht solle den Kunden dienen.

Die Lösung ist für Tutt recht einfach: Software sollte wie ein materielles Gut behandelt werden. Dann müsste Microsoft möglichen Wettbewerbern die Möglichkeit einräumen, Patches und Updates für Windows XP erstellen zu können. Doch soweit sei der Gesetzgeber noch lange nicht.

Tutt ist zuversichtlich, dass unter diesen Umständen viele Firmen oder Privatpersonen eventuelle Angebote wahrnehmen würden. So verlängerten bereits die britische Regierung und das Land Niedersachsen den Supportzeitraum, allerdings bei Microsoft selbst.


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