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Supertuxkart im LAN angespielt: Maskottchenjagd auf der Linux-LAN-Party

Der freie Arcade-Racer Supertuxkart bietet in der aktuellen Beta 0.10 einen LAN-Modus. Wir haben also mit dem Netzwerk, der Grafikkarte und der Tastatur gekämpft, um gegen unsere Kollegen anzutreten. Das Maskottchenrennen wird so zum spaßigen Zeitvertreib im Büro.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Ein Wettrennen mit den Open-Source-Maskottchen geht jetzt auch im Netzwerk.
Ein Wettrennen mit den Open-Source-Maskottchen geht jetzt auch im Netzwerk. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Linux-Nutzer, die Spiele auf ihrem System spielen wollen, müssen bis auf einige Ausnahmen oft mit komplexen Werkzeugen wie Wine und der Kommandozeile vorlieb nehmen. Alternativ dazu gibt es aber auch viele kleine Indie-Games, die als freie Software von Freiwilligen programmiert werden und deshalb auch deutlich besser unter Linux laufen. Eine kurze LAN-Party im Büro mit dem neuen Netzwerk-Modus von Supertuxkart sollte also eigentlich kein Problem sein, dachten wir uns, und stellten fest, dass das Wettrennen mit den Maskottchen aus Open-Source-Projekten doch noch etwas Handarbeit erfordert.

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Supertuxkart ist eine Weiterentwicklung des noch älteren Tuxkart. Es handelt sich um einen recht simplen Arcade-Racer, wie sie in den 80er und 90er Jahren ziemlich beliebt waren und vor allem von Herstellern wie Nintendo immer noch aktiv entwickelt werden. Das Besondere an Supertuxkart ist, dass das Spiel komplett freie Software ist und eben von einer nur sehr kleinen Community aktiv entwickelt wird.

Bisher bot Supertuxkart einen Story-Modus, in dem das GNU-Gnu aus den Fängen des Gegenspielers Nolok befreit werden musste, sowie einen lokalen Mehrspieler-Modus, bei dem einfach im Kreis um die Wette gefahren wird. Ebenso gibt es weitere Spiele-Modi, bei denen etwa jeder gegen jeden spielt und mit aufsammelbaren Extras wie Bowlingkugeln, explodierenden Muffins oder Fliegenklatschen die Gegner ausschalten muss.

Die kommende Version 0.10 von Supertuxkart bietet diesen kleinen Spaß für zwischendurch nun auch endlich über eine Netzwerk-Schnittstelle an, so dass die verschiedenen Multiplayer-Modi nun auch auf mehreren Rechnern im LAN oder auch über das Internet gespielt werden können. Mit der ersten Alpha-Version mussten Interessierte sich den Code noch selbst kompilieren. Für die seit knapp drei Wochen verfügbare Beta der Version 0.10 liefert das Projekt auch eigene Binärdateien für Linux, Windows, MacOS und Android aus, so dass der LAN-Party eigentlich nichts mehr im Wege steht.

Wir laden das Spiel also auf verschiedene Rechner und beginnen zuerst mit kleinen Trainings- und Proberunden, um uns vor den Kollegen nicht zu blamieren. Die Steuerung per Tastatur ist für ein derartiges Spiel mehr als gewöhnungsbedürftig und wir wechseln sehr schnell zu den in der Redaktion noch vorhandenen Gaming-Controllern.

Damit funktioniert das Fahren zwar schon deutlich besser als mit der Tastatur, so ganz zufrieden sind wir damit aber auch nicht. Das liegt vor allem an der teils seltsamen Standardbelegung, die uns zu fast schon akrobatischen Fingerübungen zwingt. Nach dem Feinjustieren der Belegung in den Optionen treten wir nun endlich gegeneinander an.

Netzwerk-Modus schnell eingerichtet

Das Aufsetzen des LAN-Modus ist selbsterklärend. Im Startmenü wählen wir den Online-Modus aus und dort das Lokale Netzwerk, anschließend lässt sich ein Host-Server für das Spiel aufsetzen. Die anderen Spieler können dem Server dann beitreten und nach der Wahl der Rennstrecke geht die wilde Fahrt gegen die Kollegen los. Unter Linux mussten wir dafür noch wie in der Dokumentation beschrieben den Port freigeben, unter Windows fragt das System entsprechend nach.

Nutzer, die auch im Internet gegen andere Spieler antreten wollen, benötigen einen Online-Account im Netzwerk der Supertuxkart-Community, was sich schnell einrichten lässt. Wir aber bleiben im lokalen Netzwerk, was bei uns in der Büro-Umgebung am einfachsten ist, wenn sich die Mitspieler per Ethernet im gleichen LAN befinden.

Im WLAN haben wir wegen der strikten Trennung unsere Netzwerke einige größere Hürden zu überwinden, schaffen es aber auch hier letztlich doch noch zum Rundenkampf. Nutzer, die auch im lokalen Netz bestimmte Firewall-Regeln und Port-Sperren eingerichtet haben, sollten das vor der LAN-Party beachten und ihre eigene Konfiguration anpassen.

Angesichts der augenscheinlich recht rudimentären Grafik haben uns die Details und die Vielfältigkeit der Grafik-Engine von Supertuxkart doch überrascht. Das Spiel nutzt einen physikbasierten Renderer (PBR) und viele witzige Details und Effekte wie etwa eine Tiefenunschärfe ab einer bestimmten Geschwindigkeit. Bei vollen Details und mit einer hohen Auflösung zwingt das Spiel die integrierte Grafik unsere Laptops durchaus in die Knie. Ansonsten läuft das Spiel im LAN flüssig und ohne Probleme.

Die Beta von Supertuxkart 0.10 mit dem Netzwerk-Modus steht zum Download über die Server des Projektes bereit und das Entwicklerteam ist derzeit dabei, einen Release Candidate vorzubereiten, der einige noch vorhandene Fehler beheben soll. Zum Einsatz auf dem eigenen Server steht außerdem eine Option zum Kompilieren bereit, die das Spiel ohne GUI zum Einsatz als Host-Server übersetzt. Diese Server-Version sollte dann auch auf dem Raspberry PI oder ähnlichen Kleinrechnern laufen.



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Bem0815 31. Jan 2019 / Themenstart

Sonic All-Star Racing transformed ist auch mein Lieblings Kart Spiel. Wenn auch schon...

cpt.dirk 30. Jan 2019 / Themenstart

Wollte ich auch gerade schrei(b)en ^^ Ich habe es tatsächlich auch erlebt, dass Software...

Vollstrecker 29. Jan 2019 / Themenstart

Also dass dieses Spiel programmiert worden wäre :)

cpt.dirk 29. Jan 2019 / Themenstart

Wenn schon, dann Scorched3D. Oder wie wäre es mit Freedroid/RPG, Oolite, 0 A.D oder Cube?

TarikVaineTree 29. Jan 2019 / Themenstart

Bester Beitrag, danke dafür!

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