Supersportwagen: Lamborghini streicht den vollelektrischen Lanzador
Anders als Ferrari will der italienische Sportwagenhersteller Lamborghini vorerst kein vollelektrisches Modell auf den Markt bringen. Der 2023 vorgestellte Lanzador werde nicht in die Modellpalette aufgenommen und durch einen Plug-in-Hybriden ersetzt, sagte Firmenchef Stefan Winkelmann der britischen Sunday Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall). Die "Akzeptanzkurve" für batteriebetriebene Autos in der Zielgruppe von Lamborghini flache ab und liege bei "nahe null" , sagte er zur Begründung.
Lamborghini gehört seit 1998 zur VW-Tochter Audi und lieferte dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von 10.747 Fahrzeugen aus.
Laut Winkelmann legen die Kunden Wert auf das "emotionale Erlebnis" ihrer Lamborghinis, wozu das Design, die Leistung oder der Klang und das Feedback des Verbrennungsmotors gehörten. "Elektroautos in ihrer jetzigen Form haben Schwierigkeiten, diese besondere emotionale Verbindung herzustellen" , sagte Winkelmann.
Entwicklung zu teuer
Der vorläufige Verzicht auf den Lanzador hat demnach auch finanzielle Gründe. "Hohe Investitionen in die Entwicklung von reinen Elektrofahrzeugen zu tätigen, wenn der Markt und die Kundenbasis noch nicht bereit sind, wäre ein teures Hobby und finanziell unverantwortlich gegenüber den Aktionären, Kunden, unseren Mitarbeitern und ihren Familien" , sagte Winkelmann und fügte hinzu: "Wir befinden uns in einer schnelllebigen Zeit. Wer nicht schnell reagiert, riskiert, vom Markt zu verschwinden oder an Schwung zu verlieren. Deshalb benötigen wir eine solide finanzielle Basis, um in die Zukunft reinvestieren zu können."
Winkelmann wollte jedoch nicht ausschließen, dass es künftig vollelektrische Lamborghinis geben wird: "Sag niemals nie, aber nur, wenn die Zeit reif ist. In absehbarer Zukunft wird es nur Plug-in-Hybride geben. Wir werden die Elektrifizierung weiterentwickeln, denn wir müssen vorbereitet sein."
Fokus auf Verbrenner-SUV Urus
Seiner Darstellung zufolge wurde die Entscheidung zum Verzicht auf den Lanzador "nach mehr als einem Jahr kontinuierlicher interner Diskussionen, Gesprächen mit Kunden und Händlern, Marktanalysen und der Auswertung globaler Daten getroffen" . Aktuell mache das 2017 eingeführte SUV Urus rund 60 Prozent der Verkäufe aus. Dieses Segment will Lamborghini nicht gefährden. "Das Segment der Supersportwagen ist sehr klein" , sagte Winkelmann. "Selbst wenn die Gewinnmargen bei Supersportwagen höher sind als beim Urus, ist klar, dass das Urus-Segment größer und stabiler ist" , sagte Winkelmann.
Im Gegensatz zu Lamborghini hält Ferrari an seinem ersten Elektrosportwagen fest. Der Luce, wie das Modell inzwischen heißt , soll in diesem Jahr auf den Markt kommen. Angetrieben wird der Luce von vier Permanenterregten Synchronmotoren (PSM), die zusammen eine Leistung von 830 kW (1.113 PS) liefern und ein Drehmoment von 11.500 Nm an den vier Rädern erzeugen sollen. Außerdem will Ferrari über die Elektromotoren ein Motorengeräusch erzeugen.
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