Supernerds: Angst schüren gegen den Überwachungswahn

Die Regisseurin Angela Richter spricht auf der Owncloud-Konferenz über die Erfahrungen mit ihrem Stück Supernerds. Ihr Vortrag lässt wohl nur eine Konsequenz zu: Nerds und Hacker müssen Menschen persönlich betroffen machen, damit sich alle in der Gesellschaft mit der überbordenden Überwachung auseinandersetzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Für Supernerds arbeitete das Schauspiel Köln unter anderem mit dem WDR zusammen.
Für Supernerds arbeitete das Schauspiel Köln unter anderem mit dem WDR zusammen. (Bild: Flickr.com / Dev Null - CC-BY-SA 2.0)

Als Angela Richter beginnt, in ihrer Keynote auf der diesjährigen Owncloud Contributor Conference zu erklären, was die Regisseurin und ihr Team während des Stücks Supernerds alles mit den Daten des Publikums angestellt haben, erntet sie jede Menge Lacher. Denn das, was etwa das Deutschlandradio als einen "monströsen Überwachungsabend" bezeichnet, belustigt die anwesenden Owncloud-Hacker.

Inhalt:
  1. Supernerds: Angst schüren gegen den Überwachungswahn
  2. Banale Spiele erzeugen Angst beim Publikum

Und auch Richter, eine der Hausregisseure des Schauspiels Köln, hat sichtlich Spaß daran, ihre Arbeit Revue passieren zu lassen. Schließlich sollte das Stück vor allem auch unterhalten. Doch den Großteil des "mehrheitlich grauhaarigen" und "bourgeoisen" Publikums habe die Teilnahme an dem "Experiment" wohl eher verängstigt, da die Anwesenden die Auswirkungen digitaler Überwachung erstmals sehr persönlich und direkt zu spüren bekommen haben dürften.

Bereitwillig Daten herausgegeben

Um eben diese diffuse Angst im Publikum zu erzeugen, hat dieses seine Rolle sehr gut gespielt - wohl ohne auch nur überhaupt eine leise Ahnung davon zu haben. Tickets für die Veranstaltung bekamen Käufer nur gegen eine vorherige "Akkreditierung", bei der sie ihren Namen, Wohn- und E-Mail-Adresse oder auch Handynummer angeben mussten.

Ebenso war es möglich, sich für ein Spiel auf der zum Stück gehörenden Webseite zu registrieren. Aber auch einige Ticketkäufer sind wohl eher unfreiwillig Teil eines Spiel noch vor der eigentlichen Aufführung geworden. Sie erhielten konspirativ erscheinende Postkarten, SMS, E-Mails und sogar Anrufe von einem gewissen Jake.

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Diese Nachrichten enthielten Hinweise auf Reisen nach Russland oder China und Gespräche mit Oppositionellen. Ebenso waren sie in einem sehr freundlichen Ton gehalten, der auf eine enge persönlichen Verbindung schließen ließ. Die Kontaktperson war dabei der Aktivist Jacob Applebaum, der ebenfalls zu der Inszenierung beigetragen hat. Dass es sich dabei lediglich um ein Spiel handelte, ist später aufgelöst worden.

Keine juristischen Schwierigkeiten

Rechtlich sei dies alles für die Theatermacher kein Problem gewesen, das Publikum habe dem eingewilligt. Ob den Zuschauern das jedoch tatsächlich bewusst gewesen sei, ist sehr fraglich. Die FAZ kritisierte Richter dafür als "Komplizin" der Überwacher, da sie lediglich reproduziere, was sie zu attackieren vorgebe. Doch Richter wunderte sich in ihrem Vortrag über die harschen Worte.

Schließlich fehlten diese insbesondere häufig in der FAZ, wenn es um die Überwachung durch die NSA oder das Datenhorten durch riesige Unternehmen gehe. Außerdem habe das Projekt Supernerds eine für Theaterproduktionen außergewöhnlich hohe Medienöffentlichkeit bekommen. Damit ist vermutlich wiederum ein Zugang für diejenigen geschaffen worden, die sich ansonsten eher wenig mit digitaler Überwachung befassen.

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Banale Spiele erzeugen Angst beim Publikum 
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ChriDDel 08. Sep 2015

http://www.welt.de/politik/article2249820/Offene-Grenze-senkt-die-Kriminalitaet.html

Hotohori 31. Aug 2015

Ok, stimmt, es war zu schnell. In den 80ern wars noch kein Problem, erst Ende der 90er...

eMvO 31. Aug 2015

Das Problem ist, daß Du danach persönlicher Supporter auf Lebenszeit beim Großteil...

petergriffin 31. Aug 2015

ok dann les dir mal die Artikel zur Landesverrat Affäre durch, sowie die diskreditierende...



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